Auch Sarkozy erklärt Multikulturalismus für gescheitert

11. Februar 2011, 07:38
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"Wer nach Frankreich kommt muss in der nationalen Gesellschaft aufgehen"

Paris - Wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auch Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy den Multikulturalismus in Europa für gescheitert erklärt. "In allen Demokratien hat man sich zu sehr mit der Identität desjenigen beschäftigt, der zu uns kam, und nicht genug mit der Identität des Landes, das ihn aufgenommen hat", sagte Sarkozy am Donnerstagabend im französischen Fernsehsender TF1. "Wir wollen keine Gesellschaft, in der eine Gemeinschaft neben der anderen besteht."

Wer nach Frankreich komme, müsse "in einer einzigen Gesellschaft, der nationalen Gesellschaft" aufgehen, forderte der Präsident. "Wenn man das nicht akzeptiert, kommt man nicht nach Frankreich." Im Übrigen könne Frankreich nicht jeden aufnehmen, "sonst explodiert unser Immigrationssystem".

Die muslimischen Mitbürger müssten ganz normal leben und ihre Religion ausüben können wie etwa christliche oder jüdische Staatsbürger, sagte Sarkozy. Aber "wir sind ein laizistisches Land", Kirche und Staat seien getrennt. "Wir wollen nicht, dass auf demonstrative Weise auf der Straße gebetet wird." Frankreich wolle, dass Männer und Frauen gleichgestellt seien, dass auch kleine Mädchen zur Schule gehen dürften und dass Prediger nicht zu Gewalt aufriefen, betonte der Staatschef.

"Meine Antwort ist eindeutig", sagte Sarkozy auf die Frage, ob der Multikulturalismus gescheitert sei. "Ja, es ist ein Scheitern." Er sei in dieser Frage der gleichen Meinung wie Merkel und der britische Premierminister David Cameron. (APA/AFP)

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