FARC-Guerilla lässt Geisel frei

14. Februar 2011, 09:55
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Kommunalpolitiker Marcos Baquero wurde einer humanitären Kommission übergeben

Bogota - Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben mit der angekündigten Freilassung von insgesamt fünf Geiseln begonnen. Am Mittwoch setzten sie zunächst den im Juni 2009 entführten Kommunalpolitiker Marcos Baquero auf freien Fuß. Das bestätigte der Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Christophe Beney.

Der 35-jährige Politiker wurde an einem geheim gehaltenen Ort im Urwald einer humanitären Kommission übergeben. Ihr gehörten unter anderem die Oppositionspolitikerin und frühere Senatorin Piedad Córdoba, ein Vertreter des IKRK sowie ein peruanischer Artz an.

An Bord eines eigens für diesen Zweck von Brasilien zur Verfügung gestellten Hubschraubers wurde Baquero anschließend in die Stadt Villavicencio geflogen. Dort warteten seine Angehörigen auf ihn. An diesem Freitag sollen dann der Kommunalpolitiker Armando Acuna und der Marinesoldat Henry Lopez freikommen. Für Sonntag ist der Abschluss der Aktion mit der Übergabe eines entführten Polizeimajors sowie eines Soldaten geplant.

Schon wiederholt haben die FARC ihre Gesprächsbereitschaft betont, diese jedoch mit Bedingungen verknüpft - so zuletzt FARC-Chef "Alfonso Cano", der mit bürgerlichem Namen Guillermo Saenz heißt: Bei Friedensgesprächen müsse es um eine "gerechte Gesellschaftsordnung unter sozialistischem Vorzeichen" gehen, sagte er im vergangenen Juli.

Für den konservativen Präsidenten Manuel Santos ist dies jedoch unannehmbar. Er machte den Beginn von Gesprächen von der Freilassung aller FARC-Geiseln, dem Verzicht auf neue Entführungen und auf den Einsatz von Antipersonenminen sowie einem Ende des Terrorismus abhängig. Der vorerst letzte Versuch, durch Gespräche ein Ende der Gewalt zu ermöglichen, war 2002 vor allem daran gescheitert, dass die Kämpfe während der Gespräche weitergingen. Der Staat wollte erst einen Waffenstillstand und dann Gespräche, die FARC wollten es genau umgekehrt.

Die kolumbianischen Streitkräfte haben den FARC seither mit US-Militärhilfe in Milliardenhöhe schwere Niederlagen beigebracht. Die Zahl der Rebellen sank nach Angaben der Regierung von etwa 20.000 im Jahre 2002 durch Verluste bei Kämpfen, Gefangennahme sowie Fahnenflucht auf jetzt nur noch etwa 8000. Dennoch versetzen die FARC, die sich auch aus dem Drogenschmuggel finanzieren, den Sicherheitskräften immer wieder empfindliche Schläge. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Marcos Baquero nach seine Freilassung am Flughafen Villavicencio

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