Pro Bettelverbot

9. Februar 2011, 18:33
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Betteln ist organisiertes Verbrechen

Hilfe für die Ärmsten mag zwar zu den menschlichen Tugenden gehören, Unterstützung ausbeuterischer Organisationen aber nicht. Genau das aber sind die Bettelringe aus Osteuropa, die seit Jahren Roma in österreichische Städte karren, um mit deren Elend an das Mitleid oder schlechte Gewissen von Passanten zu appellieren. Auch wenn die große Mehrheit die Bettler ignoriert, ist organisierte Bettelei ein lukratives Geschäft - nicht für die Bettler, aber für ihre Hintermänner.

Wenn Rechtspopulisten und Boulevardzeitungen nach Bettelverboten rufen, wollen sie vor allem ihr Klientel vor Belästigung schützen. Aber das erklärt nicht, warum praktisch alle Bundesländer inzwischen entsprechende Regeln erlassen haben. Hier geht es um ein organisiertes Verbrechen, das genauso bekämpft werden muss wie Schlepperei und Zwangsprostitution. Das Elend der Roma in der Slowakei oder Rumänien wird durch Toleranz gegenüber Bettlerbanden nicht gemildert. Im Gegenteil: Die Aussicht auf Betteleinnahmen in Wien und Graz erschwert, soweit es sie gibt, andere Integrationsmaßnahmen.

Parallel zu den Bettelverboten sollten die Bundesländer etwas für Roma-Gemeinden in Osteuropa tun - und die eigenen Bürger zum gezielten Spenden aufrufen. Und sollten sich eines Tages die Bettlerbanden mangels Geschäftsgrundlage aufgelöst haben, dann könnte man Einzelnen wieder erlauben, auf der Straße um milde Gaben zu bitten. (DER STANDARD Printausgabe, 10.2.2011)

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