Nato - nein, danke!

10. Februar 2011, 18:28
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Wer zum Nordatlantik-Pakt gehören will, dem wird diktiert, wie um- und aufzurüsten ist

 

Wer nur ein paar Angehörige des Bundesheeres kennt, der weiß, was in den Soldaten während jener wenigen Stunden vor sich ging, als sich an den Grenzen tatsächlich etwas abgespielt hat. Als die Warschauer-Pakt-Staaten 1968 den Prager Frühling niederschlugen, herrschte genauso Ratlosigkeit und Schrecken wie bei den Gefechten, als sich Slowenien 1991 von Jugoslawien lossagte. Und dieses Land soll mittlerweile reif für den Beitritt zum mächtigsten Militärbündnis sein?

Mitnichten. Wer zum Nordatlantik-Pakt gehören will, dem wird diktiert, wie um- und aufzurüsten ist. Da reichen sicher keine 0,72 Prozent der Wirtschaftsleistung und keine fünfzehn Eurofighter. Für den Ernstfall gilt es, sämtliche Waffensysteme gleichzuschalten. Was der Ernstfall ist, das verlautbart der Nato-Generalsekretär, der vor allem auf die USA und Großbritannien hört, beide keine kriegsscheuen Nationen. Wagt es ein größenwahnsinniger Diktator oder irgendeine Achse des Bösen, sich mit den Bündnispartnern anzulegen, tritt Artikel 5, die Beistandsklausel, in Kraft. Und da gibt es kein typisch österreichisches Zaudern und Zögern - man könnte es auch abwägen und debattieren nennen - mehr. Dann heißt es: mit vollem Einsatz gegen den Feind - und nein, es genügt nicht, Hubschrauber mit Verbandsmaterial zu den Kampftruppen zu schicken. Das Land hängt mittendrin - ein Land, das seit 1945 nicht die geringste Ahnung von "Operationen" hat, allenfalls etwas Erfahrung mit humanitären Einsätzen. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2011)

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