Minister weist Rat aus den USA zurück

9. Februar 2011, 21:54
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Besuche ausländischer Delegationen derzeit nicht willkommen

Ägyptens Außenminister Ahmet Aboul Gheit hat die Forderungen von US-Vizepräsident Joe Bidden nach baldigem Ende des geltenden Ausnahmezustands zurückgewiesen. Politischer Rat sei nicht hilfreich, sagte er. Besuche ausländischer Delegationen sind der ägyptischen Regierung laut EU-Diplomaten nicht willkommen: EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton werde fürs Erste voraussichtlich nicht in das Land reisen, hieß es.

Der ägyptische Vizepräsident Omar Suleiman ließ am Mittwoch aufhorchen, als er verkündete, die Regierung könne die andauernden Proteste nicht mehr lange hinnehmen, die Krise müsse so rasch wie möglich beendet werden. Suleimans Aussage, es werde keinen sofortigen Rücktritt von Präsident Hosni Mubaraks geben, beantworteten auch am Mittwoch tausende Ägypter mit dem Gang auf die Straße. Für kommenden Freitag wurde eine Großdemonstration angekündigt. Die Muslimbruderschaft hat die Gespräche mit der Regierung Mubaraks vorerst in Frage gestellt.

In einer Oasenregion im Westen Ägyptens wurden seit Dienstag bei Protesten vier Menschen von Sicherheitskräften erschossen.

In Algerien wächst der Zorn

Für Samstag haben Systemgegner trotz Verbots zu einem Protestmarsch durch Algeriens Hauptstadt Algier aufgerufen. Seit Wochen machen immer wieder Menschen mit Selbstverbrennungen und Hungerstreiks auf ihre Situation aufmerksam. In Syrien wurde auf Anordnung der Regierung erstmals seit 2007 die Sperre von Facebook und YouTube aufgehoben. (dpa, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2011)

 

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