Angeklagter schwer belastet

8. Februar 2011, 18:59
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Salzburg - Unter Tränen sagte eine ehemalige Prostituierte am zweiten Prozesstag im Mordfall Silke Schnabel aus: Der Angeklagte habe sie drei Jahre vor dem Mord gewürgt und mit Fäusten geschlagen, weil sie ihm Potenzprobleme vorgeworfen hatte. "Er hatte einen total starren Blick und schlug mit beiden Fäusten wie ein Irrer auf mich ein." Die Attacke habe sie nicht bei der Polizei angezeigt, weil sie als Geheimprostituierte arbeitete und Angst vor einer Strafe hatte.

Verteidiger Karl Wampl wollte die 49-jährige Frau vor den Geschworenen unglaubwürdig darstellen: "Sie hat offenbar schwere psychische Probleme." Eine ehemalige Kollegin der Frau bestätigte im Zeugenstand die Verletzungen der 49-Jährigen: "Die hat ausgesehen - fürchterlich." Auch die damalige Geschäftsführerin des Lokals "Max und Moritz" belastete den Angeklagten: "Er ist ein Narrischer. Wenn er betrunken war, wurde er aggressiv."

Doch nicht bei allen kehrte die Erinnerung zurück. Viele Zeuginnen konnten sich nach 18 Jahren an nichts mehr erinnern. (ruep/DER STANDARD-Printausgabe, 9.2.2011)

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