16 Prozent mehr Drogenlenker als im Vorjahr

9. Februar 2011, 06:10
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37.519 Anzeigen wegen Alkohol am Steuer, 1.094 Lenker wurden unter Drogeneinfluss aufgehalten – Polizei vermutet höhere Dunkelziffer

1.094 Drogenlenker sind 2010 von der Polizei aus dem Verkehr gezogen worden, das sind um 16,4 Prozent mehr als im Jahr 2009, wie aus einer Statistik des Innenministeriums hervorgeht. "Wir vermuten, dass es eine noch viel höhere Dunkelziffer gibt", sagte Angelika Reschenauer, Sprecherin des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Nun sollen künftig Drogen-Vortestgeräten eingesetzt werden.

Otmar Bruckner vom Verkehrsdienst im Innenministerium führt die Zunahme bei den erwischten Drogenlenkern auf verstärkte Schulungsmaßnahmen für Beamte zurück, die in diesem Bereich erfolgt sind. In Österreich werden von der Polizei keine Drogen-Vortestgeräte eingesetzt. Die Feststellung einer Beeinträchtigung erfolgt im Zuge von Alkotests. "Fällt ein Alkotest gering aus, obwohl der Betreffende starke Symptome einer Beeinträchtigung zeigt, muss er zur ärztlichen Kontrolle", sagte Bruckner. 2010 wurden um 20 Prozent mehr Alkoholkontrollen durchgeführt, dieser Umstand habe dazu geführt, dass man auch mehr Drogenlenker erwischt hat.

2010 gab es 37.519 Anzeigen wegen Alkohol am Steuer und rund 1.100 wegen Drogen. "Dieses Verhältnis skizziert das Problem recht gut", sagte Armin Kaltenegger, Leiter des Rechtsbüros beim KfV. Es bedeute nämlich nicht, dass es kein Problem mit Drogenlenkern gäbe, sondern "dass wir keine Mittel zur Detektion haben". "Wir gehen davon aus, dass jede fünfte Alkoholbeeinträchtigung auch eine Drogenbeeinträchtigung ist", so der Jurist.

Gegen Drogenlenker soll nun künftig schärfer vorgegangen werden: Das KfV und die Bundespolizeidirektion Wien wollen voraussichtlich ab März in einem Pilotprojekt erstmals Drogenvortestgeräte zum Einsatz bringen. Armin Kaltenegger, Leiter des Rechtsbüros beim KfV, rechnete damit, dass so zehnmal mehr Drogenlenker gestoppt werden würden.

Bei Fahrzeugkontrollen sollen zunächst in einem Feldversuch auf der Straße sogenannte Frenzelbrillen mit 15 Dioptrien eingesetzt werden. Diese werden dem möglicherweise beeinträchtigten Lenker aufgesetzt. Dem Betroffenen wird dann ins Auge geleuchtet und die Reaktion der Pupille beobachtet. Auf diese Weise soll eine Beeinträchtigung der Person abgelesen werden können. (APA)

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