AK kritisiert geplante A1-Tarifänderung für 05er-Nummern

9. Februar 2011, 11:28
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"Grundentgelt-Verteuerung sei recht hoch und die unterschiedlichen Folgen überaus verwirrend"

Für Vertragskunden des Mobilfunkmarktführers A1 wird ab 1. April die Grundgebühr um 2,75 Euro erhöht - der WebStandard berichtete. Dafür werden Anrufe zu 05er-Nummern - bis zu 1.000 Freiminuten - nicht mehr gesondert verrechnet. Mittlerweile gibt es rund 500 große Organisationen, die diese Nummer verwenden, z.B. die ÖBB für ihre Zugauskunft. Die Telekomzentrale ist ebenfalls über eine 05er-Nummer zu erreichen. Wer diese Grundgebührenerhöhung nicht hinnehmen will, kann seinen Vertrag trotz laufender Bindungsfrist kündigen.

Kritik

Die AK übt in einer Aussendung Kritik an der geplanten A1-Tarifänderung."So viele Freiminuten für Anrufe zu bestimmten Behörden, Unternehmen und Organisationen werden selten verbraucht. Im Gegenzug ist die Grundentgelt-Verteuerung mit knapp drei Euro recht hoch und die unterschiedlichen Folgen für Alt- und Neukunden überaus verwirrend", so AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer.

Körberlgeld

Firmen mit mehreren Standorten haben durch 05er-Rufnummern den Vorteil für Anrufer österreichweit unter einer einheitlichen Nummer erreichbar zu sein. Allerdings klagen Konsumenten, dass die Telekom-Anbieter nicht deutlich darüber informieren, dass Anrufe zu 05er-Nummern anders behandelt werden als Rufe ins Festnetz. "Die Betreiber haben sich dadurch ein Körberlgeld verdient", so die AK. Unternehmen die 05er-Nummern nutzen, haben von diesen zusätzlichen Einnahmen nichts.

Tarifansage

Der Telekomregulatur hat auf Grund zahlreicher Beschwerden zu 05er-Nummern die Mehrwerdienst-Verordnung verschärft: Betreiber dürfen künftig nur noch maximal 40 Cent pro Minute für Anrufe zu 05er-Rufnummern verrechnen. Bei ab 1. März abgeschlossenen Verträgen müssen sie auch eine Tarifansage schalten, wenn Anrufe zu 05er-Nummern mehr als zu Festnetznummern kosten oder in den Freiminuten nicht enthalten sind.

Der alte Vertrag läuft unverändert weiter, wenn ...

In der Aussendung betont die AK, dass Kunden laut Telekomgesetz bei einer Verschlechterung ihrer Tarif- oder Vertragsbedingungen ein befristetes, schriftliches Kündigungsrecht haben. Der Anbieter muss seine Kunden auf dem Rechnungsausdruck über die Änderung informieren und auch über das Kündigungsrecht belehren. Kunden mit älteren Tarifmodellen können den neuen Tarif wählen oder ihren Vertrag kündigen. Kunden mit aktuelleren Tarifen akzeptieren entweder die zusätzlichen Kosten von 2,75 Euro oder können schriftlich widersprechen. Die Folge: Der alte Vertrag läuft unverändert weiter - keine höhere Grundgebühr, aber auch keine Gratisminuten zu 05er-Nummern.  (red)

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