Wien

Gästerückgang: Cafe Hawelka verzichtet auf Ruhetag

9. Februar 2011, 12:41
  • Artikelbild
    foto: robert newald

    Vor allem unter der Woche bleiben viele ehemalige Gäste im Hawelka aus.

Betrieb auch am Dienstag soll Gästerückgang im rauchfreien Traditionslokal kompensieren

"Dienstag Ruhetag" – das war jahrelang an der Tür des bekannten Kaffeehauses Hawelka in der Wiener Innenstadt zu lesen. Damit ist nun Schluss. Der Familienbetrieb hat seit kurzem sieben Tage die Woche geöffnet. Damit wolle man Einbußen, die das Lokal infolge des unfreiwilligen Rauchverbots verzeichnet habe, "abfangen", so Co-Geschäftsführer Michael Hawelka im APA-Gespräch. Über das bereits angekündigte Wintergartenprojekt, in dem künftig "pofeln" erlaubt sein soll, will man im Sommer entscheiden.

Im Hawelka darf - wie in vielen anderen Lokalen - seit Auslaufen der Übergangsfrist mit Juli 2010 nicht mehr geraucht werden. Da die Familie keine Trennwand durch ihr Cafe ziehen wollte, stellten die Hawelkas einen Antrag auf Denkmalschutz, um über diesen Weg eine Ausnahmeregelung zu erwirken. Das Bundesdenkmalamt entschied sich Mitte Jänner jedoch gegen eine Unter-Schutz-Stellung des ehemaligen legendären Künstlertreffs in der Dorotheergasse. Damit bleibt nun keine Möglichkeit, das Rauchen im Cafe zu erlauben.

"Am Wochenende sind wir gut besucht, aber gerade unter der Woche spürt man am Abend einen großen Unterschied zu früher", beklagte der Lokalchef und Enkel des Kaffeehausgründers Leopold Hawelka, der im April seinen 100. Geburtstag feiert. Den Ruhetag aufzugeben, zahle sich aus. Außerdem hat das Cafe - berühmt für seine Buchteln - das Mehlspeisenangebot erweitert, um mehr Gäste anzulocken.

Um Glimmstängel künftig wieder erlauben zu können, überlege man den Bau eines gläsernen Wintergartens nach Vorbild des Cafes Landtmann. Er soll dort entstehen, wo sich jetzt der Schanigarten befindet, und in der warmen Jahreszeit geöffnet werden können. Ein solches Projekt würde allerdings Investitionen im hohen fünf- oder niedrigen sechsstelligen Bereich nach sich ziehen, schätzt Hawelka. Deshalb wird die endgültige Entscheidung, ob das Vorhaben tatsächlich in Angriff genommen wird, erst in den Sommermonaten fallen.

Abgesehen davon tröstet sich der junge Cafetier mit ferneren Zukunftsvisionen. "Vielleicht wird das Rauchen in zehn Jahren ja sowieso in allen Lokalen verboten. Dann haben wir einen Startvorteil", spekuliert er. (APA)

derStandard.at/Panorama auf Facebook

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1097
Gift
42
13.3.2011, 22:51
scheint jetzt gut zu laufen seit des hawelka

rauchfrei ist, muss sogar schon am dienstag aufsperren, freud mich zu hören!

weinrot
01
30.3.2011, 15:12

ich glaub du hast da was falsch verstanden...

Ramba Zambas Sohn
21
23.3.2011, 16:09
Immer dieselbe Schreibschwäche, der Multinicker

´freud mich zu hören!´....

dritter.mann
 
04
15.2.2011, 00:13
Nichtraucher auf Lokalsuche:

Geht doch so einfach, einfach anklicken:
www.nichtraucherlokale.net/
Mehr als Ihr glaubt und obendrein wird die Liste laufend erweitert!

gesundheitsministerium@wko.at
61
21.2.2011, 14:33
so...

...und jetzt filterns dort einmal
die ganzen "kurcafes",SB,nordsee-filialen usw... raus
dann bleibt nicht mehr viel übrig
und nebenbei - wein&co rauchfrei war einmal
(ist mehrmals angeführt...)

eine liste zum krenreiben - wieder einmal...

Die Stimme
14
11.3.2011, 18:22

Rauchfreie Lokale sind grundsätzlich Kurcafes. Denn nur in Sanatorien besteht eine sachliche Begründung für diesen Unsinn.

dritter.mann
 
26
21.2.2011, 21:55
Also, irgendwie verstehe ich Sie nicht!

Ich stelle einfach diesen n.m.D. recht guten Link zur Orientierung zur Verfügung und schon wieder passt es nicht. Also frage ich mich ein wenig, welches Problem Sie damit haben? Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie eigentlich sowieso nie in irgendein Lokal gehen, aber Ihr innigster Wunsch darin besteht, dass auch die Raucher kein solches frequentieren sollen/dürfen?
Obwohl ich es Ihnen gern zugestehen möchte, muss ich Ihnen aber dennoch zur Kenntnis bringen: Es gibt keinerlei gesetzliches Anrecht auf Neurosen, Paranoia und etwaige andere Empfindungsstörungen. Sie würden es sich wesentlich leichter tun, konzentrierten Sie sich auf das, was im Leben wirklich zählt - Rauchen oder nicht gehört echt nicht dazu!

jumpingjack flash
41
21.2.2011, 19:44

dann noch die wo trotz rauchverbot geraucht wird....

dritter.mann
 
27
21.2.2011, 23:22
Ja, so ein Skandal aber auch!!!

Da kommen echt Stammgäste seit gut 35 Jahren in ihr bevorzugtes Restaurant und haben die Impertinenz ihres Wunsches, nicht nur wie immer behandelt zu werden. Also feines Essen, ebensolche Weine und was sonst noch so dazu gehört. Sondern zum caffe und dessen Begleitern was auch immer rauchen zu können.
Dafür zahlt man zu Zweit - auch wenn Sie jetzt in Ohnmacht fallen - locker so um die 100 € bis 150 € oder ein bisserl mehr.
Fazit daraus: Ja, ich darf auch dort rauchen, wo es Rauchverbote gibt! Und ich zahle dafür jenen hohen Preis - und zwar freiwillig und lange vor dieser Idiotengesetzgebung -, den Sie niemals zu zahlen bereit wären.
Also, halten Sie bitte..................... an sich.
MbG***3M

gauxx
13
15.2.2011, 00:27

Jetzt gehts hier im Standard um Schi-Hütten.

http://derstandard.at/129721608... Skihuetten

Aber eigentlich um genau immer noch und immer wieder das Gleiche ;)

dritter.mann
 
14
15.2.2011, 01:24
Also, um ehrlich zu sein:

Schihütten sind mir sowas von egal wie die oft erwähnte frische Luft. Zu meiner Zeit hat man sich solchem Unfug nie ausgesetzt. Alt wird man im Kaffeehaus, aber nicht am Sportplatz, war die Devise, und jede Statistik hat ihr Recht gegeben. Insofern wünschte ich mir Ernst Happel noch am Leben, denn der hätte den Komikern (wie jenen, die sich zuletzt beim Barca-Spiel über RaucherInnen auf der Tribüne empört haben) nur den Vogel gezeigt. Echte Spinner, denen nicht einmal bekannt ist, dass seinerzeit Boxer wie Fußballspieler geraucht haben. Sogar das "Wunderteam" zog so aufs Feld ein. Und wem hatten wir es zu verdanken? - Genau. Den Juden. Insofern dünkt mich die MNR als indirekt antisemitisch. Sie sollten also endlich wissen, was sie tun.

till ulenspiegel
03
15.2.2011, 10:38
Hm, naja...

..die letzte These ist vielleicht etwas gewagt, aber beim Gedanken an Happels Reaktion musste ich schmunzeln ;-).

dritter.mann
 
12
15.2.2011, 23:50
Lieber Till,

natürlich freut es mich, Sie zum Schmunzeln gebracht zu haben, aber eine "These" habe ich da nicht aufgestellt, sondern nur ein wenig die Geschichte in Erinnerung zu bringen versucht. Egal, ob bei der seinerzeit so fulminaten Hakoah, bei der Vienna oder sonst einem Club, bei den genialen Gebrüdern Meisl bis zu den Nachkriegstrainern und -spielern: Es war britischer Sportsgeist und es wurde geraucht. Aber was ihn antrieb waren tatsächlich "die Juden" wie die Meisls über Menasse und viele andere mehr. Der heutige Spitzensport kennt diese Eleganz freilich nicht mehr. Er ist uncool, oft zum Erbrechen und es ist ihm die weitgehende Drogenabhängigkeit anzusehen, die vom Tabak um Welten entfernt ist (betr. nicht nur Diego M.).
MbG, 3M

till ulenspiegel
03
16.2.2011, 14:29
Danke sehr..

..für die durchaus interessante Information - und was Ihren Kommentar zum Status des heutigen Spitzensports anbelangt, so kann ich diesem nur zustimmen!

gauxx
13
15.2.2011, 01:57
Faszinierend,

wie sie es schaffen einen Bogen vom Rauchverbot in Schihütten über Fussball- und Boxlergenden (die mir widerum fast so von Herzen egal sind wie deren heutige Sportskameraden) hin zum Antsemitismus zu spannen ;)

Hat jedenfalls etwas Logisches - zumindest wenn man das "antisemitisch" in Bezug auf die MNR auf fanatisch menschenverachtend verallgemeinert.

jumpingjack flash
31
14.2.2011, 18:10
kein rauch und noch mehr phänomenale mehlspeisen

nix wie hin!

dritter.mann
 
12
15.2.2011, 23:57
"Phänomenale Mehlspeisen"?

Also, wer so was schreibt, war noch nie im "Hawelka" bzw. kann amikal nur als "etwas verwirrt" bezeichnet werden. Machen S' Ihnen doch einmal dort kundig und hernach reden wir weiter!

baroli
11
16.2.2011, 17:06

Das dachte ich mir auch, der Mann kann noch nie dort gewesen sein.
Meine Buchteln schmecken wesentlich besser.;-)

dritter.mann
 
11
17.2.2011, 22:21
Das bringt mich auf Ideen...

Stelle Raucherräumlichkeiten etc. zur Verfügung, wenn Sie mit Buchteln kommen. Davon träum ich jetzt einmal. Herzlichst und mit großer Sypathie!
3M

baroli
11
17.2.2011, 23:27

Darüber ließe sich reden.:-)

Aber Sie wissen schon, was Musil schrieb:
Man hat die Wirklichkeit gewonnen und den Traum verloren.

Ich mag Ihre Beiträge übrigens auch sehr.

dritter.mann
 
12
18.2.2011, 23:55
Selbstfreilich, aber man muss ja nichts überstürzen.

Alles hat seine Zeit. Es war ja nur, weil mir zu den Hawelka-Buchteln long time ago so viel eingefallen ist und v. a., dass ich deretwegen einen Fußmarsch von der Dorotheergasse bis fast ans Ende der Krottenbachstraße laufen musste, weil-----------
Herzlichst und bis auf Weiteres***

gauxx
13
15.2.2011, 02:14

rasch, rasch ...

Und bitte lassen sie die Horden der NR, die ja jetzt angeblich alle das Lokal überrennen, herzlich grüßen. Danke!

jumpingjack flash
20
15.2.2011, 08:33

ja, werd ich machen - aber geduld, einige viele muss man erst wieder vom starbucks "entwöhnen" - dauert ein bisserl.

steve 82
31
14.2.2011, 13:36

ich als raucher (in Bayern) muss sagen man gewöhnt sich an die Nichtraucherlokale. Oder man hat gute Ideen wie im Treibhaus in Innsbruck mit dem Raucherpavillon oder manche stellen hier ein Zelt auf dann ist es selbst im Winter und bei Regen nicht so tragisch zum draussen sitzen.

dritter.mann
 
03
19.2.2011, 23:46
Lieber Bayer,

sehen Sie: Genau damit habe ich ein ziemliches Problem. "Man gewöhnt sich an alles". Und das will ich nicht. Gäbe es eine stichhaltige, nachvollziehbare und wissenschaftlich fundierte Grundlage für derartige Gesetze, würde ich mich sofort in diese fügen. Die fehlt aber und sie ist bis zum heutigen Stand der Erkenntnis auch nicht beizubringen.
Und jetzt überziehe ich dieses eigentlich banale Thema mit voller Absicht und kehre zurück zur Aussage, dass man sich an alles gewöhnen kann. Man kann. Aber man muss nicht. Und hätten seinerzeit mehr Menschen so gedacht, wäre das düsterste Kapitel unserer Geschichte wohl doch etwas anders verlaufen. Es beginnt ja immer im Kleinen: Wie z. B., wem die Benützung von Parkbänken erlaubt ist----

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1097

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.