Wiener Forscher klären Wechsel von inaktiver in aktive tRNA-Form

11. Februar 2011, 16:10
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Javier Martinez: Ein Stück Lehrbuchwissen ergänzt

Wien - Die Übersetzung von DNA-Information in Proteine ist eine der grundlegenden Leistungen in der Zelle. Trotz aller Anstrengungen sind immer noch Fragen rund um die zellulären Maschinen ungeklärt. Wissenschafter um Johannes Popow und Javier Martinez vom Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien konnten in einer Science-Publikation nun eine derartige Lücke schließen und sich damit einen Eintrag in die Lehrbücher sichern.

Die Forscher befassten sich mit sogenannter tRNA. RNA-Moleküle sind kurze Verwandte der Erbsubstanz (DNA), die verschiedenste Aufgaben innerhalb der Zelle erledigen. Unter anderem wird die von der DNA abgelesene Information über RNA zu den Proteinfabriken (Ribosomen) der Zellen transportiert. Ursprünglich abgenommen wird die Erbinformation über mRNA-Moleküle, in den Ribosomen sorgen dann tRNA-Moleküle für die korrekte Abfolge der Aminosäuren als Bausteine des entstehenden Proteins.

Übergang geklärt

"tRNA können in einer aktiven und einer inaktiven Form vorliegen, wie der Übergang von der inaktiven in die aktive Form abläuft, war für Hefen und Pflanzen, nicht aber für Tiere geklärt", so Martinez. Bekannt war, dass aus dem inaktiven Molekül ein Stück herausgeschnitten und dann die Enden wieder zusammengefügt werden müssen, damit es in den funktionierenden Zustand übergeht. Unter nicht weniger als 91 Kandidaten haben die Forscher jenes Enzym herausgefunden, welche das Splicing, also das Zusammenfügen, übernimmt.

"HSPC117", so die Bezeichnung des Enzyms, kommt kurioserweise auch in Bakterien vor, obwohl die tRNA-Aktivierung in den Bakterien nachweislich anderes funktioniert. Nun wollen die Wissenschafter klären, welche andere Aufgabe "HSPC117" in den Mikroben hat. (APA)

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