Wetten, dass..?" in China abgesetzt

9. Februar 2011, 14:52
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Gottschalk-Bruder hatte Konzept vermittelt

Nach sechs Jahren ist die chinesische Version der ZDF-Show "Wetten, dass..?" im vergangenen Herbst abgesetzt worden. Die sonntägliche Sendung fiel mit vier anderen Shows einer größeren Umorganisation im Unterhaltungskanal 3 des Staatssenders CCTV zum Opfer. Eine offizielle Begründung gab es nicht. In Presseberichten war allgemein die Rede davon gewesen, dass die abgesetzten Shows unter geringen Zuschauerzahlen, altmodischen, sich wiederholenden Konzepten und einem Mangel an nötigen Mitteln gelitten hätten.

Der chinesische Ableger der ZDF-Kultsendung hieß "Xiang Tiaozhan ma?", übersetzt so viel wie "Riskierst Du die Herausforderung?". Auf der Webseite des Senders ist die Show unverändert aufgelistet. Auch können Aufzeichnungen heruntergeladen werden. Zuletzt wurde sie von den männlichen Moderatoren Yang Fan und Ma Yue - sozusagen als "doppelter Gottschalk" - präsentiert. In ihren besten Zeiten schalteten 20 bis 50 Millionen Zuschauer ein.

Gottschalk-Bruder hatte Konzept vermittelt

Das Konzept hatte Christoph Gottschalk, der Bruder von TV-Star Thomas Gottschalk, über dessen Vermarktungsgesellschaft Dolce Media 2004 nach China vermittelt. Anders als in Deutschland gehörte "Wetten, dass ...?" im wenig treuen chinesischen Publikum aber nie zu den beliebtesten Unterhaltungsshows im Fernsehen. Im Milliardenvolk sind Gesangs- oder andere Talentwettbewerbe im Stil von "Deutschland sucht den Superstar" weit beliebter.

Seit 2009 hatten der unter weiblichen Fans beliebte 29-jährige Yang Fan und der 32-jährige Ma Yue die Show moderiert. Ihre Wettpartner waren wie in Deutschland bekannte Persönlichkeiten. Ein Wettkandidat hat in 80 Sekunden Bierflaschen aufgefangen, die aus 3,5 Meter Entfernung geworfen wurden. Ein anderer hat an Fußbällen geleckt, um das Modell zu erkennen. Ein weiterer hat sein T-Shirt ausgezogen, während er einen Basketball auf dem Rücken balancierte.

Für die Wetten hat Christoph Gottschalk auch immer wieder deutsche Herausforderer organisiert. Lizenzgebühren für das Spielkonzept erhielt seine Firma nicht. Doch konnte Dolce Media dafür Werbeminuten an deutsche Unternehmen verkaufen oder für Wetten auch schon mal bekannte deutsche Automarken werbewirksam auf der Bühne platzieren. (APA)

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