Prinz Charles redet Menschheit ins Gewissen

10. Februar 2011, 12:19
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Der britische Thronfolger fordert von der Wirtschaft ein radikales Umdenken, um zukünftige Umwelt-Katastrophen zu vermeiden

Brüssel - Im Kampf gegen den Klimawandel hat der britische Thronfolger Prinz Charles ein radikales Umdenken in Politik und Wirtschaft, aber auch von den Verbrauchern in Europa gefordert. "Wir müssen von den üblichen Wirtschaftsmustern abweichen", sagte der Prinz von Wales  bei einer Umweltkonferenz im Europäischen Parlament in Brüssel. Wachstum dürfe nicht mehr länger an den enormen Verbrauch natürlicher Ressourcen gebunden sein, denn wenn es diese nicht mehr gebe, werde auch das Wachstum ein Ende haben.

"Wir müssen heute tätig werden, um zukünftige Katastrophen zu vermeiden. Und das geht nur, wenn wir einen anderen Ansatz für Wirtschaftsprobleme wählen", betonte Charles, der sich seit Jahrzehnten für den Klima- und Umweltschutz engagiert und auf Einladung von Parlamentspräsident Jerzy Buzek nach Brüssel gekommen war. Die Märkte böten durchaus Möglichkeiten für eine nachhaltige Wirtschaft, nur müsse die Politik einen verlässlicheren Rahmen für die Unternehmen schaffen, die auf diesem Gebiet investieren.

Umweltschutz ist nicht gleich Verzicht

Der Thronfolger nahm allerdings auch die Verbraucher in die Pflicht. Sie müssten nachhaltig produzierte Waren verlangen, denn sonst sähen Politik und Wirtschaft niemals ein, dass solche Waren überhaupt notwendig seien. Außerdem müssten die Menschen lernen, dass Umweltschutz nicht immer gleichzeitig auch Verzicht bedeute. "Wenn umweltfreundliches Leben bedeuten soll, dass wir auf alles verzichten müssen, was das Leben angenehm macht, möchten wir natürlich nicht umweltfreundlich leben", sagte er.

Für den Besuch des Prinzen hatte sich die gesamte EU-Spitze versammelt. Parlamentspräsident Buzek, Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und Ratspräsident Herman Van Rompuy betonten, dass sich Wachstum und Klimaschutz vor allem mit dem effizienteren Einsatz von Energie verbinden ließen. "Die sauberste und preiswerteste Energie ist die, die wir nicht benutzen müssen", betonte Buzek. Die EU habe sich ehrgeizige Ziele gesetzt, von denen sie einige aus jetziger Sicht nicht erreichen werde - daran müsse und werde man arbeiten, versprach Van Rompuy. (APA)

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    Prinz Charles: "Das Wachstum darf nicht länger am enormen Verbrauch natürlicher Ressourcen gebunden sein"

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