Madrid - Knapp sechs Wochen nach der Einführung eines
strengen Rauchverbots in Spanien ist erstmals ein Lokal wegen
Missachtung des neuen Gesetzes geschlossen worden. Es handele sich um
ein Restaurant im Badeort Marbella an der südspanischen Costa del
Sol, teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Besitzer Jose
Eugenio Arias Camison hat sich von Anfang an mit markigen Worten
geweigert, die Neuregelung anzuwenden und ist dadurch im Land zu
einer Medienberühmtheit geworden.
Als die Polizei am späten Donnerstagabend im Blitzlichtgewitter
der Presse erschien, um sein Lokal zu schließen, empfing er die
Beamten herausfordernd mit einer Zigarre in der Hand. "So etwas gab
es noch nicht einmal während der Franco-Herrschaft", empörte sich der
Gastwirt, der die jetzige Regierung als "diktatorisch, marxistisch
und terroristisch" beschimpfte. Er werde anderswo ein neues
Restaurant eröffnen und ebenfalls das Rauchen erlauben, sagte
Camison, der überdies mit einer Geldstrafe von 145.000 Euro belegt
wurde.
Seit 2. Jänner generelles Rauchverbot
In Spanien gilt seit dem 2. Jänner ein generelles Rauchverbot
in
allen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Auch in Gasthäusern,
Restaurants und Diskotheken ist der Tabakkonsum verboten.
Raucherzimmer sind nicht zugelassen. In der Umgebung von
Krankenhäusern, Spielplätzen oder Schulen darf ebenfalls nicht
gequalmt werden. (APA)