Europas Börsen schließen mehrheitlich mit Verlusten

10. Februar 2011, 19:03
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Schwache Credit Suisse-Ergebnisse bringen Bankenwerte unter Druck

Wien - Die europäischen Aktienmärkte sind am Donnerstag überwiegend mit tieferen Notierungen aus dem Handel gegangen. Vor allem enttäuschende Ergebnisse bei der Credit Suisse sowie eine Gewinnwarnung bei der Air France-KLM belastete die Stimmung spürbar. Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und eine damit einhergehende Beruhigung der Lage sorgte im Späthandel für eine kleine Stimmungsaufhellung. Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,20 Prozent auf 3.025,68 Punkte.

Enttäuschend aufgenommene Ergebnisse bei der Schweizer Großbank Credit Suisse haben am Donnerstag die gesamte Bankenbranche ans untere Ende in den europäischen Indizes katapultiert. Ein starker Franken und die Euro-Schuldenkrise drückten den Gewinn 2010 unter die Erwartungen der Analysten. Unterm Strich blieben der Bank fünf Mrd. Franken. Die Aktien gaben in Zürich um 5,82 Prozent auf 42,1 Franken ab. Banco Santander schlossen um 2,56 Prozent schwächer bei 8,749 Euro und Societe Generale verbilligten sich um 1,71 Prozent auf 47,575 Euro.

Einen weiteren Dämpfer erhielten Marktteilnehmer schon am Vorabend nach Börsenschluss, als die Fluggesellschaft Air France-KLM eine Gewinnwarnung für 2011 ausgab. Die angestrebten 300 Mio. Euro beim Betriebsergebnis (Ebit) könnten nicht erreicht werden, so das Unternehmen. Investoren reagierten mit einem Ausverkauf der Aktie, die um 7,68 Prozent auf 12,565 Euro abrutschte.

Alcatel-Lucent unter Lichtblicken

Es gab am heutigen Börsentag aber auch Lichtblicke. Einer von ihnen waren die Titel von Alcatel-Lucent, die in Paris um 18,50 Prozent auf 3,158 Euro nach oben schnellten. Marktteilnehmern zufolge hat das Schlussquartal des französisch-amerikanischen Telekomausrüsters die Erwartungen des Marktes übertroffen. Auch der Ausblick auf 2011 lasse Positives erwarten, hieß es aus dem Handel.

Zu den gut gesuchten Papieren zählten auch jene der Deutschen Börse. In Frankfurt beherrschten die Fusionsbestrebungen der Deutschen Börse mit der NYSE Euronext das Tagesgespräch. Börsianer sprachen von einem strategisch guten Geschäft. Laut den beiden Unternehmen wurden schon "fortgeschrittene Gespräche" geführt. Die Titel der Deutschen Börse stiegen um 4,59 Prozent auf 61,10 Euro.

Auf den Verkaufslisten der Investoren fanden sich die Aktien des Autobauers Renault, die um 2,73 Prozent auf 47,25 Euro nachgaben. Der Konzern ist nach dem Krisenjahr 2009 wieder auf die Erfolgsspur zurückgekehrt. Dank eines Absatzrekords von 2,6 Mio. Fahrzeugen stieg der Umsatz im Jahr 2010 um 15,6 Prozent auf 38,97 Mrd. Euro. Allerdings dürften sich Marktteilnehmer noch mehr erwartet haben.

Börse Index Schluss Diff (P) Diff (%)

Wien ATX 2.974,58 - 9,24 -0,31

Frankfurt DAX 7.340,28 + 19,38 +0,26

London FT-SE-100 6.020,01 - 32,30 -0,53

Paris CAC-40 4.095,14 + 4,40 +0,11

Zürich SPI 5.937,18 - 20,81 -0,35

Mailand FTSE MIB 22.596,79 - 86,67 -0,38

Madrid IBEX-35 10.791,90 -143,70 -1,31

Amsterdam AEX 370,61 + 1,43 +0,39

Brüssel BEL-20 2.702,46 - 17,48 -0,64

Stockholm SX Gesamt 358,33 - 2,56 -0,71

Europa Euro-Stoxx-50 3.025,68 - 5,94 -0,20 (APA)

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