Grüne fordern Fall der Radwegs­­nutzungs­pflicht

10. Februar 2011, 13:46
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Der Ringradweg stößt in Spitzenzeiten schon an seine Grenzen - Ein Ausbau des Radnetzes bis 2012 und das Ausweichen auf die Straße soll Abhilfe schaffen

Wien - Entlang des Rings liegt der meist befahrene Radweg Wiens und stößt unter der Woche bereits oft an seine Grenzen. Zwischen FußgängerInnen und RadlerInnen kommt es dadurch immer wieder zu Konflikten. Die Wiener Grünen wollen nun die Kapazität innerhalb eines Jahres verdoppeln. Dazu wird der Radweg ausgebaut und soll bis 2012 durchgehend beidseitig befahrbar sein. Der wichtigste Clou: Die Radwegsbenützungspflicht soll fallen. "Wir warten noch auf die neue Straßenverkehrsnovelle 2011. Die Nutzung der Straße sollte aber für zügige RadfahrerInnen erlaubt werden", sagt der Grünen-Gemeinderat Christoph Chorherr.

Das bedeutet, dass RadfahrerInnen nicht mehr verpflichtet sein würden den Radweg zu nutzen, sondern gleich auf der Straße als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer unterwegs sein dürfen. Bislang muss man hier mit einer Organstrafverfügung rechnen. "Die Straße ist der ideale Radweg", unterstreicht Chorherr. Für den Radweg am Ring würde das eine starke Entlastung bedeuten: an Spitzentagen fahren 4000 bis 5000 RadfahrerInnen entlang der Strecke. "Ich bin überzeugt, dass es durch ein besseres Radnetz bald 10.000 sein werden", meint der Gemeinderat. Im Vergleich dazu sind rund 16.000 AutofahrerInnen täglich am Ring unterwegs. Die mögliche Nutzung der Ringstraße durch RadfahrerInnen soll jedoch vorab geprüft werden.

Noch heuer neue Teilstrecke eröffnet

Die Strecke wird nach dem Ausbau auch auf der Außenseite des Rings von der Urania bis zum Donaukanal (Höhe Ringturm, Ring Außenseite) durchgängig als Zwei-Richtungs-Radweg befahrbar sein. Der ausgebaute Ringradweg wird teils in der Reitallee geführt werden, teils in der Nebenfahrbahn. Noch heuer wird bereits die Verbindungsstrecke Stadtpark über Schwarzenbergplatz bis zu den Museen und auch die Strecke Rathaus/Parlament bis zur Bellaria eröffnet.

Weitere Details sehen wie folgt aus: Der Platz vor dem Parlament soll offiziell rechtlich eine FußgängerInnenzone werden, Ausnahmen wird es für RadfahrerInnen geben. Kritische Verkehrsknotenpunkte wie die Kreuzung am Schwarzenbergplatz oder die Bellaria bei der U-Bahn-Station Volkstheater sollen entschärft werden. Da wegen der Umbauten einige Parkplätze verschoben werden müssen, gab es schon positive Gespräche mit der Bezirksvorstehung der Innenstadt. Insgesamt werde es sich um rund ein Dutzend Parkplätze handeln. Auch SP-Verkehrssprecher Karlheinz Hora sagte seine Unterstützung zu.

Durchgängig befahrbar soll die gesamte Strecke 2012 sein. Über die Kosten kann Christoph Chorherr noch keine Auskunft geben: "Die Ausschreibung läuft noch, es wird aber Informationen geben, sobald das Konzept feststeht." Es werde sich aber im Promillebereich von Straßenprojekten bewegen, ergänzt der Grüne. (jus, derStandard.at, 10.2.2011)

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  • Gemeinderat Christoph Chorherr testet schon einmal die Strecke vor dem Parlament mit seinem Fahrrad.
    foto: jus/derstandard.at

    Gemeinderat Christoph Chorherr testet schon einmal die Strecke vor dem Parlament mit seinem Fahrrad.

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    foto: grafik:die grünen
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