Telekom-Affäre - Fischer: Habe Auftrag erteilt, kenne Kosten nicht

9. Februar 2011, 10:40
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Ex-Festnetzvorstand zum "Kurier": In meinem Fall wurde das Programm auch umgesetzt

In der Affäre rund um üppige Beratervertreter für den Lobbyisten Peter Hochegger durch die teilstaatliche Telekom Austria hat sich nun Ex-Festnetzvorstand Rudolf Fischer im "Kurier" zu Wort gemeldet. Er verteidigt die Beratertätigkeit, die er selbst in Auftrag gegeben hat - weiß aber nicht mehr, wie viel das der börsenotierten Telekom gekostet hat. Wie das "profil" kürzlich berichtet hat, soll die Telekom in zehn Jahren insgesamt 25 Mio. Euro an die Agentur Hochegger bezahlt haben.

"Darüber kann ich nichts sagen, da weiß ich auch zu wenig"

Zum Gesamt-Volumen will sich Fischer nicht äußern, "darüber kann ich nichts sagen, da weiß ich auch zu wenig". Nicht Stellung nehmen will Fischer auch zu Vorwürfen, dass von der Telekom ähnliche Positionierungs-Profile etwa für Telekom-Regulator Georg Serentschy oder die beiden Verkehrsminister Matthias Reichhold und Hubert Gorbach zumindest mitfinanziert worden sein sollen. Über ein ähnliches Konzept für seinen Nachfolger Gernot Schieszler will Fischer ebenfalls nichts sagen, berichtet der "Kurier". Serentschy hatte die Vorwürfe, er habe auf Kosten der Telekom, für deren Regulierung er mit zuständig ist, Beratungen erhalten, dementiert und juristische Schritte angedroht.

"PR-Positionierung COO Fischer - Frische Impulse für Infrastrukturpolitik"

Zu dem für Fischer 2003 unter dem Titel "PR-Positionierung COO Fischer - Frische Impulse für Infrastrukturpolitik" von Hochegger erarbeiteten - und von der TA bezahlten - Konzept steht er. "Ein jeder Manager hat ein Positionierungsprogramm. Andere gehen in ein Medien-Training, das kostet ja auch nicht gerade wenig."

Was "sein" Programm gekostet hat, kann oder will Fischer nicht sagen, "das weiß ich heute nicht mehr". Den Auftrag dafür gab er selbst - "jeder Vorstand hat da ein bestimmtes Pouvoir" - aber nicht im Alleingang: "Beim Auftrag und bei der Abzeichnung der Rechnung waren immer zwei Unterschriften notwendig." Entweder von einem zweiten Vorstand, zumindest aber von einem Prokuristen.

Das Programm sei, beteuert Fischer, "in meinem Fall auch wirklich umgesetzt worden". Und habe der Telekom auch etwas gebracht. So sei etwa eine Breitband-Initiative für das Festnetz gestartet worden. Zur Bindung von wichtigen Großkunden habe man den "Telekom Austria Trend Circle" gegründet. In dessen Rahmen wurden heimische Top-Manager drei- bis viermal im Jahr zu hochkarätigen Veranstaltungen geladen. (APA)

 

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