Hilfssheriffs für ÖBB-Schaffner

8. Februar 2011, 18:56
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    foto: apa/oczeret

    Schaffner zu sein war früher weniger gefährlich.

Security-Personal soll in Regionalzügen auf der Südbahn Randalierer einschüchtern

Wien - Die Zukunft der ÖBB-Nah- und Regionalverkehrszüge wird doch nicht so schaffnerlos sein, wie vom ÖBB-Personenverkehr angestrebt. Neuerdings lässt die Staatsbahn Security-Personal im Zug mitfahren. "Hilfssheriffs" begleiten die ÖBB-Zugbegleiter bei ihren Fahrkartenkontrollen und stehen - in Respektabstand - zur Verfügung, wenn Not am Mann oder an der Frau sein sollte.

Der Grund für die "Bewachung" des Zugpersonals: Es sei in jüngster Zeit zu teils schweren Übergriffen auf Bordpersonal gekommen, Zugbegleiter seien an Leib und Leben bedroht worden, sagt ein ÖBB-Sprecher. Zum Einsatz kommen die Sicherheitsleute nicht flächendeckend, sondern vorerst nur in Regionalzügen zwischen Floridsdorf und Gloggnitz. Dort sei es im Herbst vermehrt zu Tätlichkeiten gekommen. Grundsätzlich, betont der ÖBB-Sprecher, habe die Zahl der Übergriffe nicht zugenommen, aber sie seien brutaler geworden.

Kosten für Mehraufwand

Seit Dezember begleiten die Leibwächter die Zugbegleiter in den durch Wien nach Payerbach-Reichenau fahrenden Doppelstockwagen ("Wieselzüge"). Die Kosten für den Mehraufwand durch externes Sicherheitspersonal beziffert die Bahn mit 45.000 Euro pro Monat, informelle Quellen sprechen von bis zu 60.000 Euro, die bei Testläufen ausgegeben worden seien. Im Sommer werde die Aktion evaluiert und geprüft, ob der Service auch von ÖBB-Personal erbracht werden könnte. Überlegt wird auch, Schaffner nur mehr im Doppelpack einzusetzen, weil dies deren Sicherheitsbedürfnis entspreche, Auch Fahrgäste fühlten sich sicherer, zumal auch Vandalismus hintan gehalten werde. Das Land Tirol zahlt, wie berichtet, extra, dass am Abend in Nahverkehrszügen Zugbegleiter an Bord sind.

Um Ein- und Erhaltung der Sicherheitsnormen im Eisenbahnbetrieb geht es auch Österreichs Eisenbahnunternehmen (EVU). Derzeit gibt es im Normenausschuss Bestrebungen, die Kriterien für den Zugang zum Schienennetz zu harmonisieren. Harmonisieren bedeutet in dem Fall lockern, denn derzeit dürfen Lokführer ohne Streckenkenntnis hierzulande nicht schneller als 40 km/h fahren, mit einem Lotsen als Beifahrer 60 km/h. Das wollen die EVU auf deutsches Niveau heben, wo 100 km/h erlaubt sind - obwohl in Sachsen-Anhalt ein Güter- und ein Personenzug zusammengestoßen sind, weil ein Lokführer mutmaßlich zwei Haltesignale übersehen haben dürfte. (Luise Ungerboeck/DER STANDARD-Printausgabe, 9.2.2011)

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Stephan Fadinger
00
Wow!

Da bin ich ja der urmutige Held!

So oft wie ich mit der gefährlichen Südbahn fahr.

Und das ohne mich zu fürchten!

Na ich will mal annehmen "meine Zeiten" gehören wohl nicht zu den gefährlichen.

Aber schon damals wie ich noch "draußen im Süden" gewohnt hab war der letzte Zug der Samstag nachts von Wien rausfuhr für den Schaffner eher ungut

In god we trust.
01
23.2.2011, 10:39

Wenn die Schaffner dadurch ihren Job machen können, ohne sich von halbstarken Subjekten mit dem IQ eines verschimmelten Brotes bedrohen lassen zu müssen, dann ist es eine gute Sache.

Traurig dennoch, dass es soweit gekommen ist, dass man so etwas braucht.

revisor69
 
01
cui bono?

Was soll das ganze. Jedes Kind weiß, daß die Securities auf ÖBB-Anlagen nichts zu sagen haben, solange sie kein Eisenbahnaufsichtsorgan sind. Und sollten diese einmal zur Amtshandlung schreiten, dann haben Sie sich als solches auszuweisen. Sollten Sie dies nicht können, tschüss und baba!

Die Exekutive hat im Eisenbahnbereich auch nichts zu reden. Ihre Funktion beschränkft sich daraufhin, das (bedrohte) Eisenbahnaufsichtsorgan zu schützen. Sie haben keinerlei Exekutivgewalt auf Eisenbahnanlagen.

Stadtmeisterschaftsfünfter 1992
22

Man sollte die Waffengesetze lockern, dann bräuchten wir nicht so viele 'Beschützer' von den blahden Linzer Stadtwapplern bis zur Skinhead-Security im Zug.

R. Lexer
00
27.2.2011, 13:48

Und die Typen vor denen Sie beschützt werden wollen, würden sich selbstverständlich nie bewaffnen.

Stadtmeisterschaftsfünfter 1992
01
27.2.2011, 15:27

Ich will eh nicht beschützt werden, sondern mich selbst schützen können. Die bösen Buben kommen an alles, was sie wollen - das Volk nicht.

Alpha-Rüde
01
Ich sehe schon folgendes Bild vor mir:

Zugbegleiter und sein Sicherheitspersonal, gefesselt und nackt an einem Bahnhof während der Zug sich wieder in Bewegung setzt.

Jaja, die liebe Südbahn.... :-)

ama2deus
00
liebe redaktion

man kann es wirklich mit kritik übertreiben, aber dieser satz bei einer zeitung wie dem standard schmerzt extremst:

"Das Land Tirol zahlt, wie berichtet, extra, dass am Abend in Nahverkehrszügen Zugbegleiter an Bord sind."

Mynnia
00

Schaut für mich korrekt aus...

SmithWinston
11

bei solchen gewaltbereiten jungspunden (mir egal woher sie kommen) die nur randalieren und schlägern wollen - da würde ich mir eine "Zero Tolerance" Politik wünschen und vermehrt Polizeipräsenz in den Zügen und auf den Bahnhöfen...so wie seinerzeit in New York. Und ja - jetzt bitte her mit den roten Stricherln.

francis79
 
110
pauschale kritik an "der bahn"? das sollte differenzierter betrachtet werden und hier gehts auch um etwas anderes liebe Leut!

kritik am management, frühpensionierungen, fahrplänen,defizit etc: schön und gut da taugt mir auch vieles nicht!
schaffner müssen sich halt oft die kritik, das gemaule oder geschimpfe der fahrgäste anhören auch wenn sie nichts für die missstände können(klimaanlage/heizung defekt, verspätungen)... gehört vielleicht zu dem beruf - keine ahnung.
aber aggressives verhalten inklusive körperlichen Angriffen hat in den letzten Jahren zugenommen.
ich wurde selbst zeuge einiger vorfälle, bei denen teilweise freunde&familie des schwarzfahrers mit autos zur station kamen, um dem schwarzfahrer gewaltsam zu hilfe zu kommen, bevor die vom schaffner gerufene polizei da sein konnte ...
security müsste vor allem zw. Wr. Neustadt und Ternitz mitfahren.

Maxengine
02
In Ternitz, NÖ könnten Sie vermutlich Atombomben verladen, niemands würde was dagegen tun,..

Wr.Neustadt, Neunkirchen, Ternitz, sind ja alles Hotspots für Drogenproblematik, scheitern von Migrations Politik, Jugendarbeitslosigkeit und Zukunftslosigkeit.

Dorian Gray
10
Ich möchte 10% ihrer Angst haben.

Da ist das Leben nicht mehr schön ...

Pollypupspüppchen
00

I shot the Sheriff...

die naive
110
Diese Randalierer

sind welcher Gruppe bzw. welchen Gruppen zuzuordnen? Neonazi, Skinheads wohl eher nicht, sonst wäre es erwähnt worden.

R. Lexer
01
27.2.2011, 13:31

Meiner Erfahrung auf der Südbahn nach am ehesten besoffene Fußballfans.

duke box
14

das fehlen von hinweisen auf die herkunft der randalierer kann in dieser zeitung durchaus als hinweis auf die herkunft der randalierer gewertet werden.

Mynnia
01

Oder darauf, dass es um eine große, womöglich inhomogene Menge geht und nicht um Einzelfälle und auch nichts am Background der TÄTER etwas damit zu tun hat, dass Maßnahmen gegen die TAT gesetzt werden.

Ach ja, als ich noch ÖBBlerin war, waren es die gebürtigen Österreicher, die am meisten Taktlosigkeiten* und unhilfreiche persönliche Kritiken** offeriert haben. Dafür waren einige Migranten richtig verängstigt, wann immer was nicht funktionierte! Einige waren auch aus Angst auf "aggressive Verteidigung" eingestellt, das kam von schlechten Erfahrungen ihrerseits, ich hab gefragt.
Unsachdienlicher Hinweis, ich weiß.

*=Grüßen müssen nur die anderen, weil sie ja rangnieder sind - WTF is wrong with you?
**=Euphemismus für Beschimpfungen

die naive
01
10.2.2011, 10:52

Halt eine Qualitätszeitung; von öffentlichen Geldern unterstützt.

junkDNA
05

Am Beginn des Monats holen sich viele Leute bunte Pillen oder andere wichtige Medikamente aus der Bundeshauptstadt, weil die Apotheken dort billiger sind.
Oft haben diese Menschen lustige blau gefärbte Münder. Manchmal scheinen sie sehr müde oder orientierungslos zu sein und vergessen daher häufig sich eine Fahrkarte zu lösen. Wenn der Schaffner sie darauf anspricht reagieren manche kranke ziemlich gereizt, und drohen im Spass mit ihrem Hündchen.

die naive
00
10.2.2011, 10:47

So was aber auch; wo doch die große Gefahr für die Menschheit von den süchtigen Rauchern ausgeht.

Krawuzi Kabuzi
01

Pendler vielleicht? ;-P

Dr. 2Much
24
Event-Bahnfahren bringt's!

Sehr geehrter Fahrgast, derzeit kann Ihnen die Neue Bahn folgende Erlebnisreisen anbieten:
1 Spiel mir das Lied vom Tod-Wiesel. (Achtung: Pro Leiche müssen 3 Euro Zuschlag bezahlt werden. Sollten Sie nach Fahrtantritt selbst zu diesen zählen, bekommen Ihre Erben den vollen Fahrpreis rückerstattet!)
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florus flagrantius
40
security

offenabr ein weiteres beschäftigungsprojekt für gering qualifizierte.
da sollen minderqualifzizerte , andere gering qualifzierte einschüchternj ? meist sind die grössten rabaiken bei den securitties.

Mathias
 
00
Es sei in jüngster Zeit zu teils schweren Übergriffen auf Bordpersonal gekommen, Zugbegleiter seien an Leib und Leben bedroht worden, sagt ein ÖBB-Sprecher.

In welchen Zeiten hatte man "Schwarzfahrer" oder "Randalierer" aus dem fahrenden Zug geworfen?

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