Ex-Finanzdirektor kritisiert Salzburger Festspiele

9. Februar 2011, 12:33
6 Postings

Hans Landesmann hätte sich von den Festspielen in den vergangenen Jahren "mehr erwartet" - Pereiras Vision "betrifft hauptsächlich das Leichtverkäufliche"

Salzburg - Der ehemalige Finanzdirektor der Salzburger Festspiele und Ex-Generalsekretär des Wiener Konzerthauses, Hans Landesmann, hätte sich in den vergangenen Jahren vom Festival "mehr erwartet", wie er in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "News" erklärt. Viel habe man in den vergangenen Jahren nicht gelernt, so Landesmann.

Über den designierten Intendanten Alexander Peireira, der 2012 sein Amt antritt, meint Landesmann: "Nichts gegen Alexander Pereira. Er ist ein tüchtiger Mann, aber er hat eine andere Vision, was Salzburg sein soll. Und die betrifft hauptsächlich das Leichtverkäufliche."

Empört ist der ehemalige Finanzdirektor über "das Spiel, das in Salzburg mit Markus Hinterhäuser getrieben wurde. Markus Hinterhäuser war Konzertdirektor der Salzburger Festspiele unter Jürgen Flimm und ist amtierender Intendant in dieser Saison in Salzburg. "Es ist erschütternd, dass man ihn einfach links liegen ließ. Er wäre die Idealbesetzung gewesen. Er ist Musiker mit Herz und Seele - das hatten wir in Salzburg lang nicht mehr. Er ist ein Mutiger und hätte die dringend nötige neue Musikgeneration nach Salzburg gebracht, Komponisten wie Interpreten."

Nun wirbt Landesmann hinsichtlich der bald freiwerdenden Intendanz der Wiener Festwochen für Hinterhäuser. "Er hat Sachverstand in allen Sparten, und er könnte Wien wieder zum Zentrum neuer Musik machen, so schlecht, wie es in Paris und London läuft. Er wäre eine Riesenchance." (APA)

Share if you care.