Schlaganfallvorbeugung bei Vorhofflimmern

11. Februar 2011, 12:41
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Studie zeigt: Aspirin spielt in Zukunft keine Rolle mehr

Essen - Weit mehr als die Hälfte der Patienten in Deutschland mit Vorhofflimmern nehmen Acetylsalicylsäure (Aspirin, Anm.) zur Vorbeugung eines Schlaganfalls. Das wird sich bald deutlich ändern: In einer Studie mit rund 5600 Patienten erwies sich der neue Blutgerinnungshemmer Apixaban im Vergleich zur etablierten Acetylsalicylsäure als deutlich überlegen. Mit Apixaban behandelte Patienten haben demnach ein um 55 Prozent vermindertes Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Die Studienergebnisse wurden im New England Journal of Medicine online veröffentlicht.

 Vorhofflimmern ist eine bei älteren Menschen häufig vorkommende Herzrhythmusstörung, bei der das Herz unregelmäßig schlägt. Durch den unregelmäßigen Herzschlag kann es zur Bildung von Blutgerinnseln im Herz kommen, die abreißen, ins Gehirn gelangen, dort Blutgefäße verstopfen können und schließlich zu einem Schlaganfall führen. Menschen mit Vorhofflimmern haben ein fünffach höheres Schlaganfallrisiko als Menschen ohne.

Alternativen zu Marcumar untersucht

Vor mehr als 50 Jahren wurde entdeckt, dass eine weitgehende Ausschaltung des Gerinnungssystems durch so genannte Vitamin K-Antagonisten - in Deutschland vorwiegend Marcumar - das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Vorhofflimmern um etwa 70 bis 80 Prozent senken kann. Allerdings lehnen fast die Hälfte aller Patienten, denen eine orale Antikoagulation mit Vitamin K-Antagonisten empfohlen wird, diese ab oder es bestehen Gegenanzeigen wie beispielsweise Schwierigkeiten, regelmäßige Kontrollen der Blutgerinnung durchzuführen.

In den letzten Jahren wurde eine ganze Reihe von neuen Substanzen entwickelt, welche ebenfalls zu einer Hemmung der Blutgerinnung führen aber die meisten Nachteile, die Vitamin K-Antagonisten haben, nicht aufweisen. Eine solche Substanz ist Apixaban.

Eine aktuelle Studie des Uniklinikums Essen zeigt nun die hohe Wirksamkeit von Apixaban für die Verhinderung von Schlaganfällen. In die Untersuchung wurden rund 5.600 Patienten mit Vorhofflimmern eingeschlossen, die entweder Marcumar nicht einnehmen wollten oder bei denen nach Ansicht des behandelnden Arztes Gegenanzeigen gegen Marcumar bestanden. Diese Patienten wurden zur einen Hälfte mit dem neuen Gerinnungshemmer Apixaban oder mit Aspirin behandelt. "Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da sich eine hoch signifikante Verminderung von Schlaganfällen in der Patientengruppe ergab, die mit Apixaban behandelt wurde", so Christoph Diener, Mitautor und Direktor der Essener Universitätsklinik für Neurologie in einer Aussendung. D

ie relative Risikominderung betrug 55 Prozent, die Zahl von Blutungskomplikationen war für beide Behandlungen gleich. "Wir hoffen nun, dass Apixaban und weitere Vertreter dieser neuen Generation von Blutgerinnungshemmern schnell in Europa für Patienten mit Vorhofflimmern zugelassen werden", betont Martin Grond von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. (red)

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