Merkel will Weber zu Rücktritt drängen

11. Februar 2011, 06:56
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Vor einer endgültigen Festlegung will der deutsche Notenbank-Chef noch einmal mit der Kanzlerin reden

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will Bundesbank-Chef Axel Weber Zeitungsberichten zufolge zu einem schnellen Rücktritt drängen. Damit solle Weber den Weg für einen Nachfolger freimachen, berichteten die "Financial Times" und das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise.

Merkel und Weber wollen sich nach Informationen aus Finanz- und Politikkreisen am Freitag treffen. Weber hatte zuvor angekündigt, er wolle zuerst mit der Regierungschefin über seine Zukunft reden, bevor er sich weiter dazu äußere. Der Bundesbank-Chef soll hochrangigen Kreisen in der Euro-Zone zufolge nicht mehr als Kandidat für die Nachfolge von EZB-Chef Jean-Claude Trichet im Herbst zur Verfügung stehen.

Im Umfeld des 53-jährigen Wirtschaftsprofessors hatte es zudem geheißen, er plane keine zweite Amtszeit bei der Bundesbank. Weber ist seit 2004 Chef der deutschen Notenbank. Seine Amtszeit endet regulär im kommenden Frühjahr.

Vertrauliches Gespräch

Am Mittwoch hatte Weber, nachdem seine Absicht auf den Verzicht auf eine weitere Amtszeit durchgesickert war, bereits ein vertrauliches Gespräch mit Merkel gehabt. Deutschen Medienberichten zufolge hat ihn die Kanzlerin dazu bewogen, bis zu einer geordneten Übergabe zu verbleiben.

Inhaltlich äußerte sich Weber am Donnerstag in Wien nicht. Es wurde Vertraulichkeit vereinbart. "Ich habe mit der Bundeskanzlerin gesprochen und ihr zugesagt, dass ich mich nicht dazu äußern werde, bis wir zu einem erneuten Gespräch zusammentreffen können." Er betonte, dass alle Entscheidungen in "enger Abstimmung" getroffen würden. "Sonst gibt es nichts zu sagen zu diesem Thema."

Verzicht auf Verlängerung

Webers Amtszeit an der Spitze der Deutschen Bundesbank endet im April 2012, die Amtszeit des jetzigen EZB-Chefs Jean-Claude Trichet am 31. Oktober 2011. Der deutsche Bundesbank-Chef - er sitzt im Rat der Europäischen Zentralbank - galt die längste Zeit als aussichtsreichster Kandidat für die EZB-Spitze. Euro und Finanzmärkte hatten am Mittwoch nach den Spekulationen auf einen Verzicht auf eine Verlängerung Webers in der Bundesbank und damit auch auf eine Kandidatur für die EZB-Spitze mit Irritation reagiert.

Bei der Vortragsveranstaltung der deutschen Handelskammer in Österreich in der Raiffeisen-Zentralbank-Zentrale in Wien warteten ein Großaufgebot an Presseleuten und zahlreiche Fernsehteams auf den ersten öffentlichen Auftritt Webers nach Platzen dieser Personal-Bombe. (APA)

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    Axel Weber und Angela Merkel auf einem Archivbild

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