ÖVP verlangt Prüfung durch unabhängige Wissenschafter

Amon: "Erhebliche Zweifel, ob Daten valide sind" - Bifie: Daten sind frei zugänglich - Bildungsministerium lässt PISA-Ergebnisse nicht überprüfen

Wien - Die ÖVP verlangt die Einsetzung einer unabhängigen Wissenschafterkommission zur Überprüfung der Ergebnisse der letzten PISA-Studie. In diese könnten etwa Bundesländer und Parlamentsparteien Vertreter entsenden, schlug ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon vor. Mittlerweile gebe es "erhebliche Zweifel, ob die Daten der Studie valide sind".

Als Begründung führte Amon einerseits an, dass schon bei der Durchführung der ersten PISA-Studie durch das Bifie-Vorgängerinstitut erhebliche statistische Fehler festgestellt worden seien. Aktuell geben ihm vor allem zwei Punkte zu denken. Einerseits frage er sich, warum das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) die Bundesländer für Tiefenuntersuchungen extra bezahlen lasse, wenn gleichzeitig die Ergebnisse für Landgemeinden, kleine und große Städten ohnehin verfügbar seien und publiziert würden. Aus diesen Daten müsse man auch die einzelnen Länder-Ergebnissen herausrechnen können.

Auf der anderen Seite habe die OECD selbst schon vor der PISA-Veröffentlichung mitgeteilt, dass die Daten für Österreich aufgrund eines Boykottaufrufs nur unter Vorbehalt publiziert werden, so Amon. Offenbar hätten aber mehr Personen diesen Aufruf befolgt als das Bifie mitgeteilt habe.

"Vorwürfe sind gegenstandslos"

Das für die Durchführung der PISA-Studie in Österreich zuständige Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) hat am Mittwoch erbost reagiert. "Alle diesbezüglichen Vorwürfe sind gegenstandslos", betonte Bifie-Direktor Günther Haider am Mittwoch in einer Stellungnahme.

"Jeder, der sich mit PISA einigermaßen beschäftigt, weiß um diesen freien Zugang zu den PISA-Daten." Diese könnten schon seit der ersten Ausgabe der OECD-Vergleichsstudie im Jahr 2000 von jedem PC-Nutzer von der Homepage des OECD-Konsortiums ACER heruntergeladen werden, "sogar die originalen Statistik-Auswertungsfiles stehen professionellen Sozialwissenschaftern in SAS/SPSS frei zur Verfügung." Die PISA-Studie sei weltweit ein Vorbild an Offenheit und für eine aktive Politik der Datenweitergabe bekannt.

Besonders unverständlich ist für Haider die Forderung von Tirol und Vorarlberg nach einer Herausgabe der Daten. Als Auftraggeber der Bundesländerauswertungen seien die beiden Länder "Besitzer" der Daten und könnten in Absprache mit dem Unterrichtsministerium über diese verfügen. Der Bifie-Direktor gibt allerdings zu bedenken, dass bei Publikation von schulspezifischen Daten eines so kleinen Landes wie Vorarlberg der Datenschutz, der den österreichweit mehr als 200 PISA-Schulen zugesichert wurde, "möglicherweise nicht mehr gegeben" sei. Die Entscheidung über eine Veröffentlichung liege aber beim Auftraggeber.

Absage aus Unterrichtsministerium

Das Unterrichtsministerium wird die Ergebnisse der PISA-Studie 2009 nicht überprüfen lassen. "Das ist kein Thema und steht nicht zur Diskussion", hieß es am Mittwoch. Gefordert hatten die Überprüfung auch die VP-Landesschulratspräsidenten von Vorarlberg, Tirol, Ober- und Niederösterreich.

Bei der letzten PISA-Studie haben sich die Ergebnisse der österreichischen Schüler klar verschlechtert und liegen nunmehr am unteren Ende der OECD-Staaten. Die OECD publizierte die Daten aufgrund eines Boykottaufrufs in der ersten Woche der Tests allerdings nur unter Vorbehalt und sah von Vergleichen mit früheren Studien ab. Die VP-Landesschulratschefs nannten als Grund für ihren Wunsch nach Überprüfung, dass methodische Fehler ausgeschlossen werden sollten. Solche hatten bei der ersten PISA-Studie 2000 für eine nachträgliche Korrektur des Österreich-Ergebnisses geführt - allerdings nach unten. (APA/red)

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Seit es das Bifie gibt, schneidet Österreich in der Pisa-Studie (von einem Jahr auf das andere) immer schlechter ab.

Soviel zum Thema Datenvalidität!

die pisa-studie dient frau schmied als vorwand

die nms schnellstens einzuführen.

auch dieses vorhaben wird nicht nur am lehrerInnenmangel scheitern. die weigerung der veröffentlichung einzelergebnisse der pisa-studie sollen dazu dienen, das gute niveau der ahs-unterstufe zu verschleiern!

gesamtschule - nein danke!

ups .. Parteilinie verfehlt

Ziemlich lustig,
Die Jugend/Vorfeldorganisation der ÖVP: Schülerunion hat ja zum Boykott des heiss umstrittenen Thema: PISA-TEST, aufgerufen. Und wer pocht jetzt drauf, dass genau dieser Boykott die Ergebnisse verfälscht habe und an allem Schuld ist?
Hups! Die eigene Mutterpartei.
Nett .. wirklich nett.

können

die sich keine eigenen experten leisten?

Pisa oder Bundesheer: Die Führung der Koalition blockiert sich offensichtlich selbst

Würde das ein Vorstand in einem Unternehmen machen, wäre es vermutlich der schnelle Tod. Teams an der Spitze sind eine Erfolgskomponente, aber nur wenn sie komplementäre Eigenschaften aufweisen und trotzdem für einen gemeinsamen Erfolg zusammenarbeiten...

http://www.facebook.com/GfP.at/po... 0643365233

wie lächerlich will sich die övp noch machen...

Wie beauftragt ÖVP, die Bildungsaverse,

Wissenschafter zur Überprüfung einer Studie, die sie grundsätzlich nicht versteht?
Den Vertrag würde ich gerne lesen.
Erspart wahrscheinlich Kabarettbesuche auf Jahre hinaus ...
" ... wie weit sind die PISE Ergebnisse von unseren Messungen in der Klosterschule ... ", oder so ...

genau: beauftragen wir doch ein paar OEVP-nahe Wissenschafter ...

auf der Uni Wien sind sowieso fast alles nur ROTE....

Zumindest Herr Amon hat somit seine Intelligenzdatan

validiert: durchgefallen.

nützt den övplern sowieso nicht. können sie ja eh nicht lesen.

einfacher ist sicher zu stellen, daß die Kinder wieder mehr lernen. Wem bringen Entschuldigen etwas ausser den inkompetenten Politikern?

Wozu, liebe ÖVPler - seht's endlich & endgültig ein, dass ...

die - naemlich Eure Liesl - hat's verschiss*en - ist so!

Anstelle jetzt Geld für gegnprüfungen in die Hand zu nehmen, wäre es besser, endlich gemeinsam mit Eurem lustigen Koalitionspartner der S(paß)PÖ eien Lösung zu erarbeiten, die Österreich weiterbringt und nicht auf Parteivorteile aus ist!

Aber ich denke, so weit seid Ihr noch lange nicht!

Schweinbratlseppl und GLatz, neugebauer und konsorten werden dies schon verhindern!

brauchen da wieder ein paar övp nahe geld?

Was das für unabhängige Wissenschafter sein sollen kann man sich ja vorstellen...

Die Schwarzen und ihre Klientel sind nie an irgendetwas schuld. Sie sind völlig lernresistent. Lernen und einsichtig sein sollen immer nur die anderen. Die Betonschädelfraktion ist damit zufrieden an der Macht zu sein und sich aus Steuergeldern ein fettes Einkommen zu genehmigen.

Und was soll bitteschoen dabei rauskommen ?

Entweder : Alles Luege - wir sind doch die Besten - oder Jaja die Ergebnisse stimmen doch . Super - Und was weiss man dann mehr ?

Die Öffentlichkeit des gesamten Datenmaterials würde dadurch sichergestellt.

Womit auch Detailauswertungen möglich würden, denen man sich bisher verweigert. Zum Beispiel die Situation in Wien betreffend.

"Jeder, der sich mit PISA einigermaßen beschäftigt, weiß um diesen freien Zugang zu den PISA-Daten." Diese könnten schon seit der ersten Ausgabe der OECD-Vergleichsstudie im Jahr 2000 von jedem PC-Nutzer von der Homepage des OECD-Konsortiums ACER heruntergeladen werden, "sogar die originalen Statistik-Auswertungsfiles stehen professionellen Sozialwissenschaftern in SAS/SPSS frei zur Verfügung."

wenn man, wie sie nun meinen, die öffentlichkeit des materials erst sicherstellen muss, dann ist die zitierte passage ihres wissens nach also gelogen?

Austria oder Australia

Wenn eh alles auf der Homepage der australischen Testindustrie steht, wozu brauchen wir das BIFIE dann noch? Als teure Aktenträger?

Besonders unverständlich ist für Haider die Forderung von Tirol und Vorarlberg nach einer Herausgabe der Daten.

die möchten natürlich alle Daten, sodass kein anderer mehr welche hat. Völlig logo die Forderung.

so, suchen wir die schuld wieder mal wo anders, hm?

der Klassiker

hat die övp

unabhängige wisssenschafter denen sie geld zukommen lassen will?

Ich glaube nicht, dass die Ergebnisse aus ideologischen Gründen beim BIFIE von so bestellt wurden, wie sie jetzt sind.

Schmied hat kein Geld.

Die VP-Länder sollen die PISA-Studie selber überprüfen lassen.

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