Gesamte Führungsetage in Slowenien muss gehen

9. Februar 2011, 12:58
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Vorstände von Bank und Leasing­gesellschaft werden ausgetauscht - Offizielle Begründung: Neuaus­richtung und Restrukturierung

Klagenfurt/Ljubljana - Die Hypo Alpe Adria Bank hat am Mittwoch bei ihrer slowenischen Tochter die gesamte Führungsetage ausgetauscht. Die Vorstände von Bank und Leasinggesellschaft wurden gefeuert und durch neue Teams ersetzt. Begründet wurde dieser Schritt mit der "Neuausrichtung und Restrukturierung" der Bank. Zudem gebe es bei Hypo-Vorstandschef Gottwald Kranebitter "null Toleranz" bezüglich ethisch fragwürdiger Geschäfte, hieß es.

Die Frage, ob den gefeuerten Managern Anzeigen oder Klagen seitens der Bank drohen, wollte die Hypo nicht beantworten. Auch die Frage, ob bei der Überprüfung der Geschäfte der slowenischen Tochterbank strafrechtlich relevante Tatbestände zutage gefördert worden sind, wurde nicht beantwortet.

Salzburger übernimmt Chefposten in Ljubljana

 

In der Hypo Slowenien hat ab sofort der gebürtige Salzburger Alexander Picker das Sagen, bei der Leasing der Grazer Danijel Novak. Picker erhält den Slowenen Matej Falatov zur Seite gestellt.

Bisher wurde die Bank in Slowenien von Anton Romih und seinen Vorstandskollegen Urban Golob und Andrej Lah geleitet, in der Leasinggesellschaft mussten Andrej Potocnik, Marcel Sumper und Aleksander Skubic gehen. Die Personalrochaden wurden vom Aufsichtsrat der Hypo Slowenien beschlossen, Vorsitzender des Gremiums ist Johannes Proksch, Finanzvorstand der Hypo Group Alpe Adria. Der Wechsel muss noch von den slowenischen Aufsichtsbehörden abgesegnet werden.

Über die Hintergründe für den blitzartigen Abgang der gesamten Führungsspitze herrschte am Mittwoch Schweigen. Die ausdrückliche Betonung durch einen Konzernsprecher, dass das Unternehmen keine Abweichungen vom Prinzip des "ethischen Business" dulde, lässt aber darauf schließen, dass es fragwürdige Kreditvergaben oder Leasinggeschäfte gegeben haben muss.

Die Hypo Slowenien hat im Geschäftsjahr 2009 vor Steuern 3,8 Mio. Euro Gewinn gemacht, bei einer Bilanzsumme von 2,33 Mrd. Euro. Die Hypo Leasing musste 2009 bei einer Bilanzsumme von 2,7 Mrd. Euro einen Verlust von 20,1 Mio. Euro hinnehmen. Für 2010 liegen noch keine Zahlen vor.

Die Kärntner Hypo Alpe Adria gehört seit Ende 2009 nach einer Notverstaatlichung der Republik Österreich. (APA)

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    Die Frage, ob den gefeuerten Managern Anzeigen oder Klagen seitens der Bank drohen, will die Hypo vorerst nicht beantworten.

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