Gewerkschaften und Grüne

Öffi-Jobticket für alle gefordert

10. Februar 2011, 13:58
  • Artikelbild
    foto: standard/urban

    Das steuerbegünstigte Jobticket ist nur für einen kleinen Teil der Beschäftigten nutzbar.

Auch Beschäftigte ohne Anspruch auf Pendlerpauschale sollten öffentliche Verkehrsmittel steuerbegünstigt nutzen können

Wien - Die Verkehrs-Gewerkschaft vida und die Grünen haben heute die Forderung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufgegriffen, wonach auch jene Beschäftigte Anrecht auf eine steuerbegünstigte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ("Jobticket") haben sollen, die kein Anrecht auf eine Pendlerpauschale haben.

"Das steuerbegünstigte Jobticket wurde im Rahmen des Budgets 2011 in einer Form eingeführt, die nur für einen kleinen Teil der Beschäftigten zugänglich ist. Die Einschränkung auf Pendlerpauschale-Bezieher stellt gerade die, die näher zum Arbeitsplatz wohnen, schlechter. Das ist ökologisch völlig verkehrt", betonte am Donnerstag Gabriela Moser, Verkehrssprecherin der Grünen. Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) müsse das derzeit "programmierte Scheitern" verhindern. "Österreich kann sich in der Verkehrs- und Klimaproblematik keine vergebenen Chancen mehr erlauben", so Moser.

Hauptlast des Steuerauskommens

vida-Vorsitzender Wilhelm Haberzettl gab zu bedenken, dass die Arbeitnehmer ohnehin schon die Hauptlast des Steuerauskommens und der Budgetkonsolidierung tragen. Eine erste Entlastung der arbeitenden Menschen sei also mehr als überfällig. "Ein steuerfreies Jobticket würde in die richtige Richtung weisen", so der Gewerkschafter.

Der ARBÖ erinnerte daran, dass Arbeitnehmer nicht Pendlerpauschale und Jobticket gemeinsam nutzen können - also gleich zweimal Steuern abschreiben. Es gebe nur ein "Entweder-oder". Einmal mehr kritisierte der Klub, dass nur jene Pendler eine Pendlerpauschale erhalten, die auch Lohnsteuer zahlen. Die untersten Einkommensschichten müssen sich ihre Autofahrt zur Arbeit komplett selbst bezahlen. Derzeit bezieht nur jeder vierte Beschäftigte eine Pendlerpauschale. (APA)

Kommentar posten
24 Postings
Le parapluie a un motif floral
00
13.2.2011, 08:00
Unsinnige Pendlerpauschale abschaffen!

Einerseits wird versucht Dienstreisen wo immer es geht steuerpflichtig zu machen, während auf der anderen Seite die Fahrt von zu Hause ins Büro subventioniert wird. Verstehe jemand diese Logik.

jeff5
00
12.2.2011, 21:14
endlich einmal eine gute idee für die arbeitende schweigende masse, die keine lobby< hat.

amber103
10
10.2.2011, 18:29
besser Gerechte Sozialleistungen!

Die Kosten der Öffis müssen auf jeden Fall vollständig bezahlt werden, sei es durch Tickets oder durch Steuern.

Warum sollte jeder, insbesondere die Gutverdiener zusätzlich subventioniert werden, wenn sie mit den Öffis fahren?

Was ist besser, Sozialleistungen dirket auszubezahlen, oder eine Vielzahl von Sachleistungen (z.B. Sondertarife) unkontrolliert zu verteilen?

Selbst Radfahren ist heute meist teurer als zum Vollpreis mit Öffis zu fahren. Das Preisargument ist fast immer nur vorgeschoben, und verdeckt andere Gründe, warum die Öffis nicht genutzt werden. Die enorme Subventiontionierung der Tarife ist ausgenommen für gesundheitlich eingeschränkte keinesfalls sinnvoll.

John.Doe
00
11.2.2011, 17:45
"Warum sollte jeder, insbesondere die Gutverdiener zusätzlich subventioniert werden, wenn sie mit den Öffis fahren?"

Keine Sorge! Die Gutverdiener fahren mit ihren (fetten) Autos in die Firma. Wenn man sie durch "Subventionen" zum Umsteigen auf Öffis bewegen könnte, wäre das aber sinnvoll (obwohl unwahrscheinlich): weniger Lärm, weniger Schadstoffe ...

jodaflo
 
00
11.2.2011, 10:52
ja schaff mas halt ab die bahn...oder wie darf ich deine aussage verstehen?

xxx...yyy...
00
10.2.2011, 19:54
Selbst Radfahren ist heute meist teurer als zum Vollpreis mit Öffis zu fahren.

könnten sie mir das bitte erklären?

amber103
00
11.2.2011, 19:04

In Ballungszentren und entlang von Hauptverkehrsadern sollten sich die Öffis selbst finanzieren.
Gerade in Wien lässt sich der Autoverkehr sowieso nicht mehr steigern, somit besteht kaum Gefahr, dass auf Autos umgestiegen wird, insbesondere wenn am Dauerparkplätze im öffentlichen Raum weiter reduziert.

amber103
10
10.2.2011, 20:59

Kosten für Fahrrad pro Jahr (12000km Fahrleistung:)
4 Ketten a 35€=105€
2 Reifen+Schläuche a30€+5=70€
1,5 Ritzelpakete a 70€= 105€
2-3 Bremsbeläge a10€=20-30€ Servicekosten(Arbeitszeit) ~60€
1,5*Fahrradhandschuhe a 40€=60€
Afa Fahrad 1500/10=150€
Haftpflichtversicherung = 12*13€=156€ Diebstahlrückstellung 150€
Fahrradhose 120€
Div. Verschleißmat- 50€
div Kosten für Taschen,Anhänger.... min. 100€
Zusatzkosten Bahntransport: 40€

Alles zusammen gebe ich im Jahr mind. 1000€ fürs Fahrrad aus-> macht etwa 8¢/km.

Die Preise entsprechen jenen von Wiener Fahrradfachgeschäften. Im Internet ist es billiger, allerdings meist mit mehr Arbeit verbunden. Ich berechne meine eigene Arbeitszeit.

checkmate
00
14.3.2011, 11:39

alle 3000km Ketten wechseln ist etwas häufig...
alle 4000km Bremsbeläge wechseln detto

Ketten um 35€ sollten schon länger halten ;-) aber kaufens doch einfach mal 20 Ketten online, kommt um einiges billiger, als immer eine beim Händler des Vertrauens...

Def. Izit
11
12.2.2011, 15:46
Amber ich rate Ihnen vom Rad ab, weil irgendwas scheinen Sie falsch z machen

derd
 
00
12.2.2011, 14:02
Alles zusammen 1000€ fürs Rad im Jahr

Hui,da lassen sie sich aber ganz schön über den Tisch ziehen! wenn sie 35€ pro kette bezahlen, muss das schon eine sein mit Titan legierung, vielleicht sogar die Yumeya Serie von Shimano mit hohlkammern. die kommt auf 35€.Eine normale HSG Shimano 9-Fach Kette kosted 10€ im online shop vielleicht 9,90€.70€ für ein reifen set inkl. Schlauch lass ich mir einreden, wenn sie aber schon drauf reinfallen 35€ für eine kette zu bezahlen, möchte ich nicht wissen welches reifenset sie sich da andrehen lassen.Schwalbe Marathon Plus mit Durchstichschutz kommt auf ca. 60€. damit können sie aber länger als 1 jahr fahren.60€ für bremsbelege und Arbeitszeit. BITTE, kaufen sie ein Fahrrad Technik buch um vielleich 15€, sie werden sehen wie leicht das ist!!!!

amber103
00
13.2.2011, 12:25

Natürlich weiß ich, dass man die Teile im Internet zum Teil billiger bekommt. Allerdings hat man es bei Billigangeboten manchmal auch mit Fälschungen zu tun, und Sie dürfen sich beim Salzamt beschweren, wenn die Teile dann vorzeitig brechen.

Übrigens deine Preisvorstellungen wurden durch die Inflation überholt.
Kette: Idealo ab28€ Geizhals 28€
Bremsbeläge:Idealo ab8,99 Gezhals x(keine brauchbare Marke) zwischen 9,9€ und 10€ sehe ich merkbaren keinen Unterschied.
Schwalbe Marathon Supreme bekommst du nirgends unter 30€

offensichtlich kaufe ich nicht zu teuer und die 1000€ für meinen Fahrrad-Mechaniker gebe ich gerne aus, erstens, da er ein netter, kompetenter Kerl ist, und er auch von etwas Leben muss. Mir das Geld ganz ehrlich nicht ab.

derd
 
00
13.2.2011, 14:41

idealo, sucht - wie bereits der name schon sagt, den ideal preis den man aus einem konsumenten holen kann. Tipp: bike-components.de
zwar versand, kommt aber binnen einer woche.
Ich hab auch einen netten kompetenten bike-mechaniker.als ich aber ein bike-buch gekauft hab, und bemerkt hab das er für 10 min arbeit gleich mal 30€ verlangt, mach ich die arbeit selber. anfangs etwas schwer, aber es zahlt sich aus, mit dem geld das sie sparen können sie sich ein bike kaufen, das qualitativ hoch ist. ^^ ps. dort könnten sie eine bestellung fürs jahr aufgeben (alle teile) und haben gleich mal 50% gespart. natürlich gibt es auch fälschungen, aber die seite gibt eine garantie. kann ich nur empfehlen. Vredenstein als Reifen kann ich auch empfehlen.

amber103
00
13.2.2011, 16:48

Da gibt es auch noch den Rosenhändler und eine lange Liste an anderer relativ guter Versender. Mir ging es aber um Preise wie sie der durchschnittliche Stadtmensch bezahlt.

Vredestein sind definiv gut. Habe in Paar, dass schon über 18000km pannenfrei drauf hat.

ps. ich besitze nicht nur ein Zweitrad.

jodaflo
 
00
11.2.2011, 10:51
38 bzw 47 cent kilometergeld für dienstfahrten die du verlangen könntest bis bzw ab 5 km pro strecke...

wenn schon genau dann richtig

Pimpsen
01
10.2.2011, 17:02

mein Beispiel: bin wegen dem job nach Wien gezogen, habe meine Lebensmittelpunkt aber in Graz (Freundin, Freundeskreis, etc). Und kann mir jetzt die wöchentliche Pendlerei selbst bezahlen. Also quasi noch eine Strafe dafür, dass ich für einen besseren Job umgezogen bin und mehr Lohnsteuer bezahle...andere verpesten mit dem Auto jeden Tag die Luft und werden dafür vom Staat noch belohnt.

Der junge Jim Kirk
01
10.2.2011, 16:59

Wer zahlt dann eigentlich noch den normal Tarif?
Kinder und Pensionisten fahren vergünstigt. Studenten haben den Studententarif. Dann kommt noch der Jobtraif dazu und übrig bleiben die Arbeitslosen und Hausfrauen/Männer?
Versteh das nicht. Einheitstarif für alle und über die Steuern/Sozialleistungen/Grundsicherung wird alles andere sozial transferriert und die sache hat sich.
Wann kommt die Jobsemmel oder der Kindertarif im Schuhhandel?

Macho04
00
10.2.2011, 16:01
Wie war das nocheinmal, Fr. Moser?

Jahreskarte in Wien um 100 Euro? Schon vergessen?

werner tamandl
00
10.2.2011, 16:00
da müßten aber die Verkehrswege ausgebaut werden !

ein Beispiel ist der Süden des Burgenland und der Norden in NÖ !
Bahn fährt nur bis Oberwart und der Rote Bus wurde eingestellt , eine Verlängerung nach Güssing zu teuer !
Großpetersdorf , Rechnitz fährt nur die Märchenbahn !
In NÖ Nebenbahnen eingestellt , die Wachaubahn fährt vielleicht nur mehr bei Hochwasser !
wann beginnt man wie in der Schweiz den ausbau ?

Czerwinski
01
10.2.2011, 15:54
Gibts in Linz schon

Kostet ca. 16 Euro. Dazu muss der Arbeitgeber für *alle* MitarbeiterInnen je 2 Euro an die LinzAG bezahlen, den Rest für die Monatskarte legt die Stadt drauf.
Und gerade die Sache, dass für alle MitarbeiterInnen die 2 Euro zu bezahlen sind, führt dann dazu, dass zB die Uni mit ziemlich vielen Angestellten sich das nicht leistet. Hab auch schon von einer Schule gehört, dass sich die LehrerInnen den Dienstgeberbeitrag selbst bezahlen müssen, weil für sowas leiiiider kein Budget da ist...
Also es geht jedenfalls schon in die richtige Richtung, auch wenn hier noch Verbesserungspotential bleibt.

Der auf der Nudelsuppen dahergschwommen is
 
06
10.2.2011, 14:56

volle zustimmung!

Tiger10
04
10.2.2011, 14:13
Untergrenze für Pendlerpauschale

Die 20km Untergrenze für den Bezug der Pendlerpauschale ist soundso ein Witz. So kann es einem passieren, dass er/sie in Wien lebt und für den Öffi-Arbeitsweg zum anderen Ende der Stadt, für den er/sie eine Jahreskarte braucht, Pendlerpauschale bekommt, würde er/sie aber etwas näher arbeiten aber nicht, obwohl er die gleich teure Jahreskarte benötigen würde. Wo bleibt da die Nachvollziehbarkeit oder Gerechtigkeit?

Genauso gehts, pendelt man nach Wien aus dem näheren Umland ein: Man braucht z.B. eine Außenzone und die Kernzone, egal wo man in Wien arbeitet, aber bei der Pendlerpauschale wird dann genau unterschieden, ob man eher am Stadtrand arbeitet oder weiter weg.

Wer soll das verstehen?

Laird of Glenmore
00
10.2.2011, 15:18

Stimmt, kenne jemand der in Hütteldorf wohnt und in der Großfeldsiedlung arbeitet. Das sind mehr als 20 km und deshalb bekommt er innerhalb Wiens die Pendlerpauschale ...

Franz B
05
10.2.2011, 15:06
Vielleicht

Vielleicht haben sich die (Parlamentarier ? Politiker? ... ?), die das erfunden haben, gedacht, dass man Entfernungen unter 20 km zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren kann ? Wer im Dienstwagen chauffiert wird, dem fehlt vermutlich das Gefühl für Entfernungen ;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.