Berliner Geschäftsmann entführte Vierjährige

11. Februar 2011, 18:20
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Kind blieb unverletzt - Nach Lösegeldzahlung freigelassen - Verdächtiger festgenommen

Potsdam - Ein Kidnapper in Deutschland hatte ein Kind etwa 13 Stunden in seiner Gewalt. Nach der Zahlung des geforderten Lösegeldes ließ er die Vierjährige am Donnerstagabend in Kleinmachnow bei Berlin wieder frei - und wurde selbst festgenommen.

Rund 400 Beamte hatten den Angaben zufolge in den vorangegangen Stunden dafür gekämpft, das Mädchen wohlbehalten zu seinen Eltern zurückzubringen. Wie Polizeisprecher Rudi Sonntag berichtete, wurde das Kind am Abend um 21.28 Uhr in der Nähe des Wohnortes wieder freigelassen. Unmittelbar danach wurde der mutmaßliche Täter von einer Spezialeinheit festgenommen. Sein Auto, ein roter Kleinwagen, wurde sichergestellt.

Zuvor hatte es in Fürstenwalde/Spree (Landkreis Oder-Spree) eine Übergabe von Lösegeld gegeben. Diese war am frühen Abend verabredet worden, als der Entführer telefonisch Kontakt zu der Familie des Kindes aufgenommen hatte. Die Höhe des Lösegeldes soll bei etwa 100.000 Euro gelegen haben. Die Eltern des Mädchens sind laut Polizei weder reich noch prominent.

Mutter mit Waffe bedroht

Ihr Haus befindet sich in einer der Neubausiedlungen der knapp 19.600 Einwohner zählenden Gemeinde. Das Drama hatte sich in der Früh ereignet: Das Auto der Familie parkte vor dem Einfamilienhaus, die 41-jährige Mutter verstaute einen Korb im Kofferraum - da stürmte der maskierte Mann auf das Grundstück und schnappte sich das Mädchen. Er bedrohte die Mutter mit einer Waffe. Dann forderte er sie auf, in das Wohnhaus zurück zu gehen und sich dort hinzulegen. Er gab an, dass das Kind entführt werde und er sich zu einem späteren Zeitpunkt bei ihr melden würde.

Bei dem Täter handelt es sich um einen verschuldeten Berliner Geschäftsmann. Der Geständige soll wegen erpresserischen Menschenraubs in Haft genommen werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der 44-Jährige, der selbst geschieden und Vater von drei Kindern ist, durch Zufall auf sein Opfer gestoßen. Er wollte mit dem Lösegeld nach eigenen Angaben seine Schulden begleichen.

Der Potsdamer Polizeipräsident Rainer Kann sagte, der mutmaßliche Täter sei wenige Tage vor der Tat nach Kleinmachnow gefahren, um besonders Wohlhabende auszuspionieren. Die Familie des Opfers sei wegen des teuren Autos und eines neuen Hauses in das Blickfeld des verschuldeten Selbstständigen geraten. Opfer und Täter kannten sich demnach nicht. Polizeioberrat Uwe Flemming sagte in Potsdam, beim Zugriff der Spezialeinheit seien im Auto sowohl die Tatwaffe als auch das Lösegeld gefunden worden. (APA)

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