Happy Birthday – zweimal in Bio

9. Februar 2011, 13:00
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Zwei Geburtstagsessen an einem Wochenende – mit kleinen Niederlagen beim Öko-Einkauf

Ein verlängertes Wochenende - und gleich zwei Geburtstagsessen sind auszurichten. Und zwar rundum bio, wie möglichst alles in diesem Monat. Wie auch schon in den Tagen zuvor zeigt sich: Es ist vor allem eine Frage des Bewusstseins, ob man das tatsächlich durchziehen kann oder nicht.

Das erste Fest: Mutters Geburtstag am Sonntag - auf dem Speiseplan stehen ein Römertopf-Hendl mit Reis und Salat zu Mittag und selbstgemachte Ravioli am Abend. Also ist am Samstag Großeinkauf angesagt - erst in Esche Schörghofers "Aus gutem Grund"-Geschäft in Mauer - und dann werden die restlichen Zutaten im Billa besorgt. Auf's Geld wird in diesem Fall nicht geschaut - da sich die Omi zum Geburtstag quasi selbst einlädt und die Rechnung begleicht.

Reis und Salat sind die leichteste Übung - aber was das Hendl betrifft hätte ich weiter voraus planen müssen. Denn das favorisierte Wildhendl gibt es im Biogeschäft gerade nicht - das hätte man vorbestellen müssen. Das Bio-Hendl aus dem Supermarkt tut's dann zwar auch, aber da liegen wirklich Geschmackswelten dazwischen. Wer einmal das Wild-Hendl probiert hat, vergisst den Unterschied nie.

Ricotta und Tiefkühl-Spinat

Dann die echte Niederlage in einem Detail: Für die Ravioli-Füllung braucht's Ricotta. Auch den gibt es im Biogeschäft nicht alle Tage - und also an diesem Samstag nicht. Also wird die Hälfte der Füllung mit Bio-Frischkäse bestritten - und der Rest mit konventionellem Ricotta aus dem Supermarkt. Die restlichen Zutaten für Teig und Füllung sind aber ohne weiteres in Bioqualität zu haben: Mehl, Eier, Öl für den Teig, Oliven bzw. Spinat für die Füllung. Der Spinat allerdings in Form von Tiefkühl-"Minis". Wie öko ist das? Bioqualität ist schließlich nicht alles - und man fühlt sich ein wenig als Schummler.

Und dann noch der Auftrag der Gattin - die Pâtissière der Familie: Eine Schoko-Glasur für die Torte sollte ich ihr mitbringen. Ich schaute mich im Supermarkt um - und griff dann zur stinknormalen, konventionellen Glasur im Regal. Eine doppelte Niederlage: Erstens hätte ich schon im Bio-Laden danach fragen können/müssen - und wenn schon, hätte ich ihr die Glasur auch aus Bioschokolade selbst zubereiten können. Ich gelobe mir selbst Besserung.

"Glückliche" Garnelen

Beim Geburtstagsessen für den Freund am Montag hingegen gelingt die Übung wieder rundum: Zum Auftakt wird aus den Resten des Hendls eine Hühner-Kraftsuppe gekocht, mit Grießnockerln als Beilage. Danach werden aus dem restlichen Ravioli-Teig Bandnudeln runter gekurbelt und mit Garnelen und Obers-Sauce serviert. Sämtliche Zutaten sind aus biologischer Produktion - auch die Garnelen. Denn zum Glück gibt es neurdings die Yuu'n Mee-Garnelen aus kontrolliert nachhaltiger Aufzucht - und garantiert Antibiotika-frei - in den Supermärkten. (Roman David-Freihsl, derStandard.at, 9.2.2011)

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    Ein Bio-Huhn im Supermarkt zu bekommen, zählt eher zu den leichteren Übungen - auch wenn das Wildhendl aus dem Bioladen um Welten besser schmeckt.

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