USA ziehen bei Boni-Regeln nach

8. Februar 2011, 18:00
posten

Im dritten Jahr nach Ausbruch der Wirtschaftskrise verschärfen die Amerikaner nun die Spielregeln, um Boni-Exzesse bei Banken einzudämmen. Der Hauptvorwurf im Zusammenhang mit hohen Vergütungen lautete:hoheBoni würden zu kurzfristigem Denken animieren. Die US-Einlagensicherung FDIC legte nun am Montag Pläne vor, wonach die Hälfte der Boni an Spitzenkräfte erst mit einer Verzögerung von drei Jahren ausbezahlt werden darf. Die Regelung soll für Institute mit Vermögenswerten über einer Milliarde Dollar (0,73 Mrd. Euro) gelten - das sind rund 630 Banken. Bei Instituten mit Vermögenswerten von über 50 Mrd. Dollar wären auch untere Management-Ebenen betroffen.

Den Banken wird freigestellt, die Hälfte des Zuschlags bis zum Ablauf der Dreijahresfrist komplett zurückzuhalten oder jedes Jahr einen Teil auszuzahlen. Über die drei Jahre hinweg müssen die Institute die Entwicklung von Handelsgeschäften oder anderer Aktivitäten des jeweiligen Mitarbeiters bewerten.

Kommt es zu Verlusten, sollen sie den für die spätere Auszahlung reservierten Teil der Boni entsprechend verringern oder ganz streichen. Es soll allerdings nicht vorgeschrieben werden, dass Banken sich bei Verlusten bereits ausgezahlte Beträge zurückholen.

Nach der FDIC müssen aber noch sechs weitere Behörden den Regeln zustimmen - darunter die Börsenaufsicht SEC und die Notenbank Fed. Basis ist die im Sommer 2010 verabschiedete große Finanzmarktreform. (go, DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2011)

Share if you care.