Italiener nach Kollaps durch Eigenbluttransfusionen nun von seinem niederländischen Rennstall entlassen
Rom - Nach den neuen belastenden Indizien gegen
Dopingsünder Riccardo Ricco hat das
niederländische Team Vacansoleil die Konsequenzen gezogen und den
italienischen Kletterspezialisten suspendiert. "Nach der Krankheit und
den damit verbundenen Spekulationen hat das Team ein internes
Untersuchungsverfahren eingeleitet. Die Ergebnisse führten zu dem
Schluss, dass eine sofortige Suspendierung erforderlich war", hieß es in
der Mitteilung des Rennstalls.
Ricco
war in der Nacht zum Sonntag mit Nierenversagen und einer Lungenembolie
ins Krankenhaus von Modena eingeliefert worden. Medizinische
Untersuchungen bestätigten inzwischen den Verdacht, dass der 27-Jährige
eine Eigenbluttransfusion mit nicht optimal konserviertem Blut
durchgeführt hatte.
Der italienische Radsport-Verband und die
Staatsanwaltschaft von Modena haben bereits eine Untersuchung
eingeleitet. Ricco droht nun eine
lebenslange Sperre, nachdem er bereits bei der Tour de France 2008 mit
dem Blutdopingmittel Cera aufgeflogen war. Damals hatte die "Kobra" zwei
Etappen gewonnen und mit famosen Bergsprints die Radsport-Welt
verwundert, ehe wenige Tage später der Schwindel aufflog.
In der
vergangenen Saison war Ricco auf die
Radsport-Bühne zurückgekehrt - geläutert, wie er stets beteuert hatte.
Nun muss er unangenehme Fragen beantworten. Sobald sich Riccos Zustand
gebessert hat, will ihn die Staatsanwaltschaft zu der Angelegenheit
befragen. Die Ermittler fahnden dabei nach weiteren Personen, die Ricco bei der Eigenbluttransfusion geholfen
haben.(SID)