Privatinvest 2010 mit sieben Millionen Euro Verlust

11. Februar 2011, 17:27
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Justizverfahren eingestellt - Zürcher Mutter ZKB hat weitere 18 Millionen zur Kapitalstärkung eingeschossen

Wien - Mit rund 7 Mio. Euro EGT-Verlust hat die Salzburger Privatinvest Bank, österreichische Tochter der Zürcher Kantonalbank (ZBK), das Jahr 2010 abgeschlossen. Die Hälfte des Verlustes stammte aus "Restrukturierungsmaßnahmen" und der Erledigung von Schadensfällen aus früheren Jahren, die auch die Justiz beschäftigten. Die Schadensfälle seien mittlerweile fast völlig abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft habe die Verfahren gegen die Bank und ihre Mitarbeiter im Dezember abgeschlossen, teilte die Bank am Freitag mit.

"Es ist nichts hängen geblieben, alle Verfahren gegen die Bank und gegen ehemalige und aktuelle Mitarbeiter sind eingestellt", sagte Privatinvest-Vorstandssprecher Adrian Kohler. Die Verfahren drehten sich um den Vorwurf der Geldwäscherei und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

"Alles aufgearbeitet"

Nun sei alles aufgearbeitet, ein Strich unter die Vergangenheit gesetzt, so der Vorstand. 2011 werde das Ergebnis der Bank deutlich besser ausfallen. Von den rund 7 Millionen Verlust 2010 seien ja dreieinhalb Millionen auf "Altfälle" und Restrukturierung entfallen. Die Zeichen stünden positiv. Ob es schon 2011 Gewinne gibt, würde er heute noch nicht zwingend sagen, meinte der Vorstand.

Die Schweizer Mutter hat auch wieder Kapital über 18 Mio. Euro eingeschossen. Nach Angaben von Kohler ist diese im Herbst angekündigte Stärkung der Eigenmittel nun abgeschlossen.

Die Bank sprach heute in einer Aussendung von einem "ereignisreichen Jahr". Trotzdem sei das verwaltete Kundenvermögen um 15 Prozent auf 677 Mio. Euro gestiegen. Die auf Vermögensverwaltung konzentrierte Privatbank beschäftigt 66 Mitarbeiter. Um mehr als 40 Prozent habe das Private Banking zugelegt.

Seit Februar 2010 gehört die Bank zu 100 Prozent der Zürcher Kantonalbank, die sich seit der Neuerwerbung in Österreich freilich mit Imageproblemen und heiklen Geschäftsbeziehungen herumschlagen musste. Es gab Altlasten wie Betrugsfälle mit daraus resultierenden Schadenersatzpflichten, die Justiz schritt zu Hausdurchsuchungen. In die Schlagzeilen geriet die Bank kurzzeitig auch mit Transaktionen von Rakhat Aliyev, ehemaliger kasachischer Vize-Außenminister und bis Ende Mai 2007 Botschafter von Kasachstan in Wien. Mit kurstreibenden Transaktionen mit bwin-Aktien wurde die Bank ebenfalls in Zusammenhang gebracht.

"Keine Leichen mehr im Keller"

Auch der Vorstand der Zürcher Kantonalbank ging am Freitag auf die Privatinvest ein. ZKB-Chef Martin Scholl glaubt, dass die Salzburger Tochter nun keine Leichen mehr im Keller habe. Zudem sei die Privatinvest grundlegend neu ausgerichtet worden, sagte er bei seiner Bilanzpressekonferenz.

Das Privatinvest-Engagement, mit dem die Zürcher in erster Linie EU-Kunden vor allem aus Deutschland und Österreich anwerben wollen, soll in fünf bis sieben Jahren erstmals Gewinn abwerfen, hieß es heute in Zürich weiter. Alleineigentümer der Privatinvest sind die Schweizer seit Februar 2010. Die Zürcher Kantonalbank ist die größte Schweizer Staatsbank. (APA)

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