Österreichische Radio-Posse um Lady Gaga-Premiere

11. Februar 2011, 13:11
1 Posting

Song tauchte vorher im Internet auf

Die weltweite Premiere der neuen Lady Gaga-Single "Born This Way" ist - generalstabsmäßig geplant - heute, Freitag, um 12 Uhr (MEZ) über die Bühne gegangen. Der Song durfte um diese Zeit erstmals im Radio gespielt werden. Mit Ausnahme von Österreich, behaupten mehrere Privatsender: Hierzulande hatte Universal Music in Sachen Lady Gaga einen Exklusivdeal mit Ö3 abgeschlossen, was die private Konkurrenz zu Protesten veranlasste. Um Punkt zwölf hätte der Song in Österreich nur auf Ö3 laufen dürfen, die Privaten wären später dran gewesen. Letzten Endes fand die "Weltpremiere" aber wie so oft ohnehin im Internet statt: Denn abseits aller Sperrfristen fand der Song den Weg auf mehrere Online-Portale.

"Spielverbot"

Die Privatsender "Radio Energy", "Hit FM", "Welle 1", mehrere "Antenne"-Radios und "Liferadio Tirol" protestierten am Vormittag gegen ein "Spielverbot" des Songs, der ja immerhin zur selben Zeit international laufe. Während der öffentlich-rechtliche Rundfunk an der weltweiten Premiere um 12 Uhr teilnehmen dürfe, würden die österreichischen Privaten den neuen Song von Universal Music später zugestellt bekommen, kritisierten diese. Aus Protest kündigten die Sender aber gemeinsam an, "Born this Way" doch schon um 12 Uhr zu spielen.

Bei Universal Music gab man sich auf APA-Anfrage zerknirscht, wiewohl dies weniger auf den Privatsender-Protest zurückzuführen gewesen sein dürfte: "Die Sperrfrist gilt ohnehin nicht mehr", erklärte eine Pressemitarbeiterin am Vormittag. "Der Song wurde in den USA 'geleakt'." Dort war er nämlich schon Stunden vor der konzertierten Aufregung ins Internet gestellt worden und feierte seine Premiere auf diversen Portalen, unter anderem auf der Gossip-Seite des reichweitenstarken Society-Bloggers http://perezhilton.com.

"Selbstverständlich haben wir den Anspruch, eine Nummer Eins-Position einzunehmen"

Für Ö3 ist die Aufregung jedenfalls unverständlich: "Selbstverständlich haben wir den Anspruch, eine Nummer Eins-Position einzunehmen", sagte Senderchef Georg Spatt zur APA. Exklusive Kooperationen mit einzelnen Radiosendern seien eine "langgeübte Praxis in den unterschiedlichsten Ausformungen", meinte er. "Wir haben uns über das Angebot gefreut." Aufgrund der Konkurrenz aus dem Internet sei dies in den vergangenen Jahren sogar eher rückläufig. Die im Internet gebrochene Sperrfrist hielt Ö3 jedenfalls ein: "Wir sehen das sehr entspannt", versicherte Spatt. (APA)

Der WebStandard auf Facebook

Share if you care.