48-Jähriger soll mit Stieftochter acht Kinder gezeugt haben

10. Februar 2011, 14:28
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Familienvater soll Stieftochter 13 Jahre lang missbraucht haben – Eines der Kinder ist bereits verstorben

Ein 48-jähriger Familienvater soll in Rheinland-Pfalz in Deutschland jahrelang seine Stieftochter sexuell missbraucht und mit ihr acht Kinder gezeugt haben. Der Mann muss sich ab kommenden Dienstag wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen vor dem Landgericht Koblenz verantworten.

Der Verdächtige soll in dem 750-Einwohner-Ort Fluterschen außerdem seine leibliche Tochter und seinen Stiefsohn missbraucht haben. Darüber hinaus zwang er laut Anklage Tochter und Stieftochter zur Prostitution. Demnach soll er die beiden Mädchen zu zwei Männern gebracht haben, die sexuelle Handlungen an ihnen vorgenommen und dafür bezahlt haben sollen.

Die Vorwürfe gegen den Familienvater erstrecken sich nach Angaben des Gerichts über den Zeitraum von Herbst 1987 bis Sommer 2010. Der Verdächtige sitzt seit August 2010 in U-Haft. Aus Rücksicht auf die Opfer habe man entschieden, zunächst nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, sagte ein Sprecher des Landgerichts

Die Mutter der Opfer soll laut Medienberichten beim Prozess als Zeugin aussagen. Die Anklage geht nicht von einer Mitschuld der Frau aus.

Vaterschaft "praktisch erwiesen"

Der Lkw-Fahrer schweigt einem Bericht der Rhein-Zeitung zufolge zu allen Vorwürfen. Nach Angaben des Gerichts liegt aber ein DNA-Gutachten vor. Darin kämen die Experten zu dem Schluss, dass die Vaterschaft von sieben Kindern mit 99,99 Prozent "praktisch erwiesen" sei. Das achte Kind sei bereits verstorben, fügte der Gerichtssprecher hinzu.

Nachbarn des Beschuldigten sagten der Rhein-Zeitung, sie hätten sich "oft gewundert über die vielen Kinder" im Haus des Mannes. "Vor allem, weil sie ihm so ähnlich sahen."

Der Fall erinnert an jenen von Amstetten in Niederösterreich. Dort hatte Josef F. seine Tochter in einem Wohnhaus 24 Jahre lang in einem Verlies gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt. Der Inzest-Fall war im April 2008 aufgeflogen. Josef F. wurde im März 2009 in St. Pölten zu lebenslanger Haft verurteilt. (dpa/spri, DER STANDARD, Printausgabe, 11.2.2011, ergänzt durch APA)

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