Auch Beschäftigte ohne Anspruch auf Pendlerpauschale sollten öffentliche Verkehrsmittel steuerbegünstigt nutzen können
Wien - Die Verkehrs-Gewerkschaft vida und die Grünen haben heute die Forderung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufgegriffen, wonach auch jene Beschäftigte Anrecht auf eine steuerbegünstigte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ("Jobticket") haben sollen, die kein Anrecht auf eine Pendlerpauschale haben.
"Das steuerbegünstigte Jobticket wurde im Rahmen des Budgets 2011 in einer Form eingeführt, die nur für einen kleinen Teil der Beschäftigten zugänglich ist. Die Einschränkung auf Pendlerpauschale-Bezieher stellt gerade die, die näher zum Arbeitsplatz wohnen, schlechter. Das ist ökologisch völlig verkehrt", betonte am Donnerstag Gabriela Moser, Verkehrssprecherin der Grünen. Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) müsse das derzeit "programmierte Scheitern" verhindern. "Österreich kann sich in der Verkehrs- und Klimaproblematik keine vergebenen Chancen mehr erlauben", so Moser.
Hauptlast des Steuerauskommens
vida-Vorsitzender Wilhelm Haberzettl gab zu bedenken, dass die Arbeitnehmer ohnehin schon die Hauptlast des Steuerauskommens und der Budgetkonsolidierung tragen. Eine erste Entlastung der arbeitenden Menschen sei also mehr als überfällig. "Ein steuerfreies Jobticket würde in die richtige Richtung weisen", so der Gewerkschafter.
Der ARBÖ erinnerte daran, dass Arbeitnehmer nicht Pendlerpauschale und Jobticket gemeinsam nutzen können - also gleich zweimal Steuern abschreiben. Es gebe nur ein "Entweder-oder". Einmal mehr kritisierte der Klub, dass nur jene Pendler eine Pendlerpauschale erhalten, die auch Lohnsteuer zahlen. Die untersten Einkommensschichten müssen sich ihre Autofahrt zur Arbeit komplett selbst bezahlen. Derzeit bezieht nur jeder vierte Beschäftigte eine Pendlerpauschale. (APA)