Richterprotest gegen Sarkozy

10. Februar 2011, 09:27
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Nach heutigem Bummelstreik am Donnerstag landesweite Kundgebungen

Paris - An den französischen Gerichten hat sich der Protest gegen Staatschef Nicolas Sarkozy ausgeweitet. Nach Angaben der führenden Richtergewerkschaft USM wurde an den meisten Gerichten des Landes am Mittwoch ein Bummelstreik befolgt. Demnach wickelten die Richter nur besonders dringende Fälle ab. Die meisten anberaumten Verhandlungen wurden vertagt. Ausgelöst wurden die Proteste durch Vorwürfe Sarkozys gegen die Justiz nach dem Mord an einem jungen Mädchen, der mutmaßlich von einem Wiederholungstäter begangen wurde.

Der USM zufolge hatten sich die Beschäftigten von 170 der 195 französischen Landgerichte und Berufungsgerichte bei Personalversammlungen für den Bummelstreik ausgesprochen. Die Gewerkschaft rief unterdessen dazu auf, die Aktion bis Montag fortzusetzen. Für Donnerstag haben die Gewerkschaften landesweit zu Protestkundgebungen aufgerufen.

Am Dienstag vergangener Woche war in einem See bei Nantes die zerstückelte Leiche der 18-jährigen Laetitia gefunden worden. Der mutmaßliche Täter ist ein 31-Jähriger, der unter anderem wegen Sexualdelikten 15 Mal vorbestraft ist. Er war vor einem Jahr auf Bewährung aus dem Gefängnis gekommen. Sarkozy sprach von einer "schweren Funktionsstörung" der Justiz und kündigte Konsequenzen an. (APA)

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