Mehrheit deutscher Männer gegen Frauenquote

9. Februar 2011, 12:28
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Frauen großteils dafür: Angst, als "Quotenfrau" abgestempelt zu werden, haben die wenigsten

Hamburg - Die derzeit kontrovers debattierte Quote für Frauen in den Führungsetagen großer Unternehmen spaltet die deutsche Bevölkerung und stößt vor allem bei Männern auf Widerstand. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage für das Hamburger Magazin "Stern" sprachen sich 51 Prozent für eine derartige Quote aus, 45 Prozent lehnten sie ab. Die Ansichten von Frauen und Männern unterscheiden sich demnach stark: Während mehr als die Hälfte der Bürgerinnen (58 Prozent) für die Frauenquote eintritt, sind die Männer mit 53 Prozent mehrheitlich dagegen. Am deutlichsten sei die Ablehnung gegen die Quote bei WählerInnen der regierenden Parteien CDU/CSU (56 Prozent) und FDP (57 Prozent).

Keine Scheu vor Marke "Quotenfrau"

Karriere machen und aufsteigen wollen der Umfrage zufolge vor allem jüngere berufstätige Frauen: Fast drei Viertel (72 Prozent) der befragten 18- bis 29-Jährigen sagten, sie würden in ihrem Betrieb gern mehr Verantwortung übernehmen. Insgesamt wollen das 39 Prozent aller Frauen. Angst, als "Quotenfrau" abgestempelt zu werden, haben nur wenige: 74 Prozent der Jüngeren wäre demnach es egal, wenn die anderen so über sie dächten. Für die Erhebung befragte das Forsa-Institut Anfang Februar insgesamt 2011 repräsentativ ausgesuchte deutsche BürgerInnen.

Vorerst wird auf Freiwilligkeit gesetzt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in der vergangenen Woche einem Vorschlag von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) zur Einführung einer gesetzlichen Frauenquote eine Absage erteilt. Stattdessen setzt die Koalition in den kommenden zwei Jahren zunächst auf eine freiwillige Verpflichtung der Wirtschaft, nach der die Unternehmen ihre Quote flexibel selbst bestimmen sollen. (APA/Ag.)

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