Daimler wegen Insiderhandels unter Verdacht

9. Februar 2011, 12:29
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Fragwürdiger Verkauf eines Aktienpakets aus dem Jahr 2006

Stuttgart/Paris - Wegen des Verdachts des Insiderhandels bei EADS muss sich Daimler vor der französischen Justiz verantworten. Bei der Anhörung vor einem Ermittlungsrichter geht es am Mittwoch nochmals um den Verkauf eines Aktienpakets des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns aus dem Jahr 2006, bestätigte ein Daimler-Sprecher einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Die Pariser Börsenaufsicht AMF hatte Daimler und den zweiten Großaktionär Lagardere bereits Ende 2009 von den Vorwürfen freigesprochen, EADS-Anteile noch mit Milliardengewinnen verkauft zu haben, als sie schon von Lieferschwierigkeiten des Großflugzeugs A380 erfahren hatten.

Der Vorwurf lautete, die börsenrelevanten Informationen über die Probleme bei dem Riesenflugzeug seien zu spät veröffentlicht worden. Die Pariser Staatsanwaltschaft rollt den Fall nun neu auf. Der Daimler-Sprecher sagte am Mittwoch, der Stuttgarter Konzern sei zuversichtlich, dass die Ermittler bei ihrer Anhörung zum gleichen Ergebnis kommen werden wie die Börsenaufsicht. Sollte die französische Justiz aber zu einer anderen Einschätzung kommen, könnte nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" im Anschluss an die Anhörung ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen Daimler eingeleitet werden.

Spekuliert wird seit einiger Zeit, dass sich die Stuttgarter noch in diesem Jahr von EADS zurückziehen. Vertraglich gebunden ist Daimler jedoch bis Ende 2012. Nach Informationen aus Koalitionskreisen will die deutsche Regierung am 23. Februar bei einem Spitzentreffen über die weitere Strategie bei EADS und die Sicherung deutscher Interessen diskutieren. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern wird über einen Aktionärsverbund kontrolliert. Von deutscher Seite hält der Daimler-Konzern 15 Prozent direkt. Weitere 7,5 Prozent sind größtenteils bei einem Bankenkonsortium geparkt, die Stimmrechte liegen allerdings bei Daimler. Auf französischer Seite gehören dem Lagardere-Konzern 7,5 Prozent und dem Staat 15 Prozent. (APA)

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