A-Tec sucht Investoren und Kovats-Ersatz

11. Februar 2011, 18:18
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Die Aktionäre haben den Sanierungsplan akzeptiert. Nun müssen Investoren gefunden werden

Auf dem Weg zur Sanierung hat Mirko Kovats' insolventer Mischkonzern A-Tec eine weitere Hürde genommen. Die Aktionäre haben den Sanierungsplan akzeptiert. Nun müssen Investoren gefunden werden.

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Wien - Die Aktionäre von Mirko Kovats' insolventem Mischkonzern A-Tec Industries haben den Ende Dezember von der Gläubigerversammlung unter Auflagen akzeptierten Sanierungsplan am Freitag gutgeheißen. Entgegen anderslautenden Ankündigungen bleibt Vorstandschef Mirko Kovats vorerst an der Spitze der Gesellschaft. In den Aufsichtsrat gewählt wurden in der außertourlichen Hauptversammlung, wie angekündigt, der frühere Voest-Chef Franz Struzl (zuletzt für Böhler in Brasilien) und Ex-Finanzstaatssekretär Alfred Finz (ÖVP).

Nicht erspart blieben Kovats kritische Fragen der Aktionäre. Anlegerschützer Wilhelm Rasinger kritisierte die Neuwahlen in den Aufsichtsrat, "während gleichzeitig die operative Führung das eigentliche Problem ist. Diese hat versagt." Warum Firmengründer Kovats nicht ersetzt werde? Antwort von Aufsichtsratschef Franz Dobretsberger: Man habe gesucht, aber niemand geeigneten gefunden, auch die Gläubiger hätten die Frage als nicht vorrangig angesehen: "Sie halten die Chancen für die Erfüllung der Quote mit Dr. Kovats für besser."

Investoren-Suche

Kovats soll bis Ende Juni einen Investor für den um seine größte Division, die Anlagenbausparte AE&E, amputierten Konzern finden. Er unterliegt dabei der Kontrolle des Sanierungsverwalters Matthias Schmidt, der als Treuhänder für das Vermögen agiert. Kovats erklärte am Freitag, zahlreiche Investoren seien an einem Einstieg in die Rest-A-Tec interessiert, was von einer Aktionärin als "Realitätsverweigerung" bezeichnet wurde.

Kritisiert wurde auch der abrupte Verkauf der deutschen Werkzeugmaschinenfirma Dörries Scharmann. Kovats räumte ein, dass es sich dabei um einen "Hau-ruck-Verkauf" gehandelt habe, weigerte sich aber, näher darauf einzugehen. Dobretsberger sagte, diese Haltung habe rechtliche Gründe. Kovats erklärte, es werde bis zur Jahresmitte keine größeren A-Tec-Verkäufe mehr geben.

IVA-Chef Rasinger verlangte Auskunft betreffend eine Forderung in Höhe von 4,8 Millionen Euro, die das insolvente Unternehmen gegen eine Tochter einer Kovats-Privatstiftung hat und die bis Jahresende fällig wird. Mit dem von der Firma der Stiftung eingeräumten Kredit sind laut Kovats u. a. Aktien um sechs Euro pro Stück gekauft worden. Der neue A-Tec-Finanzchef, Franz Fehringer, wertete diese Forderung in der HV als aktuell einbringlich.

Auch Thema: die Verluste, die A-Tec durch drei Konzernflugzeuge entstanden sind. In diesem Zusammenhang hatte A-Tec 2008 und 2009 bereits 20 Mio. Euro abgeschrieben.

Quote von 47 Prozent

Der Sanierungsplan sieht für die Gläubiger eine 47-prozentige Quote, zahlbar binnen zwei Jahren, vor. Er setzt den Verkauf der Rest-A-Tec an einen einzigen Investor voraus. Welche Summe dieser aufbringen muss, um die Quote bestreiten zu können, sei derzeit nicht beantwortbar, sagte Kovats. Die Aktionäre können vom Sanierungsplan nur indirekt profitieren und hoffen, dass sich der Kurs des Papiers (derzeit 2,60 Euro) erholt. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12./13.2.2011)

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    Die A-Tec-Aktionäre können vom Sanierungsplan nur indirekt profitieren und hoffen, dass sich der Kurs des Papiers erholt.

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