Student schlug Höchstrichter nieder

9. Februar 2011, 11:24
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Während eines Vortrages zum Thema "Grenzen des Lebens" – Polizei spricht von politischem Motiv

Im bayerischen Passau hat am Dienstag ein Student den Vorsitzenden Richter des Zweiten Strafsenats des deutschen Bundesgerichtshofs (BGH), Thomas Fischer, mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hielt Fischer gerade einen Vortrag zum Thema "Die neue Rechtsprechung des BGH zu den Grenzen des Lebens", als der 22-jährige Jusstudent im mit 300 Zuhörern gefüllten Hörsaal aufstand und Fischer angriff. Der Bundesrichter sei dabei am linken Ohr getroffen und leicht verletzt worden, er habe seinen Vortrag aber fortsetzen können.

Der Student konnte den Angaben zufolge nach einem Gerangel von anderen Zuhörern überwältigt und bis zur Ankunft der Polizei festgehalten werden. Die Attacke war laut Polizei politisch motiviert. Der vorübergehend festgenommene junge Mann habe bei seiner Vernehmung angegeben, wechselnde politische Ansichten zu haben, derzeit jedoch mehr rechts orientiert zu sein. Er habe sich mit seinem Angriff gegen eine fortschreitende Unterdrückung und Entziehung der Lebensgrundlagen in Deutschland wehren wollen, gab er demnach an. Laut Polizei gehört der Mann seinen eigenen Aussagen nach keiner politischen Gruppierung oder Partei an und plante seine Tat alleine. (APA)

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