"Für mich ist die Wehrpflicht in Stein gemeißelt"

9. Februar 2011, 19:21
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SPÖ IM WORTLAUT

"Die Situation heute ist ja nicht mehr vergleichbar mit 1934. Aber für mich überwiegen die Vorteile der allgemeinen Wehrpflicht." Ex-Kanzler Viktor Klima, 9. 3. 1998

"Anscheinend bin ich einer der Letzten, der für eine allgemeine Wehrpflicht ist." Wiens Bürgermeister Michael Häupl, 22. 6. 1999

"Die Machbarkeit und Finanzierbarkeit eines Freiwilligenheeres mit Reservekomponente soll untersucht werden." Klima, 17. 9. 1999

"Ich halte die allgemeine Wehrpflicht auch als Grundlage einer weiteren Professionalisierung für ein sehr taugliches Instrument. Wenn die Erweiterung der EU - was wir hoffen - stattfindet und wir keine EU-Außengrenzen mit Ausnahme der Schweiz mehr haben und keinen Assistenzeinsatz durchführen (...), ist sicherlich eine Verkürzung auf fünf Monate möglich." Ex-SP-Chef Alfred Gusenbauer, 17. 8. 2001

"Vier Monate Präsenzdienst sind genug." Gusenbauer, 11. 9. 2003

"Unter meiner Amtsführung wird es kein Hinentwickeln des Bundesheeres zu einem Berufsheer geben. An der Wehrpflicht darf nicht gerüttelt werden." Verteidigungsminister Norbert Darabos, 10. Juni. 2010

"Für mich ist die Wehrpflicht in Stein gemeißelt." Darabos, 3. 7. 2010

"Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik (...) bin ich zur Auffassung gelangt, dass ein Freiwilligenheer die Zukunft ist." Darabos, 17. 1. 2011

"Eine Beibehaltung der Wehrpflicht halte ich nicht für zeitgemäß." Bundeskanzler Werner Faymann, 17. 1. 2011

"Es gibt kein vernünftiges Argument, das gegen ein Freiwilligenheer spricht. Wir tauschen gut ausgebildete Freiwillige gegen demotivierte Zwangsverpflichtete." SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas, 25. 1. 2011

"Ich bin der Meinung, dass es angesichts der Sicherheitslage nicht mehr notwendig ist, 24.000 jungen Staatsbürgern pro Jahr einen Einberufungsbefehl zu schicken." Darabos, 2. 2. 2011

>>> Zur ÖVP IM WORTLAUT


ÖVP IM WORTLAUT

"Ich sehe das mit größer werdender Offenheit. Ein Ende der Wehrpflicht ist aber nicht notwendigerweise mit einem Nato-Beitritt verbunden." Ex-ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel über das mögliche Ende der Wehrpflicht, 26. 3. 1998

"Ich habe eine klare Präferenz für Nato und die Westeuropäische Union." Schüssel, 26. 3. 1998

Die immer komplexer werdenden Systeme solle man "Profis überantworten". Schüssel erklärt am 18. 9. 1999, warum er für den Umbau des Bundesheeres in ein Berufsheer ist.

"Wenn es möglich wäre, die Wehrpflicht abzuschaffen und ein Berufsheer aufzustellen, das nicht mehr als zehn oder zwanzig Prozent teurer ist als jetzt, dann würde ich dem Berufsheer den Vorzug geben. Das Thema wäre allenfalls auch durchaus für eine Volksabstimmung geeignet." Schüssel, 26. 7. 2002

"Diskutieren kann man alles. Aber ich bin gegen einen verpflichtenden Sozialdienst. Ich bin dafür, dass wir Landesverteidigung weiter auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht haben." Ex-Nationalratspräsident Andreas Khol, 31. 7. 2004

"Ich bin dezidiert gegen ein Berufsheer und ein klarer Befürworter eines Mischsystems Berufssoldaten/Milizsoldaten, weil wir diesen Mix brauchen, um die Aufgaben bewältigen zu können." Ex-Verteidigungsminister Günther Platter, 19. 3. 2005

"Ohne Wehrpflichtige könnten die Aufgaben im Inland nicht in der derzeitigen Qualität und Quantität bewältigt werden." Platter, 6. 12. 2006

"Wir haben keinen Grund, die Wehrpflicht abzuschaffen." Vizekanzler Josef Pröll, 17. 1. 2011

"Wir haben uns die Modelle (von Darabos, Anm.) auf den ersten Blick angeschaut, die sind gleich teuer oder teurer, als wir sie jetzt haben, und das mit weniger Leistung. Für uns steht die Wehrpflicht nach wie vor im Vordergrund." Pröll, 17. 1. 2011

"Die Frage ist, wie man Wehrpflicht definiert. Da sind wir dabei, ein Modell zu entwickeln." Außenminister Michael Spindelegger, 18. 1. 2011

(red, DER STANDARD, Printausgabe, 10.2.2011)

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