ATB weiß nichts von Kündigungen in Spielberg

11. Februar 2011, 11:54
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Auch Betriebsrat nichts von angeblichen Kündigungen bekannt - Unverständnis über mangelhafte Informationspolitik gegenüber Mitarbeitern

Wien/Graz - Die ATB Austria Antriebstechnik AG widerspricht Berichten, wonach sie die Produktion ihrer Industriemotoren deutlich verringern und ihr Motorenwerk im obersteirischen Spielberg verkleinern wird. "Wir haben nicht vor, Leute in Spielberg freizusetzen", sagte ATB-Vorstandschef Christian Schmidt am Donnerstagabend. Die erfolgversprechendste zukünftige Strategie ist nach Darstellung Schmidts das Gegenteil dessen, was als Bestandteil des A-Tec-Sanierungsplans kolportiert wird.

Laut einem Bericht im aktuellen "Format" soll die ATB künftig verstärkt kleine Elektromotoren für Haushaltsgeräte herstellen und die in Spielberg beheimatete Produktion von Industriemotoren heruntergefahren werden. Die ATB selbst erklärte in einer Pressemitteilung am Donnerstag, "Produktivitätssteigerungen" seien wegen gestiegener Rohstoffpreise nötig. Laut Schmidt bezieht sich diese Passage aber auf die "Optimierung von Fertigungsverfahren und Arbeitsabläufen". Man plane weder eine Schließung des Werks noch eine Verlagerung der Produktion.

Eine Forcierung der kleineren, standardisierten Antriebe, die an Standorten mit niedrigeren Kosten produziert werden, wäre ein Bruch mit der bisher erfolgten Strategie, die erste Früchte trage, argumentiert Schmidt. Man habe in den letzten Jahren die Produktion der kleinen Standardmotoren reduziert, weil man damit gegen chinesische Anbieter ohnedies kaum konkurrenzfähig sei. Auftragslage und Produktion in Spielberg und im deutschen Welzheim sind nach Darstellung von ATB zuletzt deutlich besser geworden.

Ein Verkauf der ATB durch die A-Tec stehe derzeit "nicht zur Diskussion", sagte Schmidt. "Es gilt das Veräußerungsverbot bis Mitte des Jahres." Er wisse von keinen Plänen, Kapital in die ATB einzuschießen. Auf die Frage, ob die ATB aktuell noch zahlungsfähig sei, sagte Schmidt: "Lassen sie es mich so beantworten: Wir können unser Geschäft machen."

Betriebsrat weiß auch von nichts

Dem Angestellten-Betriebsrat des obersteirischen Elektromotorenherstellers ATB in Spielberg ist ebenfalls nichts von angeblichen Kündigungen am Standort bekannt, über die am Donnerstag in Medien spekuliert wurde. Allerdings wurde vonseiten der Arbeitnehmervertreter zum wiederholten Male Kritik an der Informationspolitik im Unternehmen geübt. "Wir Beschäftigten erfahren Entwicklungen zumeist nur aus dem Medien", so Angestelltenbetriebsrat Helmuth Kosutnig am Freitag.

Die Betriebsräte hätten an die Unternehmensführung, namentlich Vorstandsvorsitzender Christian Schmidt, einen Brief geschrieben, um ihrer Beschwerde Ausdruck zu verleihen. Von Kündigungen sei ihm nichts bekannt, allerdings befinde er sich gerade auch im Ausland, so Kosutnik. Der Betriebsratsvorsitzende Michael Leitner war vorerst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

ATB-Vorstandsvorsitzender Schmidt hatte am Donnerstagabend gegenüber der APA erklärt: "Wir haben nicht vor, Leute in Spielberg freizusetzen". Die erfolgversprechendste zukünftige Strategie ist nach Darstellung Schmidts das Gegenteil dessen, was als Bestandteil des A-Tec-Sanierungsplans - zu dem die ATB gehört - kolportiert werde. (APA)

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