Hirnaktivität sagt Migräneattacke voraus

10. Februar 2011, 16:55
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Neue Studie - Die Aktivität von Nervenzellen im "Trigeminuskern" des Gehirns kündigt Migräneanfälle schon Tage vorher an

Früher dachte man, Migräne werde unter anderem durch Veränderung in den Blutgefäßen ausgelöst. Laut einer Presseaussendung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesllschaft (DMGK) belegt eine neue Studie, dass die veränderte Aktivität von Nervenzellen in einem bestimmten Teil des Gehirns (Trigeminus-System), das mit Gefühl und Schmerz im Gesicht und Kopf korreliert, Migräneanfälle sogar voraussagt.

Veränderung der Laune, Heißhunger, Gähnen

"Migräne ist ein wiederkehrender Zustand mit starken Aktivitätszyklen im Gehirn", meint Arne May, Präsident der DMKG und Leiter der Studie. Diese Zyklen seien durch die Erforschung des Gehirns mittels funktioneller Kernspintomographie nun erstmals beobachtbar geworden.

Das spiegelt sich auch sehr gut in der klinischen Erfahrung vieler Patienten: Der Migräneanfall kündigt sich zum Teil bereits Tage vorher an, zum Beispiel durch Veränderung der Laune, Heißhunger, Gähnen und andere Symptome.

"Hier sollten Patienten schon mit einer medikamentösen Therapie oder Alternativtherapien, wie zum Beispiel Progressiver Muskelentspannung, beginnen", erklärt May. Damit sei es möglich, die Stärke des tatsächlichen Migräneanfalls zu minimieren oder sogar zu verhindern.

Rosenöl und Ammoniak

Etwa elf von 100 Menschen leiden unter Migräne, die oft mit Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit einhergeht. In der Studie konnte gezeigt werden, dass die Hirnaktivitäten des trigeminalen Schmerzzentrums bei Migränepatienten stark mit dem Abstand der neuen Migräneattacke korrelierten. 20 Patienten mit Migräne und 20 Patienten ohne Migräne waren untersucht worden. Dabei setzten die Forscher wohlriechendes Rosenöl und stechendes Ammoniak ein, um die Nerven im Trigeminus-System, das im Gehirn Schmerz vermittelt, zu stimulieren.

Es zeigte sich, dass bei Patienten der Migräne-Gruppe, obwohl sie Kopfschmerz-frei waren, die Nervenzellen im Trigeminus-System weniger auf den Ammoniakgeruch reagierten als bei den gesunden Probanden. 

"Motor" für die Schmerzattacken

Allerdings steigerte sich die Nervenzellaktivität dramatisch, je näher eine Migräne-Attacke kam. In der eigentlichen Kopfschmerzattacke fiel dann die Aktivität in diesem Areal wieder ab. Das bedeutet, dass man erstmals den "Motor" für die Schmerzattacken darstellen kann, der auch erklärt, wann die Attacken beginnen und wieder enden, und warum die Migräne eine zyklische Erkrankung ist. (red)

Information:

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesllschaft (DMGK)

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    Etwa elf von 100 Menschen leiden unter Migräne, die oft mit Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit einhergeht.

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