Nachlese

Bettelverbot in der Steiermark ist fix

9. Februar 2011, 14:35
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    foto: dapd/emilio morenatti

    Wer auf der Straße sein Geld verdient, macht sich in der Steiermarkt künftig strafbar

Verbot gilt ab Mitte April - ÖVP: "Niemand ist auf Betteln angewiesen" - Pfarrer Pucher will klagen

Graz - Das umstrittene generelle Bettelverbot für die Steiermark kommt: Wie erwartet hat eine dahingehende Verschärfung des Landessicherheitsgesetzes am Mittwoch auf ÖVP-Antrag mit Zustimmung der SPÖ den zuständigen Unterausschuss des Landtages passiert. Am Dienstag soll der Beschluss im Landtag folgen. Dagegen stimmten Grüne und KPÖ.

Das generelle Bettelverbot - mit der Möglichkeit von Ausnahmeverordnungen durch die Gemeinden - wird Mitte April in Kraft treten. ÖVP-Klubobmann Christopher Drexler betonte, es habe im Vorfeld eine ausführliche Debatte gegeben. Er verwahre sich "gegen die Empörungswelle der Zivilgesellschaft der letzten 48 Stunden". Bettelei sein kein "schützenswertes Kulturgut" und niemand sei darauf angewiesen.

"Abstrakte" Projekte

SPÖ-Klubobmann Walter Kröpfl meinte, man wolle durch Begleitbeschlüsse den legal aufhältigen Bettlern - vornehmlich slowakische bzw. ungarische Roma - Hilfestellungen anbieten, wobei die Projekte noch "abstrakt" seien.

Armenpfarrer Wolfgang Pucher zeigte sich in einer ersten Reaktion "tief" enttäuscht: "Ich denke, da ist ein Stück Christentum verraten worden." Gemeinsam mit rund 30 Bettlern, die in seiner Betreuung stehen, hatte er noch versucht, die politische Weichenstellung zu beeinflussen. Pucher kündigte eine Anfechtung des Gesetzes vor dem Verfassungsgerichtshof an. 

"Werden Hunger leiden"

"Wir wissen, dass wir Hunger leiden werden", meinte unter Tränen eine Frau aus dem slowakischen Hostice, Angehörige der ungarischen Minderheit und eine aus der Bettlerschar, die sich Mittwochmittag im Grazer Landhaushof versammelt hatte. Pfarrer Pucher zeigte sich in einem der zahlreichen Interviews empört: "Was sind das für Politiker, die nur daran denken, wo sie Stimmen herholen können." Durch diese Menschen erfolge keine Störung der öffentlichen Ordnung, eine "organisierte Bettelei" im Sinne einer kriminellen Organisation sei ihnen nicht anzulasten.

Pucher verwies auf zahlreiche Projekte, die von der Vinzenzgemeinschaft bereits erfolgreich im slowakischen Hostice mit ehemaligen Bettlern gestartet worden sein - von der Herstellung von Nudeln, Sauerkraut und Essiggurkerln bis hin zur Pflegehelferausbildung.

"Populismus ohne Skrupel"

Für die Grünen sprach Landtagsabgeordnete Sabine Jungwirth nach der Sitzung von "Populismus ohne Skrupel", und das zum Zehn-Jahre-Jubiläum der Deklaration von Graz zur "Menschenrechtsstadt". Die "Reformpartnerschaft" im Land richte sich gegen die Menschlichkeit und vertreibe die Ärmsten, so Jungwirth.

Mit der Novelle, die nun Betteln an öffentlichen Orten unter Androhung einer Verwaltungsstrafe von bis zu 2.000 Euro verbietet, wurde nun ein vorläufiger Schlussstrich unter eine Debatte gezogen, die jahrelang zwischen der Stadt Graz und dem Land hin- und herwogte. In Graz hatte sich lange keine Mehrheit für eine restriktivere Regelung gefunden, weil auch die Stadt-SPÖ dagegen war. Außerdem hätte eine von Bürgermeister Siegfried Nagl (V) noch kürzlich angedachte Volksbefragung die Koalition mit den Grünen vermutlich gesprengt. Aus diesen Gründen war man in der Stadt in fast allen Parteien nicht unglücklich darüber, dass sich - offiziell aufgrund der Kompetenzlage - das Land und die seit Herbst 2010 amtierende "Reformpartnerschaft" von SPÖ und ÖVP der Sache annahm. (APA)

derStandard.at/Panorama auf Facebook

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Posting 1 bis 25 von 217
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Dreistein
 
11
15.2.2011, 21:53
Wer sind die wirklichen Pharisäer

Es ist ja schön zu beobachten, wie sich ein Teil der Jugend nicht nur Gedanken über ausländische Bettler macht sondern für sie sogar auf die Straße gehen. Sie müssen sich sogar fremdschämen, weil dieses organisierte Betteln in immer mehr Bundesländern verboten wird.

Gleichzeitig aber fehlt es an allen Ecken und Enden an Freiwilligen in diversen Sozíaleinrichtungen. Gäbe es nicht die zwangsverpflichteten Zivildiener, würden so manche Einrichtungen - die für uns Österreicher da sind - nicht betrieben werden können.

Haben wir es da nicht mit Pharisäern zu tun, die sich selbst zu schön sind, der Allgemeinheit zu dienen und Ihr Gewissen lieber damit beruhigen, indem sie sich für ausländische Bettel- und Diebsbanden einsetzen.

Einbahnfahrer
10
16.2.2011, 00:47

Dämliche Gegenüberstellung!

Es ist Ihnen wohl nicht bekannt, dass in diesem Land sehr viele Menschen gemeinnützig und unentgeltlich tätig sind!

Aber der in Ihrem Posting zum Ausdruck kommende Stumpfsinn verunmöglicht Ihnen diese Erkenntnis vermutlich.

maria kidalg
 
00
15.2.2011, 15:59
Wie die Kronenzeitung gegen BettlerInnen hetzt. Nachrecheriert vom AUGUSTIN

http://bettellobbywien.wordpress.com/2011/02/0... erhetzung/
In Klagenfurt und Lienz hätten laut Kronenzeitung Bettler in Kirchen Gläubige geohrfeigt. Die Polizeibeamten, die dort zitiert werden, sind allerdings unauffindbar. Auch die Anzeigen. Ja selbst die Täter, Zeugen und Watschenopfer. Doch die Geschichte setzt sich fest. In den Köpfen von Politikern und ihrem Wahlvolk. Von Kirchenvertretern und ihren Schäfchen. Bettelverbote werden gefordert - und Gewalt. (Aus dem Augustin Nr. 291)

Cody McFadyen
22
11.2.2011, 18:44
RAUS MIT DEN BETTLERN!!

verbannt nur die bettler, damit die schönen und feinen in der stadt nicht mehr ansehen müssen, warum sie sich ihren wohlstand überhaupt leisten können.
dieses verbot ist, wie so oft in österreich, nur eine Symptom- und keine Ursachenbekämpfung. weils leichter ist.
anstatt dem organisierten betteln nachzugehen, werden einfach alle bettler verbannt.
TOLLE IDEE!

sincerely yours
00
17.2.2011, 13:21
"leisten können........."

Ich glaube, Sie bringen da einige Sachverhalte durcheinander.

J R
01
15.2.2011, 20:10

warum sollten die Bettler diejenigen sein, derentwegen man sich etwas leisten kann?
Was produzieren sie, was tragen sie speziell nun zum Lebensstandard der anderen bei? Das Faktum, daß sie von der Hand in den Mund leben macht sie nicht zu Personen die den Lebensstandard der Anderen ermöglichen.

Wenn sie diese Behauptung für schlechtbezahlte Hilfsarbeitskräfte hierzulande, für ausgebeutete chinesische Fabrikarbeiter, oder für hungernde arme Bauern in Mittelamerika oder Afrika in den Raum stellen, dann kann man ihnen zustimmen, aber diese Bettler tragen gar nichts zum Lebensstandard der "schönen und feinen" bei.

rollie63
10
11.2.2011, 16:00

hast a tschick für mich?
ANZEIGE!
- haft
- schubhaft!

M.Blumenau
00
15.2.2011, 16:15
@rollie63

... genau, so soll's sein!

DonSalvatore
 
10
11.2.2011, 08:46
Weg mit den Bettlern – oder besser weg mit der Armut?

Die Hundstrümmerlbeseitigung funktioniert – gemessen an den Zuständen vor zehn Jahren – sehr gut. Auch die Anzahl der ausgespuckten Kaugummis ist fühlbar gesunken und Papierln fliegen auch weniger herum. Was jetzt stört, und zwar das “Stadtbild”, das sind die Bettler. Der “Bettlermafia” wird nun also der Kampf angesagt.
Mehr unter: http://gesudere.at/blog/?p=1742

Völlig Durchlaucht
01
11.2.2011, 06:16
Bettelei ist Schaustellung der Armut - das verträgt ein Politiker nicht - ist er doch Ursache!

Der Versuch vor einem Supermarkt Bettelnde zur Mitarbeit beim Einkauf, Wagerl nachfahren, für 5.-€ schlug fehl.

Die dürfen den Platz nicht verlassen?

sozusagen
03
10.2.2011, 20:14

wenn sich im nächsten jänner die sternsinger vor meiner tür wiederfinden, geh ich anzeigen. prinzip ist dann prinzip.

aiuto
00
16.2.2011, 09:39
wenn Kleriker, wie der oft zitierte Pfarrer Pucher, von dem viele meinen, dass er ziemlich mediengeil ist,

es wirklich ernst meinen, dann könnte er ja darauf hinwirken, dass das Geld von der Dreikönigssammlung für die Linderung der Not der Bettler in ihren Heimatländern verwendet wird.
Warum kommt er eigentlich nicht selbst auf diesen Gedanken?

Martin Major
 
10
10.2.2011, 19:10
"Ich denke, da ist ein Stück Christentum verraten worden."

gut so.

rollie63
00
11.2.2011, 10:29

jaup, organiesiertes betteln mit kindern gehört ohne ausnahme verboten! werde auch so verfahren.

rottentony
00
11.2.2011, 14:59

bei dem bettelverbot geht es präzise um das organisierte bettel oder um das betteln im algemeinen?

Diego: Das alte Lager
 
02
10.2.2011, 18:01
Eigenartig

Konnte noch kein herzzerreissendes Bild von einem weinenden Kind sehen.....keines gefunden?

Naja, wird schon noch kommen...

Lichtfreak
14
10.2.2011, 17:12
Ich verkehre in Bern in verschiedensten Szenen

darunter auch die Drogen- und die Alkoholikerszene.
Auch die Obdachlosen, welche nicht in den zwei obigen Gruppen verkehren, sind da miteingeschlossen. Ich kenne viele persönlich.

Diese drei Gruppen sind diejenigen, welche in Bern hauptsächlich betteln.

DIE haben die grössten Probleme, WENN die ausländische Bettelmafia wieder einmal Bern besucht.

Deren Chefs suchen sich die besten Plätze aus und setzen dort ihre Leute hin. Wehe, die "Ansässigen" wollen dann dort betteln....

Zum Glück sind sie nach spätestens 2 Wochen wieder weg. Seit die Polizei diese regelmässig beobachtet und auch mal kontrolliert, ist es weniger geworden.

Lotte Nexa
04
10.2.2011, 15:16
Stellen sie sich vor

es soll ja Leute geben, die sich schon allein beim Anblick von Armut in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt fühlen. Ich gestehe, ich bin auch so einer. Da hilft auch eine milde Spende nicht, danach geht's mir auch nicht wirklich besser. Und das schlimmste daran: Auch die Feststellung, dass ich ja eigentlich froh sein soll weil es mir besser geht ändert daran nichts. - Betteln ist Scheiße! Wie machen wir die Welt gerechter und besser? Armutsbekämpfung fängt sicher nicht beim Fördern der organisierten Bettlerei an.

Die Ente Lippens
13
10.2.2011, 14:52
Wie kann man nur ernsthaft dafuer sein, dass Sozialprobleme von gewissen Staaten exportiert werden duerfen? Wie kann man nur dafuer sein, dass Bettler nach Oesterreich zum Betteln kommen duerfen? Kanada, USA, Australien, Neuseeland wuerden diese Disk

ussion gar nicht verstehen: Einreisevisum beantragen zur Ausuebung von Betteltaetigkeit und Inanspruchnahme von oeffentlicher Unerstuetzung.... Kanada weist jeden Bettelimmigranten sofort aus.

Da hilft nur Lagavulin!
36
10.2.2011, 14:25
ich pfeif auf ein (milliardenschweres) christentum

Sun Zi der II
36
10.2.2011, 14:08
Na endlich...

...vor jedem Hofer ein Z!geuner der sich mehr oder weniger dezent um Kleingeld bemüht. Es ist äußerst nervig dauernd nein,nein,nein zu sagen. Steigerung waren und sind nur die Keiler der NGOs (AI und 4Pfoten sind meine Top-Favoriten). Ob das nun dem Herrn Pucher passt oder nicht SO kann es nicht weitergehen.

Tscharli Tschepplin
00
15.2.2011, 17:50
Sie können auch Ja-Ja-Ja sagen!

J R
00
15.2.2011, 20:14

wenn mich jemand fragt ob ich Kleingeld hab sag ich eh JA, und geh weiter.

contact
11
11.2.2011, 20:25
mir

tust du eigentlich auch leid!
die bettler sind jedenfalls nur materiell arm!

hackler
01
11.2.2011, 09:36

du armer

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