Zinswetten könnten Deutsche Bank Millionen kosten

9. Februar 2011, 17:30
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Strafe in Südkorea droht

Wien - Die Deutsche Bank bekommt Gegenwind. Das Institut muss sich vor Gericht wegen ihrer Zinsswapgeschäfte verantworten - Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe könnten die Folge sein. Wie das Handelsblatt berichtet, ließen die Richter des Bundesgerichtshofes am Dienstag durchblicken, dass die Bank im Falle der Ille Papier Service GmbH ihre Beratungspflichten verletzt habe.

Richter Ulrich Wiechers sagte, nach der vorläufigen Einschätzung des Senats habe die Bank wohl zweifach gegen ihre Beratungspflicht verstoßen, als sie dem hessischen Hygienebedarfs-Hersteller Ille einen "Spread Ladder Swap" verkauft habe, mit dem dieser Kreditzinsen sparen wollte. Ille stieg aus dem Geschäft letztlich mit einem Verlust von mehr als einer halben Million Euro aus.

Seine Entscheidung hat das Gericht auf den 22. März vertagt.

Kursverfall wird untersucht

In Südkorea droht der Bank wegen angeblicher Marktmanipulation und des Vorwurfs irregulärer Handelsgeschäfte eine teilweise Aussetzung ihres Brokergeschäfts. Die Finanzaufsicht des Landes diskutiere eine Aussetzung für sechs Monate, berichteten lokale Medien. Eine Entscheidung darüber soll bei einem Treffen heute, Donnerstag, fallen.

Die Behörde untersucht die Rolle der Bank bei einem Kursverfall an der Börse im November. Der Kospi-Index an der Börse in Seoul war am 11. November in den letzten zehn Handelsminuten um 48 Punkte gefallen. Ein Großteil der Verkaufsaufträge ausländischer Investoren in diesen zehn Minuten war über die Deutsche Bank platziert worden. (AFP, bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.2.2011)

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