Gribkowskys Vermögen beschlagnahmt

11. Februar 2011, 11:04
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München/Wien - Gerhard Gribkowsky, ehemaliges Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesbank (BayernLB), ist nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sein Vermögen vorerst los. Mehr als 20 Millionen Euro betrug sein Vermögen, das er in einer Privatstiftung namens "Sonnenschein" in Österreich versteckt hatte. Das Geld ist nun gesperrt.

Der einstige BayernLB-Manager sitzt in Deutschland in Untersuchungshaft, weil er bei Geschäften der Landesbank mit der Rennserie Formel 1 bestochen worden sein soll. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Gribkowskys Vermögen größtenteils beschlagnahmt. Mit Hilfe der österreichischen Behörden sei es gelungen, das Vermögen im Wert von mehr als 20 Mio. Euro zu arrestieren, berichtete laut "SZ" Generalstaatsanwalt Christoph Strötz dem bayerischen Landtag in einer nichtöffentlichen Sitzung.

Von der Münchner Staatsanwaltschaft liegt dazu keine öffentliche Angabe vor. Das Rechtshilfeersuchen der Bayern langte bei der Salzburger Staatsanwaltschaft am 5. Jänner ein.

Die Münchner Parlamentarische Kontrollkommission für die BayernLB hatte die Ermittlungsbehörde um Auskunft über den Stand des Verfahrens gegen Gribkowsky gebeten; Strötz kam daraufhin in den Landtag und erstattete Bericht.

Österreicher kooperativ

Der Münchner Generalstaatsanwalt sagte, die österreichischen Behörden seien sehr kooperativ gewesen. Es sei gelungen, Gribkowskys Vermögen sehr schnell zu beschlagnahmen.

Über seine österreichische Privatstiftung hatte der ehemalige BayernLB-Vorstand vor allem in Immobilien in Berlin und in Wertpapiere investiert. Das Vermögen stammt, wie übereinstimmend berichtet wird, aus der Formel 1. Nachdem die BayernLB ihren früheren Anteil an der Rennserie verkauft hatte, waren über zwei Firmen auf Mauritius und in der Karibik 50 Mio. Dollar (36,8 Mio. Euro) an Gribkowsky geflossen. Das Geld hat der Manager dann, abzüglich eher moderater österreichischer Steuern, in seiner Stiftung angelegt. Die Münchner Staatsanwaltschaft vermutet, das sei Schmiergeld dafür gewesen, dass die Landesbank die Formel 1 zu billig verkauft habe.

Neben Bestechlichkeit werfen die Strafverfolger Gribkowsky auch noch Veruntreuung von Vermögen der BayernLB und Steuerhinterziehung in Deutschland vor. Generalstaatsanwalt Strötz teilte dem bayerischen Landtag außerdem mit, bei den Untersuchungen habe sich bisher "nichts Entlastendes" für Gribkowsky ergeben. Details über den Stand der Ermittlungen nannte er in der Sitzung nicht.

Am gestrigen Donnerstag hat in München der Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtages zum Fehlkauf der Hypo ALpe Adria durch die BayernLB im Jahr 2007 den Schlussbericht vorgelegt. Der Bericht kam zum Schluss, dass die einstigen Vorstände schuld an dem Fehlkauf sind, darunter damals auch Gribkowsky. Die Münchner Justiz ermittelt gegen die Ex-Vorstände in der Causa unter anderem wegen des Verdachts auf Untreue.

Toifl im Zentrum

Bei Errichtung und Führung von Gribkowskys Stiftung bzw. Stiftungstöchtern in Österreich spielte der österreichische Anwalt und Wirtschaftsprüfer Gerald Toifl eine zentrale Rolle. Die Münchner Justiz wirft ihm Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor. Laut "Focus" soll er aus Angst vor drohender Haft beschlossen haben, mit den Ermittlern zu kooperieren, und er habe der Staatsanwaltschaft brisante Erkenntnisse geliefert. Er soll Gribkowsky schwer belastet haben.

Toifl hatte die in Salzburg ansässige Stiftung "Sonnenschein" selber eingerichtet, und er ist Geschäftsführer von Stiftungstöchtern, darunter der der Stiftungsbeteiligung GREP GmbH, in der das Geld angelegt ist. Im Zusammenhang mit der Gribkowsky-Affäre ist Toifl bereits Anfang Jänner aus der Wirtschaftsprüfer- und Steuerkanzlei Leitner + Leitner ausgetreten." Mittlerweile hat Toifl auch seine Anwaltslizenz zurück gelegt. Die Rechtsanwaltskammer hat am Mittwochabend eine entsprechende "Format"-Information bestätigt. Davor hatte sich die Anwaltskanzlei Toifl Kerschbaum von ihrem Mitgründer getrennt, heißt es in dem Bericht. Ebenfalls aufgelöst worden sei kürzlich das Immobilienunternehmen Toifl Ott, das er gemeinsam mit einer Anwaltskollegin betrieben habe. (APA)

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