Frauenhändlerring in Portugal ausgehoben

9. Februar 2011, 19:21
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Rund 30 Frauen wurden bei der Polizeiaktion befreit, zwölf Tatverdächtige festgenommen

Lissabon - Ein europäischer Frauenhändlerring ist in Portugal zerschlagen worden. Wie die Einwanderungsbehörde SEF am Mittwoch in Lissabon mitteilte, wurden zwölf Ausländer unter dem Verdacht der Zuhälterei, des Menschenhandels, der Urkundenfälschung und des Raubes festgenommen. Rund 30 Frauen seien bei der "Operation Roadbook" in den Städten Faro und Aveiro befreit worden, berichteten Medien unter Berufung auf die SEF. Bei den von Polizei und SEF gemeinsam durchgeführten Razzien seien auch Fahrzeuge, Waffen, Geld, gefälschte Personalausweise und Mobiltelefone sichergestellt worden.

Frauen "verkauft"

Zur Umgehung der Behörden habe das Netzwerk die Frauen ständig in verschiedenen Orten Portugals sowie auch in Deutschland, Italien, Großbritannien und Spanien eingesetzt. Die Opfer seien zum Teil auch an andere Banden in Europa "verkauft" worden. Man arbeite mit den zuständigen Behörden der betroffenen Länder und auch mit Europol zusammen, um anderen Ringen das Handwerk zu legen.

Die Tatverdächtigen, die den amtlichen Angaben zufolge "alle aus einem einzigen Land der Europäischen Union stammen", sollen Dutzende Frauen mehrheitlich aus Rumänien mit falschen Versprechungen angeworben und danach unter Anwendung von Gewalt und Drogen zur Prostitution gezwungen haben. Unter den nach Portugal gelockten Opfern habe es auch Minderjährige gegeben. Eine der Frauen sei im Dezember von einem Freier ermordet worden, hieß es. (APA/dpa)

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    Zur Prostitution gezwungen: Dutzende Frauen aus Rumänien

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