"Wir sind eher vorsichtig"

9. Februar 2011, 14:01
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E-Paper-Ausgabe müsse auf jeden Fall bepreist sein - Redaktionelle Zusammenarbeit mit "WirtschaftsBlatt" ausgeschlossen

Die "Presse"-Gruppe bilanzierte im Vorjahr wieder positiv. Wie die Holding-Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer, Michael Fleischhacker und Herwig Langanger sagten, hat die Zeitung 2010 "das beste Ergebnis aller Zeiten" geschrieben. Als "Hausaufgabe" sehen sie nun die Nachhaltigkeit, wie die drei Geschäftsführer sagten.

Das genaue Ergebnis will Gmeinbauer mit Verweis auf die noch nicht abgeschlossene Buchprüfung vorerst nicht öffentlich machen. "Man kann nur sagen, es ist siebenstellig im Plus, in der Größenordnung einer Million Euro." Er betonte, dass dies nicht das erste positive Ergebnis der Zeitung in der jüngeren Zeit sei. "Man hat es ja immer so hingestellt, als wäre es uns hundsmiserabel gegangen. Fakt ist: Die 'Presse' ist schon 2007 in die schwarzen Zahlen gegangen, aufgrund der Investitionen in den Sonntag und wegen der Wirtschaftskrise aber wieder zurück ins Minus gewandert."

Die 2009 gegründete "Presse am Sonntag" trage massiv zu dem guten Ergebnis bei, wiewohl sie noch nicht positiv bilanziere, sagte Gmeinbauer. Unter anderem, weil gleichzeitig mit der "Presse"-Holding, die über den Zeitungsausgaben und der "Presse Digital" steht, insgesamt eine neue Struktur geschaffen worden sei. "Wir haben gesagt: 'Wir gehen während der schwersten Wirtschaftskrise in den Markt hinein.' Und genau diese Markterweiterung hat zum Ergebnis beigetragen."

iPad: "Wir sind eher vorsichtig"

Der iPad-Hype ist in der "Presse" mittlerweile einem etwas differenzierten Blick auf die Möglichkeiten des Tablet-Computers gewichen. "Wir sind eher vorsichtig", sagte Gmeinbauer. "Die Frage wird sein: Wie monetarisieren wir das Produkt für App-Besitzer?" Die E-Paper-Ausgabe müsse auf jeden Fall bepreist sein, sagte er. So werde die "Presse", die das Pendant zur Zeitung noch gratis anbietet, bald Geld dafür verlangen. Immerhin sei die "App" 72.000 Mal geladen worden.

Auch Fleischhacker betet nach eigenen Angaben "noch immer im Rahmen der katholischen Religion und nicht zu Steve Jobs". Allerdings glaubt er, dass das iPad "eines der langersehnten Modelle sein wird, wie wir im digitalen Bereich für Inhalte Erlöse erzielen. Dass alle während der gebührenfreien Probephase so hohe Zugriffszahlen haben, nährt allerdings die Versuche, auch die iPad-Produkte zu Gratismedien zu machen."

Keine redaktionelle Zusammenarbeit mit dem "Wirtschaftsblatt"

Der Umzug des ebenfalls zur Styria Media Group gehörenden "WirtschaftsBlatt" in das Haus der "Presse" in der Wiener Hainburger Straße wird keine redaktionellen Zusammenarbeiten nach sich ziehen, betonte Gmeinbauer. "Wir denken nach, welche Sparmöglichkeiten wir haben. Das schließt aber mit 1.000-prozentiger Sicherheit Content oder die Redaktion aus." Ebenso wenig werde man im Anzeigenverkauf oder Marketing zusammenarbeiten. Die beiden Zeitungen hätten außerdem schon seit 2008 eine gemeinsame Tochterfirma, in der Aboservice und Vertrieb gebündelt seien, sagte Langanger.

Als Aufgabe für die kommenden Jahre sieht Gmeinbauer einen fortgeführten Sparkurs: "Insgesamt hätten wir in den vergangenen zwei Jahren 4,6 Mio. Euro für Investitionen zur Verfügung gehabt. Gebraucht haben wir etwa 300.000 Euro. Wir wollen das ausbauen und nachhaltig machen." Geschäftsführer und Chefredakteur Fleischhacker drückte das so aus: "Wir werden noch profitabler werden wollen und sollen. Ich kann mir aber schwer vorstellen, wie wir die Produkte, die wir jetzt machen, mit deutlich weniger Leuten machen sollen" Nachsatz: "Personalkürzungen sind nicht in Sicht." (APA)

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