Der Tod kommt hochprozentig

11. Februar 2011, 15:33
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2,5 Millionen Menschen sterben jährlich durch Alkohol - das sind mehr als durch Aids oder Tuberkulose sterben

Genf - Alkohol tötet weltweit jährlich rund 2,5 Millionen Menschen. Das sind vier Prozent aller Todesfälle, mehr als durch AIDS, Tuberkulose oder Gewalt verursacht werden. Die meisten der 2,5 Millionen Menschen sterben durch alkoholbedingte Unfälle, viele aber auch an Krebs, Herzkreislauf-Erkrankungen oder Leberzirrhose. Das geht aus dem jüngsten Report zu Alkohol und Gesundheit hervor, den die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf veröffentlichte.

Steigendes Einkommen und exzessiver Konsum

Schuld daran sei laut WHO ein steigendes Einkommen in bevölkerungsreichen Ländern Afrikas und Asiens - etwa Indien oder Südafrika. In westlichen Ländern sei häufig exzessiver Alkoholkonsum, das so genannte "Binge Drinking", die Ursache für alkoholbedingte Unfälle und langfristige gesundheitliche Folgen.

Rund elf Prozent der Alkoholkonsumenten trinken mindestens einmal wöchentlich exzessiv, Männer vier mal häufiger als Frauen. Der gesundheitsschädliche Umgang mit Alkohol sei laut Report besonders für jüngere Altersgruppen fatal. Ebenso für 15 bis 59-jährigen Männer - in dieser Altersgruppe stellt Alkohol den führenden Risikofaktor aller Sterbefälle dar. Unter den Todesopfern sind 320.000 Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren. Damit ist Alkohol Ursache für neun Prozent der Todesfälle in dieser Altersgruppe.

Regelmäßig und moderat

In den meisten europäischen Ländern sei der Pro-Kopf-Verbrauch an Alkohol zwar hoch, exzessiver Konsum spiele dafür eine untergeordnete Rolle. Es werde zwar regelmäßig, dafür in moderaten Mengen getrunken. Dies könne durchaus auch Vorteile für die Gesundheit haben und sich etwa positiv auf Gefäße und Schlaganfall-Risiko auswirken, so die WHO. "Die positiven Effekte auf die Gesundheit werden durch gelegentliche Trinkgelage allerdings zu Nichte gemacht", wurde im Report betont. Laut WHO sei Alkohol ein Risikofaktor für 60 verschiedene Krankheiten und Verletzungen, darunter Leberzirrhose, Epilepsie, Vergiftungen, Verkehrsunfälle, Gewalttätigkeit und verschiedene Krebsarten.

Es müsse viel mehr gegen den gefährlich hohen Alkoholkonsum getan werden, mahnte die WHO. Ansätze dafür seien die Kontrolle von Altersgrenzen für den Kauf und Konsum von Alkohol und Erhöhungen der Alkoholsteuern. (red/APA)

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    Männer greifen vier Mal häufiger exzessiv zu Alkohol als Frauen.

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