150 Jahre Italien

Südtiroler Schützen: Los von Rom "lieber heute als morgen"

12. Februar 2011, 09:27
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    foto: 150 jahre italien

    Die Frecce Tricolore, Italiens Kunstflugstaffel: Die Südtiroler Schützen finden nichts an ihr.

Heftige Kontroverse um Teilnahme der deutschsprachigen Minderheit an italienischem Jubeltag

Rom/Bozen - Für heftige Reaktionen sorgt weiter der Brief des italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano, der in einem Schreiben betont hatte, auch die deutschsprachigen Südtiroler seien Italiener, "die große Mehrheit der deutschsprachigen Südtiroler" fühle sich auch so. Der Schützenbund wies diese Aussage "energisch" zurück. Napolitano wisse zu genau, dass "Südtirol kulturell, geschichtlich und sprachlich mit Italien von Haus aus wenig gemeinsam" habe.

Der Reisepass sei "notgedrungen wohl das Einzige, was viele Südtiroler mit den Bewohnern Altitaliens wirklich gemeinsam haben". Außerdem stehe es wohl keinem Staatspräsidenten auf der Welt zu, Bürgern vorzuschreiben, welchem Volk sie sich angehörig zu fühlen hätten. Das heutige Südtirol sei "lediglich italienische Kriegsbeute". Im Land an Eisack, Etsch und Rienz habe man "jahrzehntelang unter großen Opfern der italienischen Majorisierung, die von Italien mit wechselnder Intensität betrieben worden ist, standhalten können". Wenn man das Jubiläum Italiens nun hernehme, um subtil jene Assimilierungspolitik fortzusetzen, so begebe sich Napolitano in zweifelhafte Gesellschaft. Er bestätige damit allerdings auch, dass sich Südtirol eher heute als morgen von Italien verabschieden sollte, hieß es in der Erklärung des Südtiroler Schützenbundes.

Napolitano hatte verärgert auf die geplante Nichtteilnahme von Vertretern der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit in Südtirol an den italienischen Einheitsfeiern reagiert. Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) hatte argumentiert, dass "die österreichische Minderheit in Italien" nichts zu feiern habe. Bei der Gründung Italiens sei man nicht dabei gewesen. 1919 habe man Südtirol nicht gefragt, ob es annektiert werden wolle. (APA)

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Lalai Dama
153
15.2.2011, 12:58
Die Andreas Hofer Fraktion soll endlich ein Ruhe geben

und schön langsam im 21. Jhdt. ankommen. Historisch mag die Anglioederung an Italien ungerecht gerecht gewesen sein. Aber mit dem Südtirolpaket wurde ein europaweit vorbildliches Minderheitenrecht umgesetzt. Somit hat der italienischen Staat seinen Teil erfüllt. Irgendwann darf man sich im Gegenzug dafür auch einmal ein Mindestmaß an Loyalität erwarten.

venere nera
212
15.2.2011, 18:17

der ital. staat hat seinen teil nicht erfüllt, sonst würde der duce nicht am gerichtsplatz herumhängen? schon mal drüber nachgedacht?

freundschaft

Dolomiticus
31
16.2.2011, 15:15

das Problem ist nur, das beide Seite nichts erfüllt haben.

Die scheinheiligen Schützen holen schon mal einen Otto Scrinzi, um ihn zu ehren, oder sie holen einen Revisionisten für Fortbildungskurse.

liberte
93
15.2.2011, 11:38
rebellischer Unsinn

wenn Südtirol auf die Transferzahlung der Italiener verzichten würde , dann wärs glaubwürdig .....

tipic
111
15.2.2011, 12:48
Südtirol ist Nettozahler!

Die Südtiroler zahlen die gleichen (im europäischen Durchschnitt hohen) Steuersätze wie die restlichen Italiener, wobei die Steuermoral in Südtirol wesentlich höher ist und die Steuerkontrollen wesentlich strenger sind. Im Unterschied zu den anderen Regionen erhält Südtirol ca. 90 % des Steueraufkommens zurückerstattet, nimmt dafür aber viele Aufgaben wahr, die in den anderen Regionen vom Zentralstaat erledigt werden. Die Performance von Südtirol bei der Wahrnehmung der Aufgaben ist ungleich besser. Im Übrigen zählt Südtirol zu jenen Regionen, die in Italien NETTOZAHLER sind (vgl. die Studien der Handelskammer Bozen und der Region Veneto aus dem Jahr 2009 - http://www.camcom.bz.it/10480.pdf).

Sindjelic
111
14.2.2011, 17:22
An die Südtiroler "Freiheitskämpfer"...

holt euch ein paar UCK-Veteranen aus dem Kosovo ins schöne Südtirol,die zeigen euch dann,wie man so etwas durchzieht.Die haben reichlich Erfahrung mit der Macht der Bilder und der dazugehörnden Medienpropaganda...

Jens Kampe
131
14.2.2011, 13:18
Innerhalb Europas...

...respektive der EU ist es eh egal.

Wer heute von Tirol nach Südtirol (um)ziehen, arbeiten, Urlaub machen mag, der kanns ja. Dazu bedarf es keinen Anschluss.

Horst Mair
55
14.2.2011, 16:00
Sie habens nicht geschnallt!

Es geht nicht ums Urlaub machen. Und bitte ziehens nicht nach Südtirol, da gibts schon genug ältliche Büffel, die überall ihren Senf dazu geben müssen.

Jens Kampe
62
14.2.2011, 17:18
In einem haben sie Recht:

Mir kanns egal sein.

Aber mal tacheles: Das Südtiroler sich über faschistische Relikte, etc. aufregen ist durchweg verständlich. Aber von Italien lösen um nach Österreich zu kommen? Bitte halten Sie die Südtiroler nicht für SO beschränkt.

Denn denen geht es dort - gerade finanziell - um ein vielfaches besser als jene Tiroler in Österreich.

Denn während Tirol (nach Kärnten und Niederösterreich) zu den schwächeren Ländern Östererreichs zählt (sind ja bzgl. des Länderfinanzausgleichs ein Empfänger, für die andere Österr. zu zahlen haben), so steht Südtirol geradezu blendend da. Denn Letztere müssen de facto (nur 10 Prozent aller Steuern) keine Steuern nach Rom abführen.

Und diese Autonomieprivilegien aufgeben? Für was? Die wären ja dumm!

Milton64
011
15.2.2011, 15:31

Viel Ahnung von Wirtschaft haben Sie nicht. Tirol zählt wirtschaftlich zu den stärksten Bundesländern. Sehen Sie mal auf das BRP/Kopf und die AL-Quote. Also vorher informeiren und dann schreiben...

Valon
10
14.2.2011, 13:01
"deutschsprachige Minderheit" - komisch...

sind die Österreicher mit Italienischen Staatsbürgerschaft, oder "deutschsprachige Minderheit"?

gripol
83
15.2.2011, 12:20
es sind ITALIENER

Igor Gassner
10
15.2.2011, 08:30
Wenn sie diese Frage

beantwortet haben werden sie ein weiser alter Mann sein.

strangerinastrangeland
 
210
13.2.2011, 22:47
Man sollte für Provinzen, die ein Problem mit dem "Mutterland" haben,

so etwas einführen wie eine "Unionsunmittelbarkeit", eine Selbstverwaltung unter der direkten Oberhoheit der EU. Kandidaten dafür wären neben Südtirol das Baskenland, Nordirland und Kärnten.

venere nera
10
17.2.2011, 16:58

das sit jetzt aber echt genail!!! ;-)

Mag. Max Power, LLM
21
15.2.2011, 13:43
nicht zu vergessen:

vorarlberg!

Chien de Pique
25
14.2.2011, 17:17

Gute Idee.

Bitte Bitte
49
13.2.2011, 22:37
"die österreichische Minderheit in Italien" (???)

die ewige schaukelt die SVP zwischen AT und IT.

Die Südtiroler fühlen sich mehrheitlich als deutsche Minderheit, die lange vor der Nationswerdung Österrreichs abgespalten sich Tirol sehr wohl, aber dem heutigen Österreich kaum mehr zugehörig fühlen.

Durnwalders Anbiederungen sind unappetitlich :-(

Chien de Pique
23
14.2.2011, 17:33

Ja, da müsste man eigentlich konsequent die Freiburger, Villinger oder Günzburger auch als "österreichische" Minderheit in der Bundesrepublik ansehen, wurden halt etwas früher abgetrennt.
Und die Holsteiner? Sind die auch schon österreichische Minderheit oder die Schleswiger, über die eigentlichen Dänen hinaus, weiterhin dänische?´
Dass das alte "Österreich" sehr leicht den Breisgau (wie die das wollten!!) behalten und auf Salzburg verzichten (das dann eben heute bayerisch und bundesrepublikanisch wäre, von einem fremden Volk bewohnt, das mit den Ösen nichts gemein hat) hätte können, zeigt, wie schlichtweg grotesk die Annahme einer österreichischen Volksgruppe bzw. Minderheit ist.

venere nera
08
15.2.2011, 18:27

nein, tirol hat sich über 900 jahre als politische einheit herausgebildet und war seit 1363 habsburgisches kronland. niemand hegte im november 1918 zweifel daran, dass zumindest deutsch-tirol, also ohne die ca 400.000 welschtiroler, zur neu gegründeten republik deutsch-österreich gehörte. auch in der parlamentarischen entwicklung der monarchie war immer klar, dass deutsch-tirol (in abgrenzung zu gesamt-tirol) zu cisleithanien und deutsch-östereich gehörte. nebenbei, 90% der welschtiroler fühlten sich auch als österreicher und dies sagte alcide de gasperi (mal googeln) 1915 auch dem ital. botschafter: die trentiner würden sich in einer abstimmung zu über 90% zum kaiser bekennen....

freundschaft.

Igor Gassner
00
15.2.2011, 08:31
Der Sundgau war eigentlich ein Teil Österreichs

aber bei dem Zustand von Mühlhausen verzichte ich gerne drauf und wir nehmen lieber das Jura zurück.

Jürgen Rembremerding
00
15.2.2011, 18:05
den Jura?

daaaa
00
13.2.2011, 18:33
Mindestens..

Und das nächste Referendum machen wir dann in Wien, in etwa 15. Jahren um sicher zu sein, dass es zu einer Zession kommt ;).. LOL

Halbmond
25
13.2.2011, 16:33
Südtiroler Schützen: Los von Rom "lieber heute als morgen"

Wie schaut es in Kärnten mit den slowenischen minderheiten aus,schließen sie sich auch an slowenien an!

Wie würde man es in Österreich es sehen,eher kritisch oder freundlich.

derfalke
87
13.2.2011, 20:10
Südtirol ist nicht mit Kärnten vergleichbar

In Kärnten gibt es lt. Volkszählung nur ca. 12.000 Kärntner Slowenen, das sind ca. 2% der Kärntner Gesamtbevölkerung.
In Südtirol sind laut Wikipedia 69% der Gesamtbevölkerung, also etwa 348.000 Personen, deutschsprachige Tiroler.

Südtirol ist vielmehr mit der heute slowenischen Region Koroska (Bezirk Unterdrauburg, Mießtal und Seeland), die nach 1918 von Kärnten ohne Volksabstimmung an Jugoslawien abgetreten werden mußte, vergleichbar. Dort gibt es heute überhaupt keine Minderheitenrechte für die deutschsprachige Bevölkerung, die inzwischen weitgehend zwangsslowenisiert wurde.

Linkslinke Poster sollten nicht versuchen, die historische Wahrheit immer wieder zu verdrehen.

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