16 Österreicher bei Brautsuche geprellt

10. Februar 2011, 15:22
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Russische Betrüger "warben" im Internet mit Foto einer Schauspielerin und entlockten Opfern mehr als 66.000 Euro

Über das Internet sind heiratswillige Österreicher vier russischen Betrügern zum Opfer gefallen. Bisher sind 16 Opfer bekannt, die um insgesamt 66.131 Euro geprellt wurden, berichtete die NÖ Sicherheitsdirektion am Donnerstag. Die Verdächtigen (21, 22, 27 und 29) wurden zwar identifiziert und angezeigt, dürften sich aber in ihrer Heimat befinden.

Die Russen gingen laut Polizei offenbar immer mit demselben Trick vor: Sie setzten sich auf diversen Web-Kontaktbörsen mit den Opfern in Verbindung, um ihnen mit einer fiktiven Liebesgeschichte Geld herauszulocken. Dabei sollen sie einen verfälschten pakistanischen Reisepass verwendet haben, in den sie ein Foto einer hübschen russischen Schauspielerin - die mit der Sache absolut nichts zu tun hat - einscannten. Nach dem ersten Kontakt versprachen sie den Geschädigten eine mögliche Heirat und forderten für die erste Zusammenkunft Bargeld für das Flugticket, Visum und Versicherungen. Nachdem die Opfer Bargeld überwiesen hatten, brach der Kontakt über die Plattform "Internet Love Scam" jedoch ab.

Die Polizeiinspektion Sollenau (Bezirk Wiener Neustadt) ermittelt seit Oktober 2010 in dem Fall. Nach ihren Erhebungen dürfte die Gruppe europaweit agieren, in Österreich gebe es - seit 2009 - Geschädigte in mehreren Bundesländern. Weitere Betroffene mögen sich an die Polizeiinspektion Sollenau unter Tel. 059133/3370 wenden.

Angezeigt wurden die Verdächtigen der Staatsanwaltschaft Innsbruck, weil in Tirol der erste Fall bekanntgeworden war. Ein internationaler Haftbefehl sei angeregt worden, hieß es seitens der Polizei Sollenau. (APA)

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