XXXLutz kooperiert mit Gewerkschaft

10. Februar 2011, 15:33
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GPA will Einhaltung der KV-Bestimmungen "auf Punkt und Beistrich"

Wien - Der Welser Möbelriese XXXLutz ist offenbar um Schadensbegrenzung bemüht und zeigt sich nach zahlreichen Mitarbeiterbeschwerden kooperationsbereit. Gestern, Mittwoch, traf sich die XXXLutz-Unternehmensführung mit der Gewerkschaft GPA-djp, um sämtliche im Raum stehende Vorwürfe zu besprechen. In regelmäßigen Abständen werde es weitere Gespräche geben, in denen Themen wie Arbeitsbedingungen, Erfassung und Vergütung von Arbeitszeiten, Arbeitsverträge und kollektivvertragliche Einstufungen diskutiert werden sollen. "Wir werden darauf achten, dass die KV-Bestimmungen in Zukunft auf Punkt und Beistrich eingehalten werden", sagte GPA-Vizechef Karl Proyer zur APA.

In Deutschland hat der Möbelhändler schon länger Troubles mit der Gewerkschaft, zuletzt hat Lutz dann auch in Österreich für Negativschlagzeilen gesorgt. Ehemalige Lutz-Mitarbeiterinnen berichteten von arbeitsrechtlichen Verstößen und Einschüchterungen. Überstunden oder Mehrstunden würden nicht oder nur teilweise abgegolten, Schulungen und Messen müssten außerhalb der Dienstzeit und unbezahlt besucht werden, Kilometergeld würde als Lohnerhöhung deklariert - ohne geleistete Kilometer -, Arbeitszeitkonten würden manipuliert, Dienstnehmer an anderen Tagen angemeldet als sie arbeiteten, zu viele "lange Samstage" müssten geleistet werden, lauteten die Vorwürfe. Die Handelskette hatte die Vorwürfe zurückgewiesen bzw. von Einzelfällen gesprochen.

Beschwerdereigen

Nach Bekanntwerden der Vorfälle in Salzburg setzte bei der Gewerkschaft ein regelrechter Beschwerdereigen ein. "Es gab wirklich sehr viele Beschwerden", erzählte Proyer. Der "Dialog" zwischen der Unternehmensspitze und der Gewerkschaft solle die Bedingungen der Mitarbeiter erheblich verbessern. "Man wird bereits in den kommenden Wochen eine Änderung bemerken", gab sich Proyer zuversichtlich. Das erste Gespräch bezeichnete der Gewerkschafter als "konstruktiv".

XXXLutz beschäftigt in Österreich rund 8.500 Mitarbeiter, hat aber keinen Betriebsrat. Auf die Frage, ob die Durchsetzung eines Betriebsrats auch auf der Agenda der Gewerkschaft steht, sagte Proyer: "Natürlich wäre es vernünftig, wenn es einen Betriebsrat geben würde, aber in erster Linie wollen wir jetzt einmal die Bedingungen der betroffenen Mitarbeiter verbessern." (APA)

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