Erstmals Lokal wegen Missachtung geschlossen

11. Februar 2011, 13:44
160 Postings

Madrid - Knapp sechs Wochen nach der Einführung eines strengen Rauchverbots in Spanien ist erstmals ein Lokal wegen Missachtung des neuen Gesetzes geschlossen worden. Es handele sich um ein Restaurant im Badeort Marbella an der südspanischen Costa del Sol, teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Besitzer Jose Eugenio Arias Camison hat sich von Anfang an mit markigen Worten geweigert, die Neuregelung anzuwenden und ist dadurch im Land zu einer Medienberühmtheit geworden.

Als die Polizei am späten Donnerstagabend im Blitzlichtgewitter der Presse erschien, um sein Lokal zu schließen, empfing er die Beamten herausfordernd mit einer Zigarre in der Hand. "So etwas gab es noch nicht einmal während der Franco-Herrschaft", empörte sich der Gastwirt, der die jetzige Regierung als "diktatorisch, marxistisch und terroristisch" beschimpfte. Er werde anderswo ein neues Restaurant eröffnen und ebenfalls das Rauchen erlauben, sagte Camison, der überdies mit einer Geldstrafe von 145.000 Euro belegt wurde.

Seit 2. Jänner generelles Rauchverbot

In Spanien gilt seit dem 2. Jänner ein generelles Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Auch in Gasthäusern, Restaurants und Diskotheken ist der Tabakkonsum verboten. Raucherzimmer sind nicht zugelassen. In der Umgebung von Krankenhäusern, Spielplätzen oder Schulen darf ebenfalls nicht gequalmt werden. (APA)

Share if you care.