Viertes ÖSV-Ticket geht an Reichelt

11. Februar 2011, 17:18
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Super-G-Vizeweltmeister 0,18 Sekunden flinker als Puchner - Theaux Schnellster im zweiten Training - Walchhofer Fünfter

Garmisch-Partenkirchen - Zufrieden war Cheftrainer Mathias Berthold mit keinem seiner beiden "Qualifikanten". Dennoch setzte sich Hannes Reichelt im Kampf um den vierten und letzten Platz im ÖSV-Abfahrtsteam gegen Joachim Puchner durch. Michael Walchhofer, Klaus Kröll und Romed Baumann standen schon zuvor als Fixstarter fest. 

"Wir haben lange hin und her diskutiert, wer der vierte Mann ist. Richtig gut präsentiert haben sich beide nicht, aber unterm Strich war Hannes in beiden Trainings schneller" erklärte Berthold angesichts der Trainigsplatzierungen 18 (+1,85) und 19 (+2,03) von Reichelt und Puchner. Während Puchner als Argument für eine Nominierung einen vierten Platz in der letzten Abfahrt von Chamonix vorweisen konnte, sprachen für Reichelt die aktuelle Hochform und WM-Silber im Super-G.

Zufrieden war der "Auserwählte" mit seiner Leistung im Training allerdings nicht. "Ich wollte es klarer entscheiden. Fürs Rennen muss ich ein ordentliches Schäuferl nachlegen", sparte der 30-Jährige nicht mit Selbstkritik. Für das Rennen lautet seine klare Zielsetzung: Im Ziel abschwingen und sagen zu können "ich habe eine geile Fahrt hingelegt. Ich vertrete Österreich und werde mein Bestes geben", versprach der Super-G-Vizeweltmeister. 

Puchner haderte bei seinem Lauf vor allem mit dem oberen Streckenabschnitt: "Da habe ich zu viel Zeit liegen zu lassen." Insgesamt präsentierte sich die Strecke deutlich entschärfter als noch beim ersten Abfahrtstraining am Donnerstag. Hauptverantwortlich dafür zeigte sich das Warmwetter in Garmisch-Patenkirchen.

Leidtragender der neuen Bedingungen könnte Super-G Weltmeister Christof Innerhofer sein. Am Mittwoch hatte der Südtiroler auf pickelharter, schlagiger Piste Super-G-Gold gewonnen, am Donnerstag war er Trainingsbestzeit gefahren. "Die Verhältnisse sind jetzt komplett anders, ich habe bei weitem nicht mehr so ein gutes Gefühl. Hoffentlich kommen über Nacht die Eismänner", meinte Innerhofer.

Mit dieser Hoffnung dürfte der Italiener allerdings auf wenig Zustimmung stoßen. Insbesondere die ÖSV-Asse konnten sich mit den neuen Bedingungen anfreunden. So erklärte Michael Walchhofer, es habe deutlich mehr Spaß gemacht und auch Romed Baumann ließ sich vom weicheren Untergrund begeistern: "Das ist um einiges feiner und angenehmer. Durch die warmen Temperaturen gehen jetzt die Schläge nicht mehr durch die Knochen." Erleichterung war auch bei Klaus Kröll deutlich zu bemerken: "Das Gefühl ist um Ecken besser. Ich denke, dass ich zu den Favoriten gehöre."

Schnellster im Freitags-Training war Adrien Theaux. Der Franzose verwies den Schweizer Didier Cuche (+0,07 Sekunden) und den Norweger Aksel Lund Svindal (0,10) auf die Plätze zwei und drei. Michael Walchhofer belegte Rang fünf (+0,39), Klaus Kröll Rang 14 (+1,44). (APA,red.)

Ergebnisse vom zweiten Abfahrts-Training der alpinen Ski-Herren bei der WM in Garmisch-Partenkirchen am Freitag:

1. Adrien Theaux (FRA) 2:01,31 Minuten - 2. Didier Cuche (SUI) 0,07 zurück - 3. Aksel Lund Svindal (NOR) 0,10 - 4. Erik Guay (CAN) 0,28 - 5. Michael Walchhofer (AUT) 0,39 - 6. Andrej Jerman (SLO) 0,57 - 7. Ondrej Bank (CZE) 0,84 - 8. Travis Ganong (USA) 0,89 - 9. Beat Feuz (SUI) 0,99 - 10. Silvan Zurbriggen (SUI) 1,03 - 11. Romed Baumann (AUT) 1,12. Weiter: 14. Klaus Kröll (AUT) 1,33 - 18. Hannes Reichelt (AUT) 1,85 - 19. Joachim Puchner (AUT) 2,03 - 22. Björn Sieber (AUT) 2,09 - 30. Christof Innerhofer (ITA) 2,99. Nicht am Start: Benjamin Raich (AUT)

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