Britische Notenbank hält trotz Inflationsrisiken still

10. Februar 2011, 13:57
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London - Trotz der Inflationsgefahren in Großbritannien hält die Notenbank die Zinsen weiter niedrig. Die Bank of England (BoE) beließ am Donnerstag den Leitzins wie von Experten erwartet bei 0,5 Prozent. Damit ist der Schlüsselzins weiterhin nur halb so hoch wie im Euroraum. Wie der geldpolitische Ausschuss um BoE-Gouverneur Mervyn King weiter mitteilte, wird das Ankaufprogramm für Staatsanleihen nicht ausgeweitet. Analysten rechnen damit, dass die Zentralbank den Leitzins erst gegen Jahresende erhöhen wird. Am Markt wird jedoch ein früherer Zinsschritt für möglich gehalten.

Die BoE sieht sich mit kräftig steigenden Preisen konfrontiert: Die Teuerungsrate stieg im Dezember auf 3,7 Prozent und ist damit fast doppelt so hoch wie die Stabilitätsmarke der Zentralbank. Da angesichts steigenden Energie- und Nahrungsmittelpreise mit einem weiteren Anziehen der Inflation zu rechnen ist, dürfte der Handlungsdruck auf die BoE zunehmen.

Strikter Sparkurs

Die Notenbank muss jedoch auch die Risiken für die Konjunktur im Auge haben. Angesichts des harten Sparkurses von Premierminister David Cameron ist die wirtschaftliche Erholung kein Selbstläufer. Dem Rotstift könnten in den nächsten Jahren mehr als 300.000 Jobs zum Opfer fallen. Kings Stellvertreter Charles Bean hatte jüngst betont, die Notenbank werde trotz allem handeln müssen, wenn sich der Inflationsanstieg zu verstetigen drohe. Die Notenbank wird nächste Woche ihren Inflationsbericht vorlegen. Experten erhoffen sich davon Rückschlüsse darauf, wie die Zentralbank weiter vorgehen wird.

Zuletzt hatte es in dem Ausschuss sowohl die Forderung nach einer Zinserhöhung als auch nach einer Ausweitung des Bondankaufprogramms gegeben. King hatte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise damit begonnen, Staatstitel im Wert von 200 Mrd. Pfund (235 Mrd. Euro) zu erwerben, um damit die am Boden liegende Wirtschaft anzukurbeln. (APA/Reuters)

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