"Obama hat 2009 die Chance zum Umsturz nicht genutzt"

11. Februar 2011, 16:15
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    foto: flon

    Saeed Ghasseminejad: "Es wird nicht lange dauern, bis es zum nächsten Aufstand kommt."

32 Jahre nach der Revolution im Iran: Exiliraner Ghasseminejad erwartet neue Unruhen - derStandard.at-Interview

Lang werde es nicht mehr dauern, bis es im Iran zu neuen Unruhen kommt, meint Saeed Ghasseminejad. Der 28-jährige Iraner, der seit Ende 2008 in Paris lebt, war am Donnerstag Abend zu einem Vortrag über "die Zukunft der iranischen Freiheitsbewegung" in Wien. Davor traf er sich mit derStandard.at in einem Mariahilfer Kaffeehaus, um über Parallelen und Unterschiede zwischen dem Aufstand in seiner Heimat 2009 - den er aus der Ferne erlebt hat - und den aktuellen Unruhen in Ägypten zu sprechen.

***

derStandard.at: Ende letzten Jahres haben Sie zusammen mit anderen Aktivisten einen Brief an US-Präsident Barack Obama geschickt. Sie baten ihn, sich für inhaftierte Studierende im Iran einzusetzen. Hat Obama geantwortet?

Saeed Ghasseminejad: Natürlich nicht. Aber das habe ich auch nicht erwartet. Wir wollten ihm aber sagen, dass er einen Fehler gemacht hat, als er mit dem Regime über die Atomfrage verhandelt hat, als die Menschen auf den Straßen waren und gegen die Regierung protestiert haben. Das Regime hat Obama ausgetrickst. Wir wollen ihm sagen, dass es noch nicht zu spät ist, die iranische Freiheitsbewegung zu unterstützen.

derStandard.at: Auch heute gibt es Kritik an der US-Regierung, dass sie die aktuellen Proteste in Ägypten nicht genug unterstütze. Sehen Sie Parallelen?

Ghasseminejad: Im Vergleich zur iranischen Opposition ist Obamas Unterstützung der ägyptischen Demonstranten recht stark. Was ich aber interessant finde ist, dass die USA ihren wichtigsten Verbündeten in der Region, Mubarak, in dem Moment fallen gelassen haben, als er schwach war. Und als der Moment da war, an dem der wichtigste Feind der USA in der Region, das iranische Regime, hätte gestürzt werden können, hat Obama diese Chance nicht genutzt.

derStandard.at: Die Aufstände in Tunesien und in Ägypten kommen weitgehend ohne klare Führungsfigur aus. Ist das ein Vorteil oder ein Nachteil gegenüber der iranischen Opposition rund um Mir Hussein Moussavi und Mehdi Karoubi?

Ghasseminejad: Ich glaube eher ein Vorteil. Ich respektiere Moussavi und Karoubi zwar, glaube aber nicht, dass sie ihre Arbeit gut gemacht haben. Sie waren lange Zeit Teil des Regimes, sie konnten nicht so sprechen, wie es damals notwendig gewesen wäre, als Millionen auf der Straße waren und das Regime hätte gestürzt werden können. Eines der Charakteristika der Islamischen Republik ist, dass sie sich ihre Gegner selbst aufbaut. Und wenn diese Gegner die Chance haben, das Regime zu beseitigen, tun sie das nicht. Aber es wird nicht lange dauern, bis es zum nächsten Aufstand kommt.

derStandard.at: Wie begründet ist die Angst mancher Stimmen im Westen vor einem islamischen Gottesstaat in Ägypten nach Mubarak?

Ghasseminejad: Ich halte diese Angst schon für legitim. Eine Studie des Pew Research Center ergab, dass mehr als 80 Prozent der Ägypter Steinigungen als legitime Strafen für Ehebrecher betrachten. Also ich verstehe diese Angst durchaus. Zudem die Muslimbruderschaft die bestorganisierte Gruppe der Opposition ist. Aber ich glaube, dass die Ägypter diese Angelegenheit gut regeln werden. Mubarak hat sich klug verhalten, als er nach außen hin nicht auf Obama gehört hat. Das war sein letztes Zugeständnis dem Westen gegenüber. Wäre er zu Beginn des Aufstandes gleich gegangen, wäre die Situation viel gefährlicher als sie es jetzt ist. Wenn alle Gruppen, inklusive der Armee zusammenarbeiten, kann eine echte, demokratische Revolution stattfinden. (flon/derStandard.at, 11.2.2011)

Zur Person:

Saeed Ghasseminejad (28) studiert derzeit in Paris Finanzwirtschaft und ist Vorsitzender der Liberalen Studenten des Iran, "eines Thinktanks zur Verbreitung liberaler Ideen unter iranischen Studenten." 2008 wurde er während einer Studentendemonstration in Teheran verhaftet und zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Am Donnerstag sprach er im Wiener Museumsquartier auf Einladung des Bündnisses Stop the Bomb, das sich gegen das iranische Atomprogramm und europäische Wirtschaftsbeziehungen mit dem Teheraner Regime einsetzt.

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farsad kambiz
03
13.2.2011, 10:41
also nochmal:

für alle die bisher das nicht glauben.
wahlen im iran waren gefälscht und eine menge menschen sind bei den demos gegen den wahlausgang verhaftet, im gefägnissen vergewaltigt oder umgebracht worden.
das sind fakten und sollen langsam allen bekannt sein!

Horst Holzinger
11
13.2.2011, 01:03
Der grosse Unterschied zwischen Ägypten und Iran:

Ob einen das iranische Regime gefällt oder nicht, mir gefällt es übrigens nicht, aber im Iran regieren Iraner.

Wer die Berichterstattung über Ägypten sich ansieht und die Rolle der USA mit ihrer Militärhilfe, der weiss welch grossen Einfluss bestimmte ausländische Staaten auf das ägyptische Regime hatten.

Es gibt einen guten Artikel von telepolis zum "ägyptisch-amerikanischen "Militär-Industrie-Komplex"
http://www.heise.de/tp/r4/art... 185/1.html

kindamund
00
20.2.2011, 06:28
sie sagen also im iran herrschen wenigstens die iraner?

mal angenommen, die von ihnen beschwoerene volkssouverinitaet waere als politische leitidee nicht selbst aeusserst schwierig und wuerde sowas wie ein legitimes, "gutes" politisches system begruenden koennen - dann gibt es trotzdem keinen grund von jener "volkssouveraenitat" im iran auszugehen. sie vermengen hier ganz einfach politische muendigkeit mit voelkischem schicksal mein bester. aber da spricht halt der zeitgeist. ihr argument laueft darauf hinaus, das mord, gewalt, folter etc. eher ok sind, solange er nur schoen innerhalb der eigenen volksgruppe passiert. danke vielmas - nein!
(wenn sie schon iformieren wollen, dann argumtentieren sie nicht so plump - das schadet)

insertnamehere
 
00
15.2.2011, 00:21
Gratulation, dass Sie den Iran in einem Kommentar zu einem Artikel über den Iran zumindest in einem Übrigens-Satz unterbringen.

Sie steigern sich ja.

trestigres
 
10
14.2.2011, 12:54
durchsichtiger Relativierungsversuch... Mit politischen Scheinprozessen und Hinrichtungsurteilen versuchen die herrschenden Autokraten im Iran jede Opposition Mundtod zu machen.

Nach der Präsidentschaftswahl, als Moussavi und Karroubi der Regierung Wahlfälschung zugunsten Mahmoud Ahmadinejads vorwarfen, kam es in Iran zu Massendemonstrationen, bei denen Millionen Menschen friedlich eine Neuauszählung der Stimmen forderten. Die Islamische Republik schlug die Proteste mit systematischer Gewalt nieder und beschuldigte die reformorientierte Opposition, den Sturz des Regimes anzustreben. Sie verbreiten hier nur die Propaganda der Theokratie, die billig versucht die Ereignisse in Ägypten ideologisch für sich selbst zu nutzen - und gleichzeitig jede oppositionelle Bewegung im eigenen Land brutal unterdrückt.

farsad kambiz
03
13.2.2011, 10:34
"im Iran regieren Iraner"

ja das stimmt, aber kim jong auch ein koreaner.
das ändert nichts dran dass es im iran eine militärdiktatur mit gefälschte wahlen und politische häftlinge gibt.
und eben KEINE DEMOKRATIE wie viele hier im forum glauben.

miss chicken
314
12.2.2011, 17:53
so lange die iranische Opposition

nur solche Schnösel zu bieten hat, werden sie einen Ahmedinedschad nicht ernsthaft herausfordern können.

Hinguckerl
00
13.2.2011, 19:01

Entschuldigung, wen meinen Sie mit Schnösel? Und sind Sie tatsächlich eine Befürworterin des Regimes im Iran?

Goran Markovic
82
12.2.2011, 16:23

Obama und Israel brauchen einen gemeinsamen Feind in der Region...

Wehe den, die Moslems in der Region werden sich einig und machen gemeinsame friedliche Politik gegen die beiden Blutsaugerstaaten.

Könnte sein, das die Menschen für Ihre Arbeit so entlohnt werden wollen wie im Westen, das würde dem Westen aber garnicht schmecken, den die Resourcen dieser Welt würden sich schlagartig fairer verteilen, so das man sich im Westen dann nicht mehr 7x in der Woche McDonalds leisten könnte....

Aber so hat man seine Marrionetten an der Macht in Saudi Arabien und den Vereinigten arabischen Emiraten, im Iran den gemeinsamen Feind, und das Volk von Tunesien bis hin zu Pakistan leidet Hunger.

western cutie
05
12.2.2011, 14:04
obama soll ihm wohl auch die schuhe zubinden?

di

Martin Schott
33
12.2.2011, 12:43
Iran-Seminar der Wirtschaftskammer

Österreichische Unternehmen sind weiterhin dick im Iran-Geschäft. Am kommenden Dienstag gibt es eine Protestaktion gegen das Iran-Seminar der Wirtschaftskammer, das im Hotel Ananas in der Rechten Wienzeile abgehalten wird. Infos unter http://at.stopthebomb.net/

Hinguckerl
01
13.2.2011, 19:07

Versteh ich nicht: Ist es nicht besser, "dick" im Geschäft zu sein, als gar nicht präsent? Das heißt doch noch lange nicht, dass die Geschäftleute das gegenwärtige Regime gutheißen, sondern nur, dass die Geschäfte zwischen Geschäftspartnern gut laufen. Und es heißt demnach auch nicht, daß die Geschäfte mit einem anderen Regime nicht ebenso gut laufen könnten? Man sollte die Wirtschaft nicht immer so dämonisieren, schließlich leben die Menschen auf beiden Seiten von ihr. Von politischer Seite hingegen wäre eine eindeutige Haltung durchaus wünschenswert. Wenn dann die Iranis die Geschäftsbeziehungen kappen, dann sind sie selbst schuld für die Folgen.

tropisch
00
13.2.2011, 01:34

ich mach eine gegendemonstration.

western cutie
00
13.2.2011, 19:33
tu das

vielleicht findest du ja noch andere patienten, die dir gesellschaft leisten...

xx Hour1
43
12.2.2011, 16:24

Ich weiß nicht wie oft Sie hier in Standardforum für protest aktionen gegen irgendwas bezüglich Iran aufgerufen haben

sicher über Hundertmal.

hat jemand überhaupt daran teilgenommen ?
Medien berichten nichts.
Israel botschafter schickt am des Protestes einpaar protest E-mails, sie landen bei spam-filter.

farsad kambiz
00
13.2.2011, 09:57
mom. isralische botschaft schickt ihnen emails ?

d.h sie arbeiten auch bei der botschaft? ist das ein schuldbekenntnis ???

western cutie
00
13.2.2011, 13:41
pardon

habe ihr postings vermutlich falsch interpretiert

ayatollahx
00
13.2.2011, 10:46
selbst

Der Ahmadinejad erhält E-mails von Israels Regierung. Das wird die Geschichte zeigen.

western cutie
00
13.2.2011, 10:13

welcher schuld macht man sich strafbar wenn man bei einer botschaft arbeitet?

ranjoo
811
12.2.2011, 11:52
Weg mit den iranischen Mullah-Faschisten!!!

Mir wird schlecht, wenn ich mir diese dummen Kommentare im Forum ansehe. Anstatt den Terror der Mullah-Faschisten zu attackieren, werden Regime-Kritiker und Exil-Iraner kritisiert. Warum kritisiert ihr rechten Idioten nicht die Massenvergewaltigungen von jungen männlichen Regimekritikern in iranischen Gefängnissen oder, das neueste, die Mullah-Faschisten lassen von Regimegegnern im Gefängnis Organe entnehmen und vekaufen, die in den Westen und machen gutes Geld damit.

Weg mit den Mullah-Faschisten, Neda wir werden dich nie vergessen. Free Iran, NOW

farsad kambiz
22
13.2.2011, 10:36
ja sie haben recht.

nur leider werden diese idioten nichts zu erwidern haben. sie schweigen bestenfalls bloss zu ihrem posting oder verteile rote strich. ich bin ihrer meinung!

Viper001
51
12.2.2011, 15:24
Sie haben schon Recht...

sind allerdings nicht nur rechte Idioten hier im Forum sonder auch linke..

also rinks und lechts sozusagen..

Mirko Czentovic
118
12.2.2011, 11:50
Für alle, die nach wie vor an Wahlfälschung glauben

http://irananders.de/nc/analys... eisen.html

ayatollahx
00
13.2.2011, 10:57

Wenn ein Regime Wahlen nicht fälscht, dann hat es auch nicht notwendig, dutzende Protestierenden auf offenen Straßen zu erschießen.
Wenn ein Regime friedliche Demonstranten erschießt, so hat dieses als oberstes Ziel, an der Macht zu bleiben und so eine Einstellung rechtfertigt auch Wahlfälschung.

farsad kambiz
02
13.2.2011, 10:38
sagen sie mal:

wer vertriebt diese website? wer steckt wirklich dahinter?
das ist alles verleumdung. iranische wahlen waren gefälscht

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